Die Sanierung macht Fortschritte

Die Phosphorkonzentration im See gilt als Leitindikator für den Seezustand. Viel Phosphor führt zu übermässigem Algenwachstum. Seit 1980 ist die Phosphorkonzentration im Hallwilersee rückläufig.

Die Abwässer der Aargauer Gemeinden werden seit 1963 unterhalb des Sees gereinigt. Das hatte zu einer vorübergehenden Abnahme des Phosphorgehalts geführt. Die Trendwende erfolgte aber erst mit der Abwassersanierung im Kanton Luzern und dem dadurch verbesserten Zustand des Baldeggersees. Seit 1986 wird die sauerstoffarme Tiefe des Sees belüftet. Zusätzlich wurden 2001 bis 2010 gemeinsam mit dem Kanton Luzern in einem Phosphorprojekt Massnahmen in der Landwirtschaft umgesetzt.

Grafik Phosphorgehalte im Baldegger- und Hallwilersee Bild vergrössern
Zeitlicher Verlauf der Phosphorgehalte im Baldegger- und Hallwilersee (© Kanton Aargau)

Heute werden die Sanierungsziele für einen mässig mit Nährstoffen belasteten See bezüglich Phosphorgehalt und -belastung erreicht. Wegen der verzögerten Reaktion des Ökosystems werden die gewässerbiologischen Ziele erst teilweise erreicht.

Vergleich Sanierungsziele und aktuelle Situation
HallwilerseeSanierungszieleSituation 2016
Phosphorgehalt10–20 Milligramm pro Kubikmeter12 Milligramm pro Kubikmeter
Phosphorbelastung2,5 Tonnen pro Jahrrund 3 Tonnen pro Jahr
Algenproduktionmässig, wenig Burgunderblutalgenweniger Burgunderblutalgen, kaum Algenblüten
Sauerstoffversorgung des Seegrundsnatürlicherweise ausreichend für Überleben von WürmernBelüftung noch erforderlich im Sommer und Winter
Fortpflanzung der FelchenFelcheneier können sich am Sediment entwickelnvereinzelt natürliche Fortpflanzung möglich