Ausbildungspflicht im Gesundheitswesen

Im Jahr 2013 wurde im Kanton Aargau die Ausbildungsverpflichtung für Institutionen im Gesundheitswesen eingeführt. Mit diesem innovativen und nachhaltigen gesundheitspolitischen Ansatz soll genügend und ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal sichergestellt werden.

Die Ausbildungsverpflichtung gilt für Spitäler, Pflegeeinrichtungen und Organisationen der Pflege und Hilfe zu Hause (Spitex). Sie war bis Ende 2015 in einem regierungsrätlichen Reglement (Reglement über die Ausbildungsverpflichtung für nicht-universitäre Gesundheitsberufe im Kanton Aargau) normiert. Seit dem 1. Januar 2016 ist das revidierte Gesundheitsgesetz (GesG) mit Ausführungsbestimmungen in der Gesundheitsverordnung (GesV) in Kraft. Damit wird die Wirkung des genannten Reglements aufgehoben.

Neue Rechtsgrundlage ab 1. Januar 2016

Die geltende Rechtsordnung enthält Details zur Ausbildungsverpflichtung für die nicht-universitären Gesundheitsberufe, das Bonus-Malus-System (mit Wirkung ab 2015) sowie die Rechte und Pflichten der betroffenen Leistungserbringer. Für die operative Umsetzung der Ausbildungsverpflichtung wie beispielsweise Datenerfassung, Auswertung und Weiterleitung der Daten an die zuständige kantonale Fachstelle hat das Departement Gesundheit und Soziales die OdA GS Aargau beauftragt. Das Departement Gesundheit und Soziales wiederum überprüft die Daten, stellt die Verfügungen aus und führt das Auszahlungs- respektive Inkassoverfahren.

Das Bonus-Malus-System

Konkret umgesetzt wird die Ausbildungsverpflichtung mit einem Bonus-Malus-System. Das heisst: Überdurchschnittliche Ausbildungsleistungen werden mit einem Bonus abgegolten, unterdurchschnittliche Ausbildungsleistungen müssen mit dem dreifachen Differenzbetrag in einen Ausbildungspool abgegolten werden. Seit 2016 sind Leistungserbringer, die das Soll an Ausbildungsplätzen nicht erreichen, gesetzlich zu einer Ersatzabgabe (Malus) verpflichtet. Leistungserbringer, welche das Ausbildungspunkte-Soll übertreffen, erhalten in Form eines Bonus einen Beitrag im Rahmen der verfügbaren Mittel.

Die fachliche und praktische Umsetzung der Ausbildungsverpflichtung erfolgt durch die OdA GS Aargau. Dazu steht den Leistungserbringern ein bewährtes Online-Tool zur Selbstdeklaration ihrer Ausbildungsleistungen zur Verfügung. Die derart erfassten Daten werden durch die OdA GS Aargau plausibilisiert und zur abschliessenden Überprüfung und Visierung dem Departement Gesundheit und Soziales vorgelegt. Im Anschluss daran werden mittels Verfügung der Bonus beziehungsweise Malus des Vorjahres und die Soll-Ausbildungspunkte des Folgejahres festgelegt.

ABV Benchmark 2017 (PDF, 5 Seiten, 2.5 MB)