Physikalischer Bodenschutz

Der physikalische Bodenschutz hat zum Ziel, den Boden vor Schäden durch physikalische Belastungen zu schützen. Zu den physikalischen Belastungen zählen zum Beispiel Verdichtung und Erosion, aber auch Überschüttungen bei Terrainveränderungen und Zwischenlagerung von Boden bei Rekultivierungen.

 Das Bild zeigt, wie Wasser im Boden versickert und hauptsächlich durch Regenwurmgänge (eingefärbt) den Weg in die Tiefe findet.
Bodenprofil mit Regenwurmgängen (© Kanton Aargau)

Der Boden ist ein System aus festen Bestandteilen und Poren. Ein Boden, der alle seine Funktionen erfüllen kann, hat verschiedene Poren. Durch die Grobporen versickert das Wasser rasch in den Untergrund. Das Wasser in den mittleren und gröberen Feinporen steht den Pflanzen zur Verfügung. In den Feinporen steckt ein Rest Wasser, der kaum genutzt werden kann.

Werden durch Befahren mit zu schweren Maschinen die Poren zerstört oder durch Bewegen des Bodens die Porenverbindungen unterbrochen, kann das Wasser nicht versickern und keine Luft in den Boden eindringen. In der Folge wachsen die Pflanzen schlechter, Wasser bleibt an der Oberfläche liegen und der Boden verschlämmt.

Foto mit stehendem Wasser in Fahrspuren.
Wird Boden bei nassen Bedingungen befahren, wird er verdichtet und Oberflächenwasser kann nicht mehr versickern. Der Porenraum ist in diesem Bereich massiv geschädigt und das Gras sprichwörtlich ersoffen. (© Kanton Aargau)

Boden und Bauen

Massnahmen zum physikalischen Bodenschutz sind bei allen Bauvorhaben zu treffen. Beispiele für den physikalischen Bodenschutz sind:

Für die Umsetzung der verschiedenen Bodenschutzmassnahmen hat sich der Einsatz einer bodenkundlichen Baubegleitung (öffnet in einem neuen Fenster) bewährt.

Weitere Informationen zum Bodenschutz beim Bauen finden Sie im Leitfaden Umwelt Bodenschutz beim Bauen (PDF, 85 Seiten, 2 MB) (öffnet in einem neuen Fenster) des Bundesamts für Umwelt oder auf der Internetseite Bodenschutz lohnt sich! (öffnet in einem neuen Fenster)

Transportpisten und Installationsplätze

Ziel bei jedem Bauvorhaben muss sein, die betroffenen Bodenflächen so klein wie möglich zu halten und den Bodenabtrag auf das für die Umsetzung des Projekts absolute Minimum zu beschränken, denn der beste Bodenschutz besteht immer darin, jegliches Befahren und Abtragen zu vermeiden.

Gemäss der guten, bodenschonenden Baustellenpraxis wird versucht, möglichst viele bestehende Zufahrtswege zu benützen sowie bereits versiegelte Flächen als Zwischenlager und Bauinstallationsplätze zu verwenden. Mit Baupisten kann man Lasten verteilen und die Bodenverdichtung verringern. Beim Anlegen solcher Pisten stellen sich in der Regel Fragen zur Materialwahl, zu den Abmessungen (Dicke und Breite) sowie zum Unterhalt. Die Kies-Baupiste aus ungebundenem Gemisch 0/45 wird momentan als die am besten geeignete Lösung für fast alle Boden- und Baustellentypen betrachtet. Der Aufbau dieser provisorischen Installationen auf dem gewachsenen, begrünten Oberboden kann jeweils erst erfolgen, wenn die Böden genügend abgetrocknet sind.

Zwischenlager von Boden und Aushub

Die Zwischenlager von abgetragenem Ober- und Unterboden sowie von Aushubmaterial sind direkt auf dem gewachsenen und begrünten Oberboden anzulegen. Gerade bei der Zwischenlagerung von Aushubmaterial kann ein Geotextil zur Trennung verwendet werden. Bei sorgfältiger Arbeitsweise können die Zwischenlager ohne Spuren und Rückstände auf den Zwischenlagerflächen wieder aufgehoben werden. Stark belastetes Bodenmaterial, das etwa bei der Sanierung von Kugelfängen und Schiessanlagen anfällt, muss auf befestigten, undurchlässigen Lagerflächen zwischengelagert werden, sodass sich die Belastung nicht weiter ausdehnen kann.

Physikalischer Bodenschutz im Wald

Bodenschutz im Wald ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Die Abteilung Wald unterstützt die Förster bei ihren Anstrengungen auf diesem Gebiet.

Holz ist ein lokal nachwachsender Rohstoff. Um diese wertvolle Ressource effizient, sicher und bestandesschonend zu nutzen, werden wenn möglich moderne Forstmaschinen eingesetzt. Mit einer guten Planung und Durchführung des Einsatzes und der richtigen Maschine zum richtigen Zeitpunkt arbeiten solche Forstfahrzeuge bodenschonend. Sie bergen aber immer auch ein Risiko für Verdichtungen des Bodens.

Verdichtungen verschlechtern den Luft- und Wassertransport im Boden, beeinträchtigen dadurch den Boden als Lebensraum und vermindern das Pflanzenwachstum. Tiefe Spuren stören das Waldbild und erschweren zukünftige Befahrungen. Deshalb wird bei der Waldbewirtschaftung darauf geachtet, den Boden so wenig wie nötig und so schonend wie möglich zu befahren. Flächiges Befahren des Waldbodens muss auf jeden Fall vermieden werden.

Informationen zum physikalischen Bodenschutz im Wald finden Sie auf der Seite der Abteilung Wald zum Bodenschutz im Wald.

Mehr zum Thema

Wie werden Transportpisten und Zwischenlager erstellt? Artikel UMWELT AARGAU, Nr. 75, September 2017 (PDF, 4 Seiten, 809 KB)

Bodenschutz lohnt sich! Ein gemeinsamer Internetauftritt der Bodenschutzfachstellen der Schweiz und des BAFU. (öffnet in einem neuen Fenster)

Arbeitshilfe mit 5 Beilagen, Kantonale Bodenschutzfachstellen:

Merkblatt der Kantone AG, BE, BL, LU und SO:

Merkblatt der Kantone AG, BE, BL, FR, LU und SO:

Bodenschutz im Wald