Kantonales Integrationsprogramm (KIP)

Bund und Kantone wollen die Integrationsförderung von Ausländerinnen und Ausländern in allen Lebensbereichen gezielt verstärken. Hierzu hat jeder Kanton ein Kantonales Integrationsprogramm (KIP) für die Jahre 2014 bis 2017 entwickelt.

Logo Kantonales Integrationsprogramm Kanton Aargau

Das KIP Aargau wurde vom Regierungsrat und vom Grossen Rat im Jahr 2013 genehmigt, die Umsetzung ist im Januar 2014 gestartet. Das vierjährige Programm stellt eine systematische Zusammenstellung bisheriger und neuer Ziele und Massnahmen der kantonalen Integrationsförderung in den Bereichen Information und Beratung, Bildung und Arbeit sowie Verständigung und gesellschaftliche Integration dar.

In den Vereinbarungen zwischen Bund und Kantonen werden verbindliche Integrationsziele sowie Indikatoren zur Überprüfung der Wirksamkeit der Programme festgehalten.

Grundlagen

Am 5. März 2010 hat der Bundesrat den Bericht zur Weiterentwicklung der Integrationspolitik des Bundes (Bericht Schiesser) (öffnet in einem neuen Fenster) verabschiedet. Darin bekannte er sich zu einer Weiterentwicklung und einem Ausbau der Integrationsförderung von Ausländerinnen und Ausländern in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen.

Im Positionspapier vom 17. Dezember 2010 stimmte die Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) der grundsätzlichen Stossrichtung zu. Gestützt darauf verabschiedeten Bund und Kantone im November 2011 ein gemeinsames Grundlagenpapier (öffnet in einem neuen Fenster). Dieses hält fest, dass der Bund ab 2014 die spezifische Integrationsförderung der Kantone im Rahmen von Kantonalen Integrationsprogrammen (KIP) verstärkt mitfinanzieren wird.

Alle Kantone erarbeiteten daraufhin ein KIP. Im Herbst 2013 wurden die Vereinbarungen mit dem Staatssekretariat für Migration SEM unterschrieben, die Umsetzung der KIP startete schweizweit am 1. Januar 2014.

Pfeiler und Förderbereiche

Dachgrafik zu Pfeilern und Förderbereichen der Kantonalen Integrationsprogramme Bild vergrössern
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Integration ist eine Querschnittaufgabe. Sie findet vor allem in den Regelstrukturen statt. Die spezifische Integrationsförderung schafft ergänzende oder an die Regelstrukturen heranführende Angebote, insbesondere für diejenigen, die aus den verschiedensten Gründen (noch) keinen direkten Zugang zu den Regelstrukturen haben.

Zur Stärkung der Integration haben Bund und Kantone gemeinsam drei thematische Pfeiler mit insgesamt acht Förderbereichen definiert, in denen Massnahmen im Rahmen der spezifischen Integrationsförderung nötig sind.

Für jeden dieser Förderbereiche wurden übergeordnete strategische Ziele festgelegt. Auf dieser Grundlage erarbeitete jeder Kanton ein eigenes Kantonales Integrationsprogramm mit kantonsspezifischen Zielen und Massnahmen zur Erreichung dieser Ziele.

Erarbeitung KIP Aargau

Der Regierungsrat des Kantons Aargau beauftragte im März 2011 das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI), in Zusammenarbeit mit den Departementen Gesundheit und Soziales (DGS) sowie Bildung, Kultur und Sport (BKS) und unter Einbezug der Gemeinden und weiteren Akteuren der Integrationsförderung ein Kantonales Integrationsprogramm (KIP) auszuarbeiten.

Das KIP besteht aus einer Bestands- und Bedarfsanalyse und einem daraus abgeleiteten Aktionsplan mit Zielen und Massnahmen. Zur Erhebung des Bestands und des Bedarfs wurden folgende Methoden angewendet:

  • Gemeindebefragung
  • Hearing-Veranstaltungen in Form von Runden Tischen mit Migrantenorganisationen und Akteuren der Integrationsförderung
  • Interviews und Workshops mit Fachleuten aus den kantonalen Departementen im Rahmen der interdepartementalen Fachgruppe für Integrationsfragen (FIF)

Die Analyse zeigte, dass die Integration der ausländischen Bevölkerung im Kanton Aargau mehrheitlich gut gelingt und sich die bisherige Fokussierung auf die Zielgruppe von eher bildungsungewohnten Personen und spätimmigrierten Jugendlichen bewährt. Die Regelstrukturen stellen viele und gute Angebote zur Verfügung und zahlreiche, auch nichtstaatliche Akteure, leisten einen wichtigen Beitrag zur Angebotsstruktur und generell zur Integrationsförderung im Kanton.

Im Aktionsplan wurden basierend auf den von Bund und Kantonen festgelegten strategischen Zielen kantonsspezifische Teilziele mit entsprechenden Massnahmen und Indikatoren erarbeitet.

Im Jahr 2013 genehmigte der Regierungsrat und der grosse Rat das Kantonale Integrationsprogramm und sprach den entsprechenden Kredit.

Schwerpunkte KIP Aargau 2014-2017

Auf Grund der positiven Resultate aus der Bestandsanalyse sollen mit dem KIP Aargau in den kommenden Jahren vor allem die bestehenden Massnahmen weitergeführt und wenn nötig optimiert werden. Dies betrifft insbesondere folgende Bereiche:

  • Sprachförderung
  • Arbeitsmarktliche Integration, vor allem von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen
  • Integrationsvereinbarungen


Die Analyse zeigte aber auch Lücken auf, die dank der zusätzlichen Bundesgelder geschlossen werden können. Dies betrifft folgende Bereiche:

  • Erstinformation von neuzugezogenen Migrantinnen und Migranten
  • Unterstützung von Gemeinden bei der Planung und Umsetzung der Integrationsförderung vor Ort
  • Unterstützung von Projekten im Bereich der sozialen Integration

Der bisherige Fokus auf die Zielgruppe von eher bildungsfernen Migrantinnen und Migranten hat sich bewährt und soll beibehalten werden.

Umsetzung KIP Aargau

Für die Umsetzung des KIP ist auf kantonaler Ebene die Sektion Integration und Beratung des Amts für Migration und Integration zuständig. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden und anderen Akteuren der Integrationsförderung.

Die erste Programmperiode 2014–2017 ist in verschiedenen Bereichen eine Aufbauphase. Einerseits bestehen bereits gute Angebote in der Integrationsförderung, anderseits ist eine verstärkte Koordination und Vernetzung nötig, um mit den vorhandenen Ressourcen ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.

Die Art der Umsetzung ist je nach Förderbereich verschieden:

  • Koordination und Vernetzung bestehender Angebote
  • Finanzelle Unterstützung von Projekten und Angeboten
  • Fachliche Unterstützung von Projekten und Angeboten
  • Weiterführung und Lancierung von Pilotprojekten
  • Vernetzung und Koordination mit Angeboten der Regelstrukturen

Ein besonderer Fokus liegt auf einer engen Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Dafür wurden Angebote entwickelt, welche die Gemeinden nutzen können, um die Integrationsförderung vor Ort nach ihren Bedürfnissen und Ressourcen zu gestalten.