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Bevölkerung

Bevölkerungsstand, Bevölkerungsbewegung und Migration

Informationen über die Wohnbevölkerung des Kantons Aargau stammen aus kantonalen Quellen sowie aus Quellen des Bundes. Dabei werden verschiedene Aspekte der Bevölkerung beleuchtet, die mit unterschiedlichen Methoden erhoben werden.

Die Bevölkerungszahlen können sich aufgrund der verschiedenen Datenquellen leicht unterscheiden.

Beschreibung der Datenquellen

  • Die Kantonale Bevölkerungsstatistik basiert auf dem kantonalen Einwohnerregister, welches die Gemeinden nachführen. Als ständige Wohnbevölkerung zählen seit dem 31.12.2012 die Personen mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der jeweiligen Gemeinde und einer schweizerischen Staatsangehörigkeit oder einer ausländischen Staatsangehörigkeit und einer (kumulierten) Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten (Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung: Ausweis B, C, F oder EDA-Ausweis bei internationalen Funktionären, Diplomanten und ihren Familienangehörigen; Kurzaufenthaltsbewilligung: Ausweis L; Personen im Asylprozess: Ausweis N).
  • Informationen zur Bevölkerung und den Haushalten basieren auf der Registererhebung des Bundes (STATPOP) sowie auf Stichprobenerhebungen des Bundes (Strukturerhebung). In der STATPOP werden Informationen aus dem kantonalen Bevölkerungsregister und der ZEMIS sowie der BEVNAT kombiniert (s. unten).
  • Die Statistik der ausländischen ständigen und nicht ständigen Wohnbevölkerung aufgeschlüsselt nach Staatszugehörigkeit stammt aus dem Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) des Staatssekretariats für Migration SEM.
  • Die Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung beinhaltet Informationen über Todesfälle, Geburten sowie Eheschliessungen und stammt aus der gleichnamigen Bundesstatistik (BEVNAT).

Aargauer Bevölkerungsprojektionen (Aktualisierung 2021)

Die Bezirke wiesen in den vergangenen Jahren sowohl positive als auch negative intrakantonale Wanderungsbilanzen auf (Abbildung links, 2013–2020) – dennoch werden sie alle weiterwachsen (Abbildung rechts, 2021–2030), da diese Binnenwanderung nur einen Teil des Bevölkerungswachstums ausmacht. © Statistik Aargau Bild vergrössern
Die Bezirke wiesen in den vergangenen Jahren sowohl positive als auch negative intrakantonale Wanderungsbilanzen auf (Abbildung links, 2013–2020) – dennoch werden sie alle weiterwachsen (Abbildung rechts, 2021–2030), da diese Binnenwanderung nur einen Teil des Bevölkerungswachstums ausmacht. © Statistik Aargau

Aktualisierte Bevölkerungsprojektionen erstmals mit intrakantonaler Wanderung

Um die aktuelle Bevölkerungsentwicklung zu berücksichtigen, werden die Bevölkerungsprojektionen seit 2020 jährlich neu berechnet. Dafür wurden im April 2021 der Start-Bevölkerungsbestand und einige demografische Parameter mit den Daten vom 31. Dezember 2020 aktualisiert. Zudem wurden die Wanderungsparameter um die intrakantonale Wanderung erweitert, um so der Bevölkerungsbewegung zwischen den aargauischen Gemeinden Rechnung zu tragen.

Die Bezirke wiesen in den Jahren 2013 bis 2020 intrakantonale Wanderungsbilanzen zwischen –431 Personen (Baden) und +363 Personen (Lenzburg) auf (Median pro Gemeinde der Jahre 2013 bis 2020 auf Bezirksebene summiert). Die vier Bezirke im Osten des Kantons sowie Rheinfelden haben Einwohnerinnen und Einwohner an die anderen Bezirke verloren, während die anderen sechs Bezirke positive intrakantonale Wanderungsbilanzen aufwiesen. Trotz dieser Variation sind alle Bezirke gewachsen und werden gemäss Projektionsmodell weiterwachsen, da es neben der intrakantonalen Wanderung noch weitere Wachstumskomponenten gibt. Der Bevölkerungsbestand wird auch von der internationalen und interkantonalen Wanderung, den Geburten und den Todesfällen beeinflusst. Das Modell projiziert, dass die Bezirke bis 2030 um jährlich zwischen 388 (Laufenburg) bis 1'615 (Baden) Einwohnerinnen und Einwohner zunehmen werden. Im Jahr 2030 werden gemäss Modell etwa 780'000 Personen im Aargau wohnen.

Bevölkerungsprojektionen: Weitere Informationen

Hintergrundwissen Bevölkerungsentwicklung

Bisherige und mögliche zukünftige Bevölkerungsentwicklung für den Kanton Aargau bis 2050 gemäss Statistik Aargau (STAAG) und dem Bundesamt für Statistik (BFS). © Statistik Aargau
Bisherige und mögliche zukünftige Bevölkerungsentwicklung für den Kanton Aargau bis 2050 gemäss Statistik Aargau (STAAG) und dem Bundesamt für Statistik (BFS). © Statistik Aargau

Mit Bevölkerungsprojektionsmodellen werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der demografischen Parameter (das heisst Fruchtbarkeit, Sterblichkeit, Zu- und Wegwanderung) getroffen. Die modellierten Entwicklungen werden meist anhand von drei Zukunftsszenarien dargestellt. Dabei wird das plausibelste Szenario als Referenzszenario bezeichnet (die durchgezogenen Linien in der Abbildung). Die Bandbreite der möglichen Entwicklung wird oft von zwei gegensätzlichen Szenarien mit besonders starkem beziehungsweise schwachem Wachstum begrenzt (die transparenten "Trichter" um das Referenzszenario). Im 2020 wird das Bevölkerungsprojektionsmodell durch Statistik Aargau erneuert und voraussichtlich im Herbst publiziert.

Lernen aus der Vergangenheit

Anteil von Geburtenüberschuss (orange) und Wanderungsbilanz (blau) am jährlichen Bevölkerungswachstum der letzten Dekade. © Statistik Aargau Bild vergrössern
Anteil von Geburtenüberschuss (orange) und Wanderungsbilanz (blau) am jährlichen Bevölkerungswachstum der letzten Dekade. © Statistik Aargau

Die Abschätzung der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung ist mit Unsicherheiten behaftet. So haben die älteren Modelle der Jahre 2002, 2009 und 2010 die Bevölkerungsentwicklung des Kantons Aargau zum Teil stark unterschätzt: Der aktuelle Bevölkerungsbestand des Kantons (2019: ca. 685'400 Einwohner/innen) wurde vom AG-2002-Modell um ca. 89'900 und vom BFS-2002-Modell um ca. 98'200 Einwohner/innen unterschätzt. Nur das wachstumsfreundlichste Szenario des BFS-2010-Modells kommt der effektiven Bevölkerungsentwicklung nahe. Die später entwickelten Modelle der Jahre 2013 und 2015 zeigen für das Referenzszenario bisher eine gute Übereinstimmung mit dem realisierten Aargauer Bevölkerungswachstum, allerdings ist die Vergleichsperiode mit 5 beziehungsweise 7 Jahren relativ kurz.
Ein Modell kann immer nur eine Annäherung an eine mögliche Zukunft sein, die von der Realisierung der zugrundeliegenden Annahmen abhängt. In Krisenzeiten reichen vergangene Trends jedoch nicht immer aus, um daraus Annahmen abzuleiten und zukünftige Entwicklungen abzuschätzen.
Von allen demografischen Modellparametern ist die Migration derjenige, der am schwierigsten abzuschätzen ist. Paradoxerweise ist es auch der Parameter, der den grössten Einfluss auf das Bevölkerungswachstum hat: So kann das Aargauer Bevölkerungswachstum der letzten 10 Jahre zu 77 Prozent durch Zuwanderung aus dem Ausland sowie aus anderen Kantonen erklärt werden.
Aufgrund der durch COVID-19 verursachten Wirtschaftskrise ist im Jahr 2020 mit einem Rückgang der Migration zu rechnen. Da es sich jedoch um ein Grossereignis ohne Vergleich in der jüngeren Geschichte handelt, ist der Verlauf der Pandemie und ihr Effekt auf die Wirtschaft und Bevölkerungsdynamik (noch) nicht "datengetrieben" zu modellieren. Die Daten für die erste Hälfte des Jahres 2020 werden helfen, die Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung besser zu verstehen und das Modell je nach Verlauf der Pandemie und ihren Effekt auf die Wirtschaft und die Bevölkerungsdynamik flexibel anzupassen.
Während das Bundesamt für Statistik seine Projektionen für die gesamte Schweiz und für jeden Kanton erstellt, projiziert Statistik Aargau die Bevölkerung unseres Kantons auch auf kleinräumiger regionaler Ebene. Die am schwierigsten zu schätzende demografische Komponente ist die Migration und ihre Verteilung innerhalb des Kantons. Statistik Aargau entwickelt ein neues Modell für die räumliche Feinverteilung der Migration.
Weiter wird für 2020 der Effekt der wirtschaftlichen Abkühlung auf den Wanderungssaldo geschätzt. Die Annahmen über die wichtige zukünftige Wanderungsentwicklung und allenfalls weitere Modellparameter sollen neu jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, um auch in unsicheren Zeiten möglichst verlässliche Schätzungen zu ermöglichen. Das neue Modell wird voraussichtlich im Herbst 2020 verfügbar sein.

Kantonale Bevölkerungsstatistik 2020

Wöchentliche Anzahl der Todesfälle nach Altersgruppe im Kanton Aargau, 2020 Bild vergrössern
Wöchentliche Anzahl der Todesfälle nach Altersgruppe im Kanton Aargau, 2020. © Statistik Aargau

Der Bevölkerungsbestand im Kanton Aargau nahm im Jahr 2020 um 8'636 Personen zu (1,26 Prozent). Per 31. Dezember 2020 erreichte der Bestand der ständigen Wohnbevölkerung 694'060 Personen (516'997 Schweizerinnen und Schweizer, 177'063 Ausländerinnen und Ausländer). Der Ausländerteil beträgt somit 25,51 Prozent.
Im Jahr 2020 betrug der Geburtenüberschuss 1'282, während die Wanderungsbilanz 7'210 betrug. 3'159 Personen wurden eingebürgert.

Im Jahr 2020 starben im Kanton Aargau 5'481 Personen. Prozentual betrachtet liegt diese Zahl um 14,5 Prozent höher als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Deutlich über dem Durchschnitt lag während den letzten Monaten des Jahres insbesondere die Anzahl Todesfälle von Personen im Alter von 80 Jahren und älter. Die Anzahl Todesfälle von Personen zwischen 65 und 79 Jahren war ebenfalls überdurchschnittlich, aber weniger stark ausgeprägt als für die darüber liegende Altersgruppe. Bei den Personen im Alter von 0 bis 64 Jahren lag die Anzahl Todesfälle meist zwischen den Minimal- und Maximalwerten der letzten fünf Jahre. Im kantonalen Bevölkerungsregister sind keine Todesursachen hinterlegt. Die kantonalen Todesfallmeldungen im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen legen jedoch einen Effekt der Pandemie nahe.

Kantonale Bevölkerungsstatistik erstes Halbjahr 2020

Dargestellt ist die Veränderung der Bevölkerungsbestände jeweils für die ersten Halbjahre (Bilanz). Die Grösse unterliegt starken Schwankungen über die Zeit, blieb aber 2020 für das Total der Bevölkerung im Vergleich zur Vorjahresperiode konstant. © Statistik Aargau Bild vergrössern
Dargestellt ist die Veränderung der Bevölkerungsbestände jeweils für die ersten Halbjahre (Bilanz). Die Grösse unterliegt starken Schwankungen über die Zeit, blieb aber 2020 für das Total der Bevölkerungszunahme im Vergleich zur Vorjahresperiode konstant. © Statistik Aargau

Die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Aargau nahm während des ersten Halbjahrs 2020 um 3'654 Personen zu (0,53 Prozent). Die schweizerische Bevölkerung trug mit 2'255 Personen zu knapp zwei Dritteln zu diesem Wachstum bei, die ausländische mit 1'399 Personen zu etwas mehr als einem Drittel. Per 30. Juni 2020 erreichte damit der Bevölkerungsbestand im Kanton Aargau die Zahl von 689'078 (514'678 Schweizerinnen und Schweizer, 174'400 Ausländerinnen und Ausländer). Der Ausländeranteil beträgt 25,31 Prozent.

Im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode blieb die Bevölkerungsbilanz im ersten Halbjahr fast stabil. Zwar nahm die Bilanz der schweizerischen Bevölkerung um 316 Personen ab, was aber mit der Zunahme von 286 Personen in der Bilanz der ausländischen Bevölkerung weitgehend ausgeglichen wurde. 1'861 Personen wurden im ersten Halbjahr 2020 eingebürgert.

Kanton Aargau

Quelle: Kantonale Bevölkerungsstatistik und weitere, siehe Quellenangaben im jeweiligen Dokument

Gemeinden

Quelle: Kantonale Bevölkerungsstatistik

Bevölkerung und Haushalte

Quelle: STATPOP und Strukturerhebung, Bundesamt für Statistik

Bestand ausländische ständige und nicht ständige Wohnbevölkerung

Quelle: ZEMIS, Staatssekretariat für Migration SEM

Natürliche Bevölkerungsbewegung

Quelle: BEVNAT, Bundesamt für Statistik

Weitere Daten und Veröffentlichungen

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