Anpassung der Eigenmietwerte

Die Eigenmietwerte wurden im Kanton Aargau auf 2016 den aktuellen Marktverhältnissen angepasst.

Gemäss Beschluss des Grossen Rats vom 24. November 2015 erfolgte in den meisten aargauischen Gemeinden auf 2016 eine Anpassung der Eigenmietwerte. Die neuen Werte wurden bereits in den provisorischen Steuerrechnungen 2016 berücksichtigt. Zu deklarieren sind sie nun mit der Steuererklärung 2016.

Per Ende Januar 2017 erhalten alle Eigenheimbesitzer vom Kantonalen Steueramt einen Brief über die Anpassung der Eigenmietwerte.

Fragen und Antworten zur Anpassung der Eigenmietwerte

Wie wird der Eigenmietwert berechnet?

Der bisherige Eigenmietwert wurde für jede Liegenschaft im Rahmen der amtlichen Schätzung individuell festgelegt. Dabei wurden die Bewertungsparameter der letzten allgemeinen Neuschätzung aus dem Jahre 1999 (Wertbasis 1998) verwendet. Auf den 1. Januar 2016 erfolgte in vielen Gemeinden ein prozentualer Zuschlag zur Einhaltung des gesetzlichen Mindestwerts von 60 % des Marktmietwerts (§ 30 Abs. 2 StG).

Warum gibt es gerade jetzt eine Eigenmietwertanpassung?

Die Eigenmietwerte für Liegenschaften haben vielerorts nicht mehr den aktuellen Verhältnissen entsprochen, da die Marktmieten in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sind. Dies geht aus der Auswertung der Markterhebung 2014 für vermietete Einfamilienhäuser und Wohnungen hervor. So ist der schweizerische Mietpreisindex seit der letzten Neuschätzung um 25,20 % angestiegen. Dieser Anstieg der Marktmieten muss auch bei den Eigenmietwerten abgebildet werden. Deshalb hat der Grosse Rat mit Beschluss vom 24. November 2015, gestützt auf § 218 Abs. 3 StG, die Eigenmietwerte per 1. Januar 2016 den aktuellen Marktverhältnissen angepasst. Der angepasste Eigenmietwert entspricht - im Durchschnitt der Gemeinden und des Kantons - nun wieder 60 % der Marktmiete.

Weshalb sind die Veränderungen der Eigenmietwerte in den Gemeinden unterschiedlich?

Die Markterhebung 2014 hat für jede Einwohnergemeine unterschiedliche Abweichungen vom gesetzlichen Mindestwert aufgezeigt. Deshalb hat der Grosse Rat auf eine fixe, einheitliche Anpassung für den ganzen Kanton verzichtet. Stattdessen hat er eine Anpassung mit einem individuellen Faktor pro Gemeinde festgelegt. In den meisten Gemeinden erhöhen sich die Eigenmietwerte, in sechs Gemeinden bleiben sie gleich und in neun Gemeinden ergibt sich eine Reduktion.

Werden die Vermögenssteuerwerte auch angepasst?

Nein. Der Beschluss des Grossen Rats betrifft nur die Anpassung der Eigenmietwerte und hat keine Auswirkung auf die vom Kantonalen Steueramt geschätzten Miet- und Vermögenssteuerwerte. Die geschätzten Bewertungsparameter der Liegenschaften bleiben unverändert. Aus diesem Grund kann gegen die Anpassung der Eigenmietwerte keine Einsprache erhoben werden. Das Verfahren bei Schätzungen ist in den §§ 218 - 220 StG geregelt.

Der Eigenmietwert meiner Liegenschaft wurde erst kürzlich angepasst (Schätzung mit Gültigkeitsdatum vor dem 1. Januar 2016). Weshalb wird er per 1. Januar 2016 nochmals erhöht?

Die individuelle Berechnung des Eigenmietwerts (z. B. nach einem Neubau oder einer umfassenden Renovation) beinhaltet immer noch die Bewertungsparameter (Stand Mai 1998) wie diejenige der letzten allgemeinen Neuschätzung per 1. Januar 1999. Erfolgte die Mitteilung des Eigenmietwerts aufgrund einer Handänderung (z. B. Kauf einer bestehenden Liegenschaft), so basiert auch diese Mitteilung auf der Wertbasis vom Mai 1998. Deshalb werden die Eigenmietwerte auch für diese selbstbewohnten Liegenschaften mit demselben prozentualen Faktor verändert wie die übrigen Liegenschaften in der Gemeinde.

Telefonische Anfragen

Telefonische Anfragen zum Brief des Kantonalen Steueramts über die Anpassung der Eigenmietwerte können vom 23. Januar bis 13. April 2017 an die dafür speziell eingerichtete Telefonnummer 062 835 27 45, von Montag bis Freitag, 08.30 bis 11.30 Uhr / 13.30 bis 16.30 Uhr, gestellt werden.