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Aufwände

Der Aufwand der Finanzierungsrechnung stellt den Aufwand der Erfolgsrechnung (ohne Abschreibungen) und den Aufwand der Investitionsrechnung dar.

Entwicklung Aufwand Finanzierungsrechnung 2009–2019 Bild vergrössern
Entwicklung Aufwand Finanzierungsrechnung 2009–2019. © Kanton Aargau

Der Aufwand der Finanzierungsrechnung hat in den letzten zehn Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2019 war er zum ersten Mal seit 2012 rückläufig.

Aufwand der Finanzierungsrechnung 2019 nach Funktion

Mit der funktionalen Gliederung werden alle Aufwände und Erträge der Erfolgsrechnung sowie der Investitionsrechnung einem Aufgabenbereich (Funktion) zugewiesen. Die funktionale Gliederung entspricht jedoch nicht den im Kanton Aargau bekannten Aufgabenbereichen. Sie dient primär der Finanzstatistik und für Vergleiche.

In der folgenden Grafik werden alle Aufwendungen der Erfolgsrechnung (ohne Abschreibungen) sowie Aufwände der Investitionsrechnung, das heisst der Finanzierungsrechnung, nach Funktionen beziehungsweise Aufgabengebieten kategorisiert.

Prozentualer Aufwand der Finanzierungsrechnung nach Aufgaben 2019 Bild vergrössern
Prozentualer Aufwand der Finanzierungsrechnung nach Aufgaben 2019. © Kanton Aargau

Der Bereich Bildung (z. B. Volksschule, Berufsbildung) stellt im Finanzhaushalt des Kantons Aargau im Jahr 2019 mit knapp 1,7 Milliarden Franken oder 30 Prozent des Aufwands die mit Abstand grösste Position dar. An zweiter Stelle folgt mit 1,02 Milliarden Franken beziehungsweise 18 Prozent die Soziale Sicherheit (z. B. Prämienverbilligungen, Ergänzungsleistungen), gefolgt von der Gesundheit (z. B. Spitäler, Kranken- und Pflegeheime) mit 14 Prozent. Weitere grosse Aufgabengebiete sind die Öffentliche Sicherheit, Finanzen und Steuern (v.a. aufgrund der Äufnung der Ausgleichsreserve) sowie der Verkehr.

Aufwand der Erfolgsrechnung 2019 nach Sachgruppen

Die Aufwände der Erfolgsrechnung können auch nach Sachgruppen (Aufwandarten) geordnet werden.

Aufwand der Erfolgsrechnung nach Sachgruppen 2019 Bild vergrössern
Aufwand der Erfolgsrechnung nach Sachgruppen 2019. © Kanton Aargau

Der Transferaufwand stellt mit 45 Prozent die grösste Position dar. Im Jahr 2019 betrug er 2,52 Milliarden Franken. Darunter fallen insbesondere Beiträge an Institutionen (z. B. Spitäler, Hochschulen, Heime und Werkstätten, Verkehrsbetriebe) sowie an Private (z. B. Ergänzungsleistungen, Prämienverbilligung). Die Personalaufwände des Kantons (inkl. Löhne der Lehrpersonen) beliefen sich auf 1,63 Milliarden Franken. Der übrige Aufwand betrug wie bereits im Vorjahr 14 Prozent des Gesamtaufwands. Dies ist insbesondere auf die Einlage in die Ausgleichsreserve zurückzuführen.

Transferaufwand und Personalaufwand pro Kopf

Ein Blick auf die Entwicklung der zwei grössten Aufwandpositionen zeigt, dass diese im Verhältnis zur Bevölkerung seit 2015 relativ stabil geblieben sind. Der Personalaufwand pro Kopf der Bevölkerung ist seit dem Jahr 2015 gar stetig gesunken und verzeichnet erst im Jahr 2019 einen leichten Anstieg auf 2'374 Franken pro Einwohnerin bzw. pro Einwohner.

Transferaufwand und Personalaufwand pro Kopf 2019 Bild vergrössern
Transferaufwand und Personalaufwand pro Kopf 2019. © Kanton Aargau

Investitionsaufwand nach Hauptbereichen

Die Aufwände der Investitionsrechnung können in die wichtigsten Bereiche aufgeteilt werden. Dabei orientiert sich die hier vorgenommene Aufteilung an der Artengliederung der Investitionsrechnung.

Der Investitionsaufwand lag im Jahr 2019 bei 276 Millionen Franken. Davon wurden mit 167,6 Millionen Franken beziehungsweise 61 Prozent am meisten für Investitionen in Bau und Unterhalt von Strassen verwendet. Mit grossem Abstand folgen mit rund 27 Millionen Franken (10 Prozent) Investitionen in Gebäude und Grundstücke.

Investitionsaufwand nach Hauptbereichen 2019 Bild vergrössern
Investitionsaufwand nach Hauptbereichen 2019. © Kanton Aargau

Selbstfinanzierungsgrad

Der Selbstfinanzierungsgrad gibt an, welchen Anteil der Nettoinvestitionen der Kanton aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Bei einem Selbstfinanzierungsgrad von über 100 Prozent werden die Nettoinvestitionen vollständig selbst getragen und Schulden werden abgebaut.

Entwicklung Selbstfinanzierungsgrad 2015–2019 Bild vergrössern
Entwicklung Selbstfinanzierungsgrad 2015–2019. © Kanton Aargau

Ein Blick auf die letzten fünf Jahre zeigt, dass der Selbstfinanzierungsgrad des Kantons Aargau zunächst eher tief war. Im Jahr 2016 führte das stark negative Rechnungsergebnis zu einem Selbstfinanzierungsgrad von lediglich 25,3 Prozent. In den Jahren 2017 und 2018 hingegen trugen zum einen die Erträge aus Sondereffekten und zum anderen ein gegenüber 2016 etwas tieferes Investitionsvolumen zu einem sehr hohen Selbstfinanzierungsgrad bei, was eine vollständige Eigenfinanzierung der Investitionen erlaubte. Im Jahr 2019 ist der Investitionsaufwand gestiegen, doch ermöglichten Mehrerträge wiederum dessen Eigenfinanzierung.

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