Luftreinhaltung bei Feuerungen / Heizungen

Anforderungen an Feuerungsanlagen (Heizungen) betreffend Emissionsbegrenzungen, Kaminhöhe und Emissionsmessungen

Freistehendes Kamin einer grossen Feuerungsanlage
Kamin einer grossen Feuerungsanlage (© Kanton Aargau)

Sauber betriebene Feuerungen leisten einen wesentlichen Beitrag an die Luftqualität und damit an die Erhaltung unserer Gesundheit. In der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) ist festgelegt, dass Feuerungen (Gebäudeheizungen, Industriefeuerungen usw.) alle zwei Jahre kontrolliert oder gemessen werden müssen. Anlagen, die den Anforderungen der LRV nicht bzw. nicht mehr genügen, müssen saniert werden.
Der Neubau, die Einrichtung oder die Änderung von Feuerungsanlagen sind bewilligungs- bzw. meldepflichtig. Die Kamine der Feuerungsanlagen haben neben den Bestimmungen des Brandschutzes auch die Empfehlungen der Luftreinhaltung einzuhalten.

Emissionsbegrenzungen

Die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) legt Emissionsbegrenzungen für alle Anlagen fest. Gemäss Art. 13 LRV ist die Einhaltung der Emissionsbegrenzungen durch die Behörde zu überwachen.

Abnahmemessungen

Die erste lufthygienische Messung oder Kontrolle soll möglichst innert drei, spätestens jedoch innert zwölf Monaten nach Inbetriebnahme der neuen oder sanierten Anlage erfolgen. Die Abnahmemessungen werden in der Regel analog den periodischen Emissionsmessungen für die entsprechenden Feuerungsanlagen durchgeführt.
Die Inbetriebnahme von neuen oder sanierten Anlagen ist der Behörde (je nach Zuständigkeit: Kanton oder Gemeinde) zu melden, damit diese die Abnahmemessung veranlassen kann.

Datenblatt Inbetriebnahme Feuerung/Heizung (RTF, 1 Seite, 1.4 MB)

Kaminhöhe

Damit die Abgase in genügender Höhe über Dach ausgestossen werden und nicht in Bodennähe oder in der näheren Umgebung zu Immissionen/Geruchsbelästigungen führen, ist vor allem die richtige Kaminhöhe entscheidend.
Generell gilt, dass Emissionen (Abgase) möglichst nahe am Ort ihrer Entstehung möglichst vollständig zu erfassen und so abzuleiten sind, dass keine übermässigen Immissionen entstehen. Die Emissionen (Abgase) müssen in der Regel durch Kamine oder Abluftkanäle über Dach ausgestossen werden. Für die Ableitung der Emissionen gelten die Empfehlungen über die Mindesthöhe von Kaminen über Dach bzw. Anhang 6 der LRV für Hochkamine:

Empfehlungen über die Mindesthöhen von Kaminen über Dach (öffnet in einem neuen Fenster)

Im Kanton Aargau ist die Empfehlung über die Mindesthöhe von Kaminen über Dach bindend (Verordnung zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über den Schutz von Umwelt und Gewässer, V EG UWR (SAR 781.211), §43.

Sanierungen

Stationäre Anlagen, die den Anforderungen der LRV nicht entsprechen, müssen saniert werden. Die Behörde erlässt die erforderlichen Verfügungen und legt darin die Sanierungsfrist gemäss Art. 10 LRV fest.

Kontrolle von Oel-, Gas- und Holzfeuerungen

Die LRV fordert, dass Feuerungsanlagen (Gebäudeheizungen, Industriefeuerungen usw.) alle zwei Jahre kontrolliert oder gemessen werden müssen (= periodische Emissionsmessung). Von der Messpflicht ausgenommen sind einzig kleine Holzfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen bis 70 kW (ohne Restholzfeuerungen).

Die Feuerungskontrolle ist in der LRV im Anhang 3 umfassend geregelt. Die LRV legt auch detaillierte Anforderungen an die Feuerungsanlagen (Anhang 4), die Brennstoffe (Anhang 5) und die Kamine (Anhang 6) fest.

Oel- und Gasfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen über 1 MW

Vollzug und Kontrolle

Für die Messung und Kontrolle von Oel- und Gasfeuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung über 1 MW ist der Kanton zuständig. Die zuständige Behörde (Abteilung für Umwelt) legt die Anforderungen an die Messungen fest.

Der Anlagebetreiber muss für die Messung eine im Kanton Aargau berechtigte Messfirma (PDF, 2 Seiten, 98 KB) beauftragen. Bei der Durchführung von Messungen an stationären Anlagen sind die Emissions-Messempfehlungen (öffnet in einem neuen Fenster) zu beachten.

Können die in der LRV festgelegten Emissionsgrenzwerte nicht eingehalten werden, ist die Anlage zu sanieren oder stillzulegen.

Oel- und Gasfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen bis 1 MW

Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung bis 1 MW, die mit Heizöl "extra leicht" oder Gas betrieben werden, müssen alle zwei Jahre überprüft werden. Die Eigentümerinnen und Eigentümer werden von der örtlichen Feuerungskontrollstelle entsprechend orientiert und aufgefordert, die Messungen durchführen zu lassen.

Die Eigentümerinnen und Eigentümer können selbst entscheiden, ob sie ihren Heizkessel durch den amtlichen Feuerungskontrollierenden der Gemeinde oder durch das Servicegewerbe überprüfen lassen wollen. Das Servicegewerbe hat die Möglichkeit, im Rahmen der Servicearbeiten gleichzeitig die Feuerungskontrolle durchzuführen.

Berechtigte Feuerungskontrollierende

Die folgenden Listen bieten Ihnen eine Übersicht über die berechtigten Feuerungskontrollierenden im Kanton Aargau:

Vollzug und Kontrolle

Für die Durchführung der Messungen gelten die Empfehlungen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU):

Empfehlungen zur Messung der Abgase von Feuerungen für Heizöl „Extra leicht“ oder Gas (PDF, 38 Seiten, 607 KB) (öffnet in einem neuen Fenster)

Beanstandete Anlagen müssen innerhalb 30 Tagen durch das Servicegewerbe einreguliert werden. Falls eine Einregulierung nicht möglich ist, muss die Anlage saniert werden. Die zuständige Behörde legt, gemäss Art. 8 und 10 LRV, eine Sanierungsfrist fest.

Weisung zur Kontrolle der Öl- und Gasfeuerungen in den Gemeinden des Kantons Aargau (PDF, 14 Seiten, 3.9 MB)

Kontrolle von Holzfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen über 70kW resp. Restholzfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen über 40kW

Vollzug und Kontrolle

Für die Messung und Kontrolle der Holzfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen über 70kW sowie der Restholzfeuerungen über 40kW ist der Kanton zuständig. Die zuständige Behörde (Abteilung für Umwelt) legt die Anforderungen an die Messungen fest.

Der Anlagebetreiber kann für die Messung eine im Kanton Aargau berechtigte Messfirma beauftragen. Bei der Durchführung von Messungen an stationären Anlagen sind die Emissions-Messempfehlungen (öffnet in einem neuen Fenster) zu beachten.

Werden die in der Luftreinhalte-Verordnung festgelegten Emissionsgrenzwerte nicht eingehalten, muss die Anlage saniert oder still gelegt werden.

Hinweis zur Abnahmemessung

Holzfeuerungen müssen, wenn möglich, in zwei Leistungsbereichen gemessen werden, nämlich bei ca. 30 – 50 % und bei mehr als 70 %.

Hinweis zur periodischen Emissionsmessung

Die Messung sollte in dem Leistungsbereich erfolgen, in welchem die meisten Betriebsstunden ausgewiesen werden.

Datenblatt Holzfeuerung (RTF, 1 Seite, 1.4 MB)

Holzfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen bis 70 kW (ohne Restholzfeuerungen)

Von der Messpflicht ausgenommen sind kleine Holzfeuerungen mit Feuerungswärmeleistungen bis 70 kW (ohne Restholzfeuerungen). Die Feuerungen sind jedoch regelmässig zu kontrollieren.

Die Kontrolle von kleinen Holzfeuerungen soll dazu beitragen, neben der Belastung unserer Luft auch die häufig massiven Rauch- und Geruchsbelästigungen zu verhindern. Wer eine Holzfeuerung richtig bedient, feuert mit trockenem, naturbelassenem Holz (Waldholz) in einem nicht übermässig gefüllten Feuerraum und mit stetig heisser Flamme. Bei guten Feuerungsanlagen ergibt sich so ein weisses Rauchbild (kein grauer Rauch, sondern weisser Wasserdampf). Die Öfen müssen richtig konstruiert sein sowie richtig unterhalten und beschickt werden.

Feuern mit Holz - gewusst wie (PDF, 7 Seiten, 799 KB)

Vollzug und Kontrolle

Im Kanton Aargau obliegt die Kontrolle der kleinen Holzfeuerungen den Gemeinden. Die Gemeinden können für die Holzfeuerungskontrolle entsprechend ausgebildete Holzfeuerungskontrollierende beauftragen. Diese müssen über eine entsprechende Ausbildung verfügen und im Besitz des Kompetenzausweises sein.

Weisung zur Kontrolle der kleinen Holzfeuerungen bis 70 kW in den Gemeinden des Kantons Aargau (PDF, 5 Seiten, 89 KB)

Informationen für Feuerungskontrollierende

Im Kanton Aargau sind nur Feuerungskontrollierende zugelassen, die eine entsprechende Ausbildung absolviert haben. Von der Gemeinde gewählte amtliche Feuerungskontrollierende müssen folgende Ausbildung vorweisen können:

Feuerungskontrollierende
BerufsanforderungAusbildung und SMZ Module
Feuerungskontrolleur/in mit eidg. Fachausweis (FK)Fachausbildung und Prüfung als FK
Feuerungskontrolleur/in mit Fachausweis der ARPEA (Westschweiz)Branchengerechte Fachausbildung sowie Prüfung

Feuerungskontrollierende, die berechtigt sind, im Rahmen von Servicearbeiten Feuerungskontrollen durchzuführen, müssen folgende Ausbildung vorweisen können:

Feuerungskontrollierende, Servicearbeiten
BerufsanforderungAusbildung und SMZ Module
Dipl. Fachfrau/-mann für Wärme und Feuerungstechnik (FWF)Fachausbildung und Prüfung als FWF
Feuerungsfachfrau/-mann mit eidg. Fachausweis (FF)Fachausbildung und Prüfung als FF sowie Modul MT2
Eidg. Dipl. Kaminfegermeister/-in (KFM)Fachausbildung und Prüfung als KFM sowie Modul MT2
Servicemonteur/-in, Kaminfeger/-in und ähnliche BerufeModule At1 + MT1 + MT2

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