Spezialisierte Angebote

Das Betreuungs- und Wohnangebot muss ganz verschiedenen Ansprüchen genügen. Der Kanton unterstützt die Umsetzung von Angeboten, die sowohl die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen als auch ihrer Angehörigen decken.

Für spezialisierte Angebote gemäss § 4 Abs. 4 Pflegegesetz kommen stationäre Pflegeeinrichtungen in Frage, welche über eine Bewilligung verfügen.

Das Departement Gesundheit und Soziales erteilt geeigneten Leistungserbringern Leistungsaufträge im Rahmen der vom Regierungsrat genehmigten Pflegeheimkonzeption. Mit diesen werden entsprechende Leistungsverträge abgeschlossen.

Spezialisierte Demenzpflege

Die Anforderungen an die Institutionen, welche die Pflege und Betreuung von Patienten und Patientinnen mit Bedarf an spezialisierten Leistungen bedingt, sind baulicher, konzeptioneller und personeller Art. Die wichtigsten krankheitsbedingten und damit KVG-pflichtigen Zusatzkosten sind durch den Personaleinsatz bedingt. Zum einen ist, zusätzlich zu den durch den kantonalen Richtstellenplan bestehenden Anforderungen, speziell qualifiziertes Personal mit entsprechenden Weiterbildungen einzusetzen. Zum anderen ist bei der Pflege und Betreuung pro an Demenz erkrankter Person mit einem höheren Personalschlüssel von 0.2 Stellen zu planen.

Die stationäre Pflegeeinrichtung meldet dem Departement Gesundheit und Soziales ihr Angebot an spezialisierter Demenz mittels Gesuchsformular.

Erst nach Prüfung und Bestätigung des Departements Gesundheit und Soziales kann die Abrechnung eines Zuschlags für spezialisierte Demenzpflege über die kantonale Clearingstelle erfolgen.

Tages- oder Nachtstrukturen

Tages- oder Nachtstrukturen können in stationären Pflegeheimen stunden-, tage- oder nachtweise genutzt werden. Diese bieten pflegenden Angehörigen eine flexible Entlastung. Weiter schaffen Tages- oder Nachtstrukturen insbesondere die folgenden Möglichkeiten:

  • Aktivierung und Förderung der sozialen Integration
  • Gestaltung des Alltags
  • Durchführung von therapeutischen und pflegerischen Massnahmen

Gemäss § 24 und § 25 der Pflegeverordnung des Kantons Aargau sind Tages- oder Nachtstrukturen mit Pflegeangebot bewilligungspflichtig. Die Leistungserbringer stellen dem Departement Gesundheit und Soziales das Gesuch um Zulassung für Tages- oder Nachtstrukturen.

Akut- und Übergangspflege

Die Akut- und Übergangspflege ist im Bundesgesetz über die Neuordnung der Pflegefinanzierung vom 13. Juni 2008 geregelt. Im Kanton Aargau bildet § 17 Pflegegesetz seit dem 1. Januar 2013 die Rechtsgrundlage für die Akut- und Übergangspflege. Dieser beinhaltet in Absatz 2, dass im Rahmen eines auf drei Jahre befristeten Pilotprojekts die Akut- und Übergangspflege auf einzelne stationäre Leistungserbringer beschränkt wird. Das Pilotprojekt wurde evaluiert und die Ergebnisse zuhanden des Regierungsrats vorgelegt. Das Ziel der Evaluation bestand darin, die Umsetzung des Pilotprojekts Akut- und Übergangspflege im Kanton Aargau hinsichtlich der Patientengruppe, den Versorgungsleistungen, der Zweckmässigkeit und der Wirksamkeit zu bewerten, damit der Regierungsrat über die Voraussetzungen für die Zulassung weiterer Leistungserbringer entscheiden kann. Das Pilotprojekt Akut- und Übergangspflege lief am 31. Dezember 2015 aus.

Mit der Pflegeverordnung vom 21. November 2012 (Stand 1. Januar 2016) werden die Grundlagen in Bezug auf die Zulassungsvoraussetzungen, die Abgeltung der Leistungen, des Tarifverfahrens sowie der Rechnungslegung und Rechnungsstellung aufgeführt. Für alle nach Art. 7 Abs. 3 Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) zur Akut- und Übergangspflege zugelassenen Leistungserbringer (stationäre Pflegeeinrichtungen, selbständige Pflegfachpersonen sowie Spitex-Organisationen) besteht die Möglichkeit, sich für die Durchführung der Akut- und Übergangspflege zu bewerben.

Erläuterungen zu den Zulassungsvoraussetzungen finden Sie in den folgenden Merkblättern:

Kostenvergütung

Die Leistungen der Akut- und Übergangspflege werden, wenn ärztlich verordnet, von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) und vom Wohnkanton des Versicherten während höchstens zwei Wochen im Rahmen der Regelung zur Spitalfinanzierung KVG Art. 49a (Abgeltungen der stationären Leistungen) vergütet. Dabei werden, in Abweichung zu den Regeln der Spitalfinanzierung, lediglich die Leistungen nach der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) Art. 7 Abs. 2 (Pflegekosten) vergütet. Die Betreuungs- sowie Pensions-/Hotelleriekosten gehen zu Lasten der Patientinnen und Patienten.