10 Schritte für psychische Gesundheit

Die meisten Menschen wissen, wie sie körperlich fit bleiben können. Strategien zur Förderung der psychischen Gesundheit sind dagegen kaum bekannt. Psychische Gesundheit bedeutet zudem nicht nur Wohlbefinden und ständige Ausgeglichenheit, sondern auch Kenntnisse im Umgang mit Krisen.

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Der Kurzfilm „10 Schritte für psychische Gesundheit“ zeigt, welche zehn Schritte im Alltag für den Aufbau und den Erhalt der psychischen Gesundheit unternommen werden können. Sehen Sie im Film zehn Kurzportraits von Aargauerinnen und Aargauern, die in ihrem Alltag mit einfachen Mitteln mit einem dieser Schritte etwas für ihre psychische Gesundheit tun.

Neues lernen

Lernen ist Entdecken

Illustration: Mensch steht vor einem Computer
© pro mente Oberösterreich

Neues zu lernen ist eine Entdeckungsreise, die mich aus dem Alltag herausführen, mir neue Impulse ermöglichen und auch mein Selbstwertgefühl heben kann. Mit der Entscheidung, etwas Neues zu lernen, zeige ich auch meine Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Das kann für mich persönlich und auch beruflich hilfreich sein.

  • Welche Lernschritte haben mir in meinem bisherigen Leben sehr geholfen?
  • Welches sind meine Talente und Fähigkeiten? Wie will ich sie nutzen?
  • Was will ich gerne können? Was hält mich ab, es zu lernen?

Etwas Kreatives tun

Kreativität steckt in uns allen

Illustration: Mensch malt auf Staffelei
© pro mente Oberösterreich

Durch kreatives Tun kann ich Eindrücke zum Ausdruck bringen. Viele Menschen sind von Sehnsüchten, Wünschen, Gedanken, Ängsten und Bedürfnissen geprägt, die sie nicht durch Worte ausdrücken können. Durch kreativen Ausdruck kommen sie zum Vorschein. Kreativität schafft einen Ausgleich bei Spannungen, die uns einengen. Den eigenen Lebensraum im Freien gestalten oder gemeinsames Musizieren wird von vielen Menschen als besonders entspannend und als persönliche Kraftquelle erlebt.

  • Wo kann ich mich kreativ ausleben?
  • Was kann ich besonders gut (z.B. kochen, singen, malen, gärtnern, töpfern, handwerken)?
  • Womit gestalte ich gerne?
  • Wieviel Freiraum nehme ich mir für kreatives Gestalten?

Um Hilfe fragen

Hilfe annehmen ist ein Akt der Stärke

Illustration: Mensch mit Sprechblase
© pro mente Oberösterreich

Ich darf mir Hilfe holen und bin dadurch kein Schwächling. Denn es gibt Menschen, die mich gerne unterstützen wollen, wenn ich mich ihnen anvertraue. Hilfe zu holen bedeutet auch, Vertrauen in andere zu haben. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung der eigenen Hilflosigkeit. In besonders belastenden Situationen ist es wichtig, bei meinen Fähigkeiten zu bleiben, andere Aufgaben zu delegieren und um Unterstützung bei der Bewältigung meiner Belastung zu bitten. Beides erfordert Ver- und Zutrauen – auch in den anderen.

  • Vertraue ich darauf, dass es Hilfe gibt, wenn ich darum bitte?
  • Kann ich akzeptieren, dass Menschen Aufgaben anders lösen als ich es tun würde?
  • Kenne ich das Gefühl des Rückhalts, wenn ich um Unterstützung bitte?
  • An alle professionellen Helfer: "Wann habe ich mir zuletzt helfen lassen?"

Aktiv bleiben

Bewegung ist Voraussetzung für Entwicklung

Illustration: Zwei Menschen beim Wandern
© pro mente Oberösterreich

Während ca. 2,5 Mio. Jahren war der Mensch als Jäger, Sammler und Ackerbauer im Schnitt acht Stunden täglich in Bewegung. Seit gerade 100 Jahren verbringen viele Menschen täglich acht Stunden und mehr im Sitzen. Körperliche Bewegung und Aktivität sind ein notwendiger Gegenpol zur Überreizung durch Überinformation, Arbeitsdruck und gesteigertem Lebenstempo. Um den Bewegungsmangel auszugleichen, gilt die die Faustregel: Sich täglich mindestens 10 Minuten oder dreimal wöchentlich 30 Minuten so zu bewegen, dass Puls und Atmung leicht beschleunigt sind.

Bewegung und Aktivität sollen Spass und Freude machen. Mit Bewegung können wir die körperliche und mentale Gesundheit fördern.

  • Gibt es in meiner Lebensgestaltung regelmässige Bewegungszeiten?
  • Welche Bewegungsart – schwimmen, wandern, laufen, tanzen, usw. – macht mir Spass?
  • Habe ich mich heute schon bewegt?

Darüber reden

Alles beginnt im Gespräch

Illustration: Mensch am Telefon
© pro mente Oberösterreich

Voraussetzung für ein gelingendes Gespräch und echten Austausch ist, dass ich mir Zeit zum Mitteilen und Zuhören nehme. Es ist menschlich, dass ich Freuden wie auch Sorgen mitteilen will. Das setzt voraus, dass jemand da ist, der mir zuhört. So wird die Sorge geteilt und die Freude verdoppelt.

"Ich will Dich verstehen" ist eine wesentliche Grundeinstellung für ein Gespräch, in dem der Austausch und damit die Beziehung gelingen kann.

  • Wie viel Zeit habe ich mir heute genommen, um mit jemandem ein Gespräch zu führen?
  • Wenn es mir schlecht geht oder wenn ich mich freue, wem kann ich das mitteilen? Wer hört mir zu?
  • Was ärgert mich schon lange und bindet meine Energie? Und wem kann ich diesen Ärger mitteilen?

Sich entspannen

In der Ruhe liegt die Kraft

Illustration: Mensch in Sessel umgeben von Musiknoten
© pro mente Oberösterreich

Bewegung oder bewusstes Ein- und Ausatmen sind Möglichkeiten, um tagsüber kurze Entspannungsphasen einzubauen. Bewegung ist für "Sesselmenschen" Voraussetzung für gelingende Entspannung.

Vielfach sind wir mental und emotional überspannt. Aufgrund des chronischen Schlafdefizits, das die westliche Gesellschaft prägt, sind viele Menschen erschöpft und nur schwer in der Lage, sich zu entspannen. Dabei geht es nicht nur um die körperliche Entspannung, sondern auch um die mentale Entspannung und die Erholung von Organen, Muskeln, Sehnen und Nerven. Zudem ist Entspannung die Voraussetzung für ein funktionierendes Immunsystem.

  • Bei welchen Tätigkeiten kann ich mich entspannen im Sinne von "abschalten" (z.B. Musik hören, Meditation, tagträumen, asiatische Bewegungsformen, usw.)?
  • Gibt es in meinem Alltag Freiraum für bewusste Entspannung?
  • Habe ich einen Ort, an den ich mich zurückziehen kann, um wirklich zur Ruhe zu kommen?

Portrait von Susanne Hochuli zu "Sich entspannen" (öffnet in einem neuen Fenster)

Literaturtipps "Sich entspannen" (öffnet in einem neuen Fenster)

Sich selbst annehmen

Nobody is perfect

Illustration Mensch betrachtet sich im Spiegel
© pro mente Oberösterreich

Mich selbst anzunehmen heisst, zu meinen Fähigkeiten zu stehen, sie benennen zu können und zu wissen, was mich zufrieden macht. Das heisst, meinen Körper und seine Signale wahrzunehmen und aus der Sicherheit meiner Körperempfindungen und Gefühle zu Entscheidungen zu kommen, die mir gut tun. Im Wissen um meine Ressourcen gelingt es mir, auch meine Fehler und Schwächen als einen Teil von mir zu verstehen und zu akzeptieren.

  • Wo bin ich mit mir zufrieden?
  • Was macht mich zufrieden in meinen Beziehungen?
  • Was macht mich zufrieden in meinem Beruf, was in meiner Freizeit?
  • Was ist mir heute gelungen, worüber ich mich freuen kann?
  • Über welchen Fehler von heute kann ich lachen?

Mit Freunden in Kontakt bleiben

Freunde sind wertvoll

Illustration: Mensch wirft Brief in Briefkasten
© pro mente Oberösterreich

Mit Freunden bin ich vertraut. Wir stehen uns in leichten Zeiten bei, können aber auch streiten. Freunde dürfen mich hinterfragen und ermöglichen mir, unverstellt der oder die zu sein, der bzw. die ich bin. Intimes wird vertraulich behandelt. Und vor allem sind wir füreinander da, wenn wir uns brauchen. Freunde üben keinen Druck auf mich aus.

  • Lässt meine Lebensgestaltung Zeit für echte Freundschaften zu?
  • Mit wem will ich meine freie Zeit verbringen, mit wem nicht?
  • Gibt es eine "beste Freundin" oder einen "besten Freund" in meinem Leben?
  • Was erwarte ich von einer Freundin, einem Freund?
  • Was bin ich bereit, in eine Freundschaft einzubringen?
  • Was kann ich tun, um alte Freundschaften zu aktivieren?

Sich beteiligen

Menschen brauchen eine lebendige Gemeinschaft

Illustration: Hervorgehobener Mensch in Personengruppe
© pro mente Oberösterreich

Als wertvoller Teil der Gemeinschaft ist jeder nicht nur Teil-Nehmer, sondern auch Teil-Geber! So entsteht aus vielen Einzelnen ein gemeinsames "Wir".

Gemeinschaft fordert von jedem, der sich daran beteiligt, Mut zur Begegnung. Teilhaben bedeutet, die Möglichkeit zu nutzen, Wünsche, Interessen, Ängste und Hoffnungen dort einzubringen, wo es um Dinge geht, die von Bedeutung sind. Es gehört zu den wichtigsten Lebenserfahrungen, Teil einer Gemeinschaft zu sein und Solidarität anderer zu erfahren.

  • Gibt es eine Gemeinschaft, einen Verein, eine Organisation, wo ich mich bereits beteilige oder mich beteiligen will?
  • Wie mache ich den ersten Schritt in eine Gemeinschaft?
  • In welcher Gruppe fühle ich mich akzeptiert und wertgeschätzt?

Sich nicht aufgeben

Die Krisen des Lebens meistern

Illustration: Mensch hält Rettungsring
© pro mente Oberösterreich

Schock, Trauer und Traumata brauchen Zeit, um emotional verarbeitet zu werden. Es ist wichtig, sich diese Zeit zu nehmen, wenn wir sie brauchen, und sie auch anderen in schwierigen Situationen zu gewähren. Wenn scheinbar nichts mehr geht, ist es gut, sich auf den vitalen Rhythmus (Ernährung, Atmung, Schlaf, Bewegung) zu konzentrieren. Ich bin nicht für alles verantwortlich. Ich habe das Recht, in Krisensituationen professionelle Hilfe zu holen und diese auch anzunehmen. Ich gebe nicht auf, sondern gehe Schritt für Schritt – und wenn nötig mit Unterstützung von anderen – weiter.

  • Welche "Rettungsringe" gibt es für mich in Krisenfällen?
  • Weiss ich, wo ich professionelle Hilfe holen kann?
  • Ist mir meine Religiosität, mein Glaube, Hilfe in Krisensituationen?
  • Kenne ich Menschen, die gefährdet sind, sich selbst aufzugeben?

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"Wie bleibst du psychisch gesund?"

Die Flyer können beim Verband Aargauer Psychologen (VAP) bestellt werden: info@vap-psychologie.ch