Neue Koordinaten im Kanton Aargau

Basierend auf dem Bezugsrahmen LV95 werden kantonsweit neue Koordinaten eingeführt. Die Umsetzung der neuen Koordinaten im Aargauischen Geografischen Informationssystem AGIS erfolgt per 12. Juni 2017. In der amtlichen Vermessung wurden die neuen Landeskoordinaten im Jahr 2016 eingeführt.

Die Grundlagen der heutigen Landeskoordinaten wurden vor mehr als 100 Jahren geschaffen. Dieser sogenannte Bezugsrahmen LV03 genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Die neuen Koordinaten basieren auf dem Bezugsrahmen LV95. Der "Nullpunkt" bleibt in Bern. Die alten, 6-stelligen Koordinatenwerte sind neu 7-stellig und haben die Bezeichnung E = 2'600'000 m (Ost) und N = 1'200'000 m (Nord). Höhen bleiben unverändert.

Ausgangspunkt der Kartenprojektion ("Nullpunkt") in Bern erhält neue Koordinaten:

Projektrahmen

Die Umsetzung der neuen Koordinaten im Aargauischen Geografischen Informationssystem AGIS erfolgt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachstellen aus drei Departementen. Ziel ist es, GIS-Daten und -Systeme möglichst zeitnah nach der amtlichen Vermessung des Kantons Aargau umzustellen. Das AGIS Service Center übernimmt die Projektleitung und koordiniert die Umstellung zwischen den Beteiligten des Kantons.

Im Rahmen des Projekts werden die Geodaten und Applikationen der AGIS-Infrastruktur auf den neuen Bezugsrahmen umgestellt. Fachstellen in den Departementen wie auch Aussenstehende (z.B. Gemeinden) sind für die Umstellung ihrer Applikationen und Daten selber verantwortlich sind.

Termin

Die neuen Landeskoordinaten LV95 wurden in der amtlichen Vermessung im Jahr 2016 eingeführt. Die Umstellung aller übrigen im AGIS geführten Geodaten erfolgt Mitte Juni 2017. Die Umstellungsdauer wird so kurz wie möglich gehalten. Der Datenaustausch mit dem AGIS ist nach der Umstellung während einer Übergangsfrist von mindestens zwei Jahren in beiden Bezugsrahmen gewährleistet.

Kosten

Die im Rahmen des Projekts anfallenden Kosten werden vom Departement Finanzen und Ressourcen getragen. Damit sind die Kosten für die Konzeption, Koordination und Kommunikation gedeckt und die personellen und technischen Ressourcen für die Umstellung im AGIS gesichert. Die Finanzierung der Umstellung von Fachdaten und -systemen liegt in der Verantwortung der zuständigen Fachstellen.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist durch den Bezugsrahmenwechsel betroffen?

Der Bezugsrahmenwechsel betrifft alle, die mit Geoinformationen oder Karten arbeiten. Endkunden, die Geoinformationen oder Karten lediglich visuell oder nur lesend konsultieren, sollten sich nicht mit den Hintergründen der Umstellung befassen müssen. Sie dürfen erwarten, dass die von ihnen benutzten Produkte konsistent umgestellt werden. Jene, die mit Geoinformationen in spezialisierten Systemen arbeiten oder solche Systeme betreuen, sollten die Hintergründe des Bezugsrahmenwechsels kennen. Auch Stellen, die Geoinformationen beziehen, selber erstellen, nachführen oder weitergeben, sollten sich vertieft mit dem Thema befassen und die Umstellung organisieren.

Hauptbetroffene der Umstellung sind demnach:

  • Zuständige für Geosysteme/-applikationen
  • Zuständige für Geodaten (Daten mit Geometrie oder mit x/y-Koordinaten in Tabellen)

Warum umstellen?

Mit der Einführung der neuen Koordinaten und des Bezugsrahmenwechsels wird man den Genauigkeitsansprüchen bei hochauflösenden Geodaten gerecht. Zudem wird der Datenaustausch mit Nachbarländern und in globale Systeme (z.B. Google Earth) erleichtert.

Daten mit alten Koordinaten sind nicht kompatibel mit dem neuen Bezugsrahmen und können folglich nicht mit Daten mit neuen Koordinaten kombiniert werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich über die korrekte Datentransformation zu informieren.

Würden die neuen Koordinaten bzw. der neue Bezugsrahmen nicht eingeführt, müssten genauere Vermessungen mit modernen Instrumenten wie GPS immer korrigiert werden, damit sie in den alten, verzerrten Bezugsrahmen passen. Dies würde mehr Zeit und Geld kosten und wäre zudem eine Fehlerquelle.

Wie ist das Vorgehen?

Grundsätzlich ist jede Fachstelle für ihre eigenen Daten, Applikationen und Systeme verantwortlich und organisiert die Umstellung der Koordinaten bzw. des Bezugsrahmens selbständig. Ausnahme bildet die AGIS-Infrastruktur und die darin verwalteten Geodaten. Deren Umstellung wird durch das Projekt "Bezugsrahmenwechsel" im DFR organisiert und mit den beteiligten Fachstellen koordiniert. Bei Koordinationsbedarf oder Fragen steht die Projektleitung zur Verfügung.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zum Thema finden Sie bei der amtlichen Vermessung des Kantons Aargau unter www.ag.ch/LV95