Navigation

Sprunglinks

zurück

Bevölkerung

Bevölkerungsstand, Bevölkerungsbewegung und Migration

Informationen über die Wohnbevölkerung des Kantons Aargau stammen aus kantonalen Quellen sowie aus Quellen des Bundes. Dabei werden verschiedene Aspekte der Bevölkerung beleuchtet, die mit unterschiedlichen Methoden erhoben werden.

Die Bevölkerungszahlen können sich aufgrund der verschiedenen Datenquellen leicht unterscheiden.

Beschreibung der Datenquellen

  • Die Kantonale Bevölkerungsstatistik basiert auf dem kantonalen Einwohnerregister, welches die Gemeinden nachführen. Als ständige Wohnbevölkerung zählen seit dem 31.12.2012 die Personen mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der jeweiligen Gemeinde und einer schweizerischen Staatsangehörigkeit oder einer ausländischen Staatsangehörigkeit und einer (kumulierten) Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten (Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung: Ausweis B, C, F oder EDA-Ausweis bei internationalen Funktionären, Diplomanten und ihren Familienangehörigen; Kurzaufenthaltsbewilligung: Ausweis L; Personen im Asylprozess: Ausweis N).
  • Informationen zur Bevölkerung und den Haushalten basieren auf der Registererhebung des Bundes (STATPOP) sowie auf Stichprobenerhebungen des Bundes (Strukturerhebung). In der STATPOP werden Informationen aus dem kantonalen Bevölkerungsregister und der ZEMIS sowie der BEVNAT kombiniert (s. unten).
  • Die Statistik der ausländischen ständigen und nicht ständigen Wohnbevölkerung aufgeschlüsselt nach Staatszugehörigkeit stammt aus dem Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) des Staatssekretariats für Migration SEM.
  • Die Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung beinhaltet Informationen über Todesfälle, Geburten sowie Eheschliessungen und stammt aus der gleichnamigen Bundesstatistik (BEVNAT).

Aargauer Bevölkerungsprojektionen 2020–2050

Der Altersquotient, das Verhältnis zwischen den über 64-Jährigen und den 20- bis 64-Jährigen, steigt zwischen 2019 und 2050 in allen Bezirken. © Statistik Aargau Bild vergrössern
Der Altersquotient, das Verhältnis zwischen den über 64-Jährigen und den 20- bis 64-Jährigen, steigt zwischen 2019 und 2050 in allen Bezirken. © Statistik Aargau

Fast 243'000 Personen im Rentenalter im Kanton Aargau bis 2050

Sollte das Referenzszenario des aktualisierten kantonalen Bevölkerungsprojektionsmodells eintreten, werden im Jahr 2050 etwa 905'000 Personen im Kanton Aargau wohnen, das sind knapp 220'000 mehr als heute. Bis 2050 wird erwartet, dass der Aargau rund 243'000 über 64-Jährige zählen wird, das sind fast doppelt so viele wie im Jahr 2019 (123'074). Der kantonale Altersquotient steigt über die nächsten gut 30 Jahre von 29,0 auf 49,6. Diese zunehmende Alterung der Bevölkerung zeigt sich in allen Bezirken.
Der Bezirk Baden bleibt der bevölkerungsreichste Bezirk mit knapp 200'000 Personen im Jahr 2050. Gemeinsam mit dem Bezirk Bremgarten weist er auch die höchste Wachstumsrate auf (37,3 Prozent). Der Bezirk Aarau, der im Jahr 2019 noch der zweitgrösste Bezirk war, wird mit 23,5 Prozent die geringste Wachstumsrate aufweisen. Laufenburg bleibt der kleinste Bezirk mit etwa 41'000 Personen im Jahr 2050. Alle Bezirke weisen im Jahr 2050 einen gegenüber 2019 stark erhöhten Altersquotienten auf, der zwischen 46,0 (Baden) und 53,6 (Laufenburg) liegen wird.

Bevölkerungsprojektionen: Weitere Informationen

Hintergrundwissen Bevölkerungsentwicklung

Bisherige und mögliche zukünftige Bevölkerungsentwicklung für den Kanton Aargau bis 2050 gemäss Statistik Aargau (STAAG) und dem Bundesamt für Statistik (BFS). © Statistik Aargau
Bisherige und mögliche zukünftige Bevölkerungsentwicklung für den Kanton Aargau bis 2050 gemäss Statistik Aargau (STAAG) und dem Bundesamt für Statistik (BFS). © Statistik Aargau

Mit Bevölkerungsprojektionsmodellen werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der demografischen Parameter (das heisst Fruchtbarkeit, Sterblichkeit, Zu- und Wegwanderung) getroffen. Die modellierten Entwicklungen werden meist anhand von drei Zukunftsszenarien dargestellt. Dabei wird das plausibelste Szenario als Referenzszenario bezeichnet (die durchgezogenen Linien in der Abbildung). Die Bandbreite der möglichen Entwicklung wird oft von zwei gegensätzlichen Szenarien mit besonders starkem beziehungsweise schwachem Wachstum begrenzt (die transparenten "Trichter" um das Referenzszenario). Im 2020 wird das Bevölkerungsprojektionsmodell durch Statistik Aargau erneuert und voraussichtlich im Herbst publiziert.

Lernen aus der Vergangenheit

Anteil von Geburtenüberschuss (orange) und Wanderungsbilanz (blau) am jährlichen Bevölkerungswachstum der letzten Dekade. © Statistik Aargau Bild vergrössern
Anteil von Geburtenüberschuss (orange) und Wanderungsbilanz (blau) am jährlichen Bevölkerungswachstum der letzten Dekade. © Statistik Aargau

Die Abschätzung der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung ist mit Unsicherheiten behaftet. So haben die älteren Modelle der Jahre 2002, 2009 und 2010 die Bevölkerungsentwicklung des Kantons Aargau zum Teil stark unterschätzt: Der aktuelle Bevölkerungsbestand des Kantons (2019: ca. 685'400 Einwohner/innen) wurde vom AG-2002-Modell um ca. 89'900 und vom BFS-2002-Modell um ca. 98'200 Einwohner/innen unterschätzt. Nur das wachstumsfreundlichste Szenario des BFS-2010-Modells kommt der effektiven Bevölkerungsentwicklung nahe. Die später entwickelten Modelle der Jahre 2013 und 2015 zeigen für das Referenzszenario bisher eine gute Übereinstimmung mit dem realisierten Aargauer Bevölkerungswachstum, allerdings ist die Vergleichsperiode mit 5 beziehungsweise 7 Jahren relativ kurz.
Ein Modell kann immer nur eine Annäherung an eine mögliche Zukunft sein, die von der Realisierung der zugrundeliegenden Annahmen abhängt. In Krisenzeiten reichen vergangene Trends jedoch nicht immer aus, um daraus Annahmen abzuleiten und zukünftige Entwicklungen abzuschätzen.
Von allen demografischen Modellparametern ist die Migration derjenige, der am schwierigsten abzuschätzen ist. Paradoxerweise ist es auch der Parameter, der den grössten Einfluss auf das Bevölkerungswachstum hat: So kann das Aargauer Bevölkerungswachstum der letzten 10 Jahre zu 77 Prozent durch Zuwanderung aus dem Ausland sowie aus anderen Kantonen erklärt werden.
Aufgrund der durch COVID-19 verursachten Wirtschaftskrise ist im Jahr 2020 mit einem Rückgang der Migration zu rechnen. Da es sich jedoch um ein Grossereignis ohne Vergleich in der jüngeren Geschichte handelt, ist der Verlauf der Pandemie und ihr Effekt auf die Wirtschaft und Bevölkerungsdynamik (noch) nicht "datengetrieben" zu modellieren. Die Daten für die erste Hälfte des Jahres 2020 werden helfen, die Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung besser zu verstehen und das Modell je nach Verlauf der Pandemie und ihren Effekt auf die Wirtschaft und die Bevölkerungsdynamik flexibel anzupassen.
Während das Bundesamt für Statistik seine Projektionen für die gesamte Schweiz und für jeden Kanton erstellt, projiziert Statistik Aargau die Bevölkerung unseres Kantons auch auf kleinräumiger regionaler Ebene. Die am schwierigsten zu schätzende demografische Komponente ist die Migration und ihre Verteilung innerhalb des Kantons. Statistik Aargau entwickelt ein neues Modell für die räumliche Feinverteilung der Migration.
Weiter wird für 2020 der Effekt der wirtschaftlichen Abkühlung auf den Wanderungssaldo geschätzt. Die Annahmen über die wichtige zukünftige Wanderungsentwicklung und allenfalls weitere Modellparameter sollen neu jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, um auch in unsicheren Zeiten möglichst verlässliche Schätzungen zu ermöglichen. Das neue Modell wird voraussichtlich im Herbst 2020 verfügbar sein.

Kantonale Bevölkerungsstatistik erstes Halbjahr 2020

Dargestellt ist die Veränderung der Bevölkerungsbestände jeweils für die ersten Halbjahre (Bilanz). Die Grösse unterliegt starken Schwankungen über die Zeit, blieb aber 2020 für das Total der Bevölkerung im Vergleich zur Vorjahresperiode konstant. © Statistik Aargau Bild vergrössern
Dargestellt ist die Veränderung der Bevölkerungsbestände jeweils für die ersten Halbjahre (Bilanz). Die Grösse unterliegt starken Schwankungen über die Zeit, blieb aber 2020 für das Total der Bevölkerungszunahme im Vergleich zur Vorjahresperiode konstant. © Statistik Aargau

Die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Aargau nahm während des ersten Halbjahrs 2020 um 3'654 Personen zu (0,53 Prozent). Die schweizerische Bevölkerung trug mit 2'255 Personen zu knapp zwei Dritteln zu diesem Wachstum bei, die ausländische mit 1'399 Personen zu etwas mehr als einem Drittel. Per 30. Juni 2020 erreichte damit der Bevölkerungsbestand im Kanton Aargau die Zahl von 689'078 (514'678 Schweizerinnen und Schweizer, 174'400 Ausländerinnen und Ausländer). Der Ausländeranteil beträgt 25,31 Prozent.

Im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode blieb die Bevölkerungsbilanz im ersten Halbjahr fast stabil. Zwar nahm die Bilanz der schweizerischen Bevölkerung um 316 Personen ab, was aber mit der Zunahme von 286 Personen in der Bilanz der ausländischen Bevölkerung weitgehend ausgeglichen wurde. 1'861 Personen wurden im ersten Halbjahr 2020 eingebürgert.

Kantonale Bevölkerungsstatistik 2019

 Veränderung des Bevölkerungsbestands in den Gemeinden, in Prozent, vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 Bild vergrössern
Veränderung des Bevölkerungsbestands in den Gemeinden, in Prozent, vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019. © Statistik Aargau

Altersstruktur verschiebt sich zu den höheren Altersklassen

Der Kanton Aargau ist im Jahr 2019 bevölkerungsmässig um 8'037 Personen oder 1,2 Prozent gewachsen. Von den 211 Gemeinden wiesen deren 34 eine Bevölkerungszunahme von 3,00 Prozent und mehr auf. In 17 Gemeinden betrug sie 2,00 bis 2,99 Prozent, in 46 Gemeinden 1,00 bis 1,99 Prozent und in 56 Gemeinden 0,00 bis 0,99 Prozent. Ein Bevölkerungsrückgang ist in 58 Gemeinden zu verzeichnen, wobei dieser in deren 29 nur klein ist und zwischen 0,99 und 0,01 Prozent lag. In den anderen 29 Gemeinden wurde eine Bevölkerungsabnahme von über einem Prozent registriert.

Ein klares räumliches Muster des Bevölkerungswachstums ist in der Karte nicht zu erkennen. Es erreichte nicht nur in einer Zentrumsgemeinde einen hohen Wert, sondern lag auch in zahlreichen ländlichen Gemeinden bei 2,00 Prozent und darüber.

Kanton Aargau

Quelle: Kantonale Bevölkerungsstatistik und weitere, siehe Quellenangaben im jeweiligen Dokument

Gemeinden

Quelle: Kantonale Bevölkerungsstatistik

Bevölkerung und Haushalte

Quelle: STATPOP und Strukturerhebung, Bundesamt für Statistik

Bestand ausländische ständige und nicht ständige Wohnbevölkerung

Quelle: ZEMIS, Staatssekretariat für Migration SEM

Natürliche Bevölkerungsbewegung

Quelle: BEVNAT, Bundesamt für Statistik

Weitere Daten und Veröffentlichungen

zurück