Littering

Littering bezeichnet das Wegwerfen oder Liegenlassen kleiner Mengen Siedlungsabfall, ohne dabei die bereitstehenden Entsorgungsstellen zu nutzen. Littering geschieht aus Bequemlichkeit, Nachlässigkeit oder mangelndem Problembewusstsein und nicht, um die Entsorgungskosten zu sparen. Dies im Unterschied zum illegalen Deponieren von Abfällen, das vorsätzlich erfolgt, um die Kosten für die Entsorgung der Abfälle zu sparen.

Kosten von Littering

Das Aufräumen der achtlos weggeworfenen Abfälle führt bei den kantonalen Unterhaltsdiensten, bei Gemeinden, aber auch bei privaten Organisationen zu einem erhöhten Reinigungsaufwand. Laut einer 2011 veröffentlichten Studie des Bundesamts für Umwelt beträgt dieser jährliche Mehraufwand für die Reinigung der öffentlichen Räume schweizweit rund 150 Millionen Franken. Weitere 50 Millionen Franken Zusatzkosten entstehen beim öffentlichen Verkehr. Beim Aargauer Strassenunterhaltsdienst führt das Littering jedes Jahr zu einem zusätzlichen Reinigungsaufwand von zirka 12’000 bis 13’000 Arbeitsstunden, was Mehrkosten von über einer Million Franken bedeutet.

Auch Nutztiere sind vom Littering betroffen. So werden weggeworfene Aludosen und Kunststoffflaschen beim Mähen kleingeschnitten. Die kleinen Teile werden dann von den Nutztieren mit der Nahrung aufgenommen, was zu inneren Verletzungen und im schlimmsten Fall zum Tod der Tiere führen kann. Genaue Zahlen zu den finanziellen Auswirkungen hiervon sind nicht bekannt. Es ist aber unbestritten, dass neben dem Leiden der Tiere und der emotionalen Belastung der betroffenen Tierhalter, den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben erhebliche Kosten durch Leistungsausfälle der Nutztiere, Arztkosten oder durch den Tod der Tiere entstehen.

Ökologische Auswirkungen

Auch Wildtiere sind vom Littering betroffen. Sie können sich an scharfkantigen Abfällen verletzen, sich in gewissen Abfällen verheddern oder sie fressen die Abfälle aus Kunststoff. Dies kann die Tiere stark beeinträchtigen oder sogar zum Tod der Tiere führen.

Durch das Littering gelangen schlecht abbaubare Materialien und Schadstoffe in die Umwelt. Zudem werden einmal gelitterte Materialien auch dem Stoffkreislauf entzogen und können somit nicht wiederverwertet werden.

Was tun gegen Littering?

Es gibt kein Patentrezept gegen Littering respektive das achtlose Wegwerfen von Abfällen im öffentlichen Raum oder in der Natur. Offensichtlich geht es darum, jene Menschen zu sensibilisieren und zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, welche die Abfälle achtlos wegwerfen. Je nach Situation können unterschiedliche Massnahmen mehr oder weniger geeignet sein, um das Littering zu bekämpfen.

Eine gute Zusammenstellung von möglichen Massnahmen finden Sie in der Littering-Toolbox (öffnet in einem neuen Fenster). Eine sehr umfassende und detaillierte Übersicht zu Anti-Littering-Massnahmen für verschiedene Standorte und Situationen (inkl. Angaben zu Wirkungsebenen & Wirkungsstufen) finden Sie weiter im Handbuch Littering (öffnet in einem neuen Fenster) (seecon GmbH, 2008).

Beispiele aus Gemeinden über umgesetzte Massnahmen

In der Littering-Toolbox (öffnet in einem neuen Fenster) werden Informationen zu verschiedenen typischen Littering-Hotspots zur Verfügung gestellt. Es gibt Informationen zu den typischen Problemen, den möglichen Massnahmen und Ursachen. Weiter werden Beispiele von durch Gemeinden und Vereinen umgesetzten Anti-Littering-Massnahmen in den verschiedenen typischen Hotspots gesammelt und publiziert.

Sie überlegen sich, eine Aktion gegen Littering zu starten und sind auf der Suche nach Informationen und Erfahrungen? In diesem Fall ist die Littering-Toolbox der richtige Ort, um aus erster Hand von anderen Gemeinden oder Vereinen Ideen und Erfahrungen abzuholen.

Haben Sie gerade eine Littering-Aktion gestartet oder abgeschlossen? Melden Sie diese der Littering-Toolbox, damit andere Gemeinden von Ihren Erfahrungen profitieren können.

Aktuelles

Clean-Up-Day

Am 8. und 9. September 2017 fand der fünfte Clean-Up-Day statt. Informationen und Impressionen unter www.clean-up-day.ch (öffnet in einem neuen Fenster).

No-Littering-Label

Die IG saubere Umwelt vergibt neu das No-Littering-Label, das sauberkeitsbewusste Städte, Gemeinden und Schulen kennzeichnet. Unterstützt wird die neue Massnahme vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und von der Organisation Kommunale Infrastruktur (OKI). Weitere Informationen und Bewerbung für das No-Littering-Label unter www.no-littering.ch (öffnet in einem neuen Fenster).

Dokumente und Artikel

Artikel UMWELT AARGAU

Gemeindeseminar Littering 2015

Gemeindeseminar Littering 2014

Im Mai 2014 führte die Abteilung für Umwelt ein Gemeindeseminar zum Thema Littering durch. Ziel war es, den Austausch zwischen den Gemeinden zu fördern und verschiedene Hilfsmittel vorzustellen, welche die Gemeinden bei ihrer Arbeit unterstützten können. Mehr erfahren Sie in der Zusammenfassung: Zusammenfassung des Gemeindeseminars 2014 (PDF, 3 Seiten, 27 KB)

Sauberes Fricktal

Das Projekt "Sauberes Fricktal" wurde 2010 vom Planungsverband Fricktal Regio initiiert. Grundlage ist ein langfristig angelegtes Konzept, bei welchem alle Gemeinden aus dem Fricktal eingeladen werden, an der jährlichen Aktion teilzunehmen. Im Rahmen des Projekts "Sauberes Fricktal" wurden durch das U-Büro verschiedene Checklisten erarbeitet, welche die Gemeinden bei der Planung von eigenen Aktionen unterstützen sollen. Bisher sind Checklisten zu folgenden Themen verfügbar:

Saubi@surbtal

Die sympathische Symbolfigur "Saubi" steht für eine saubere Umwelt. Die Bildsprache basiert auf einem Kübel. Das Image (der Jugendkultur entsprechend) vermittelt eingängig und sinnlich die Thematik.

Aus den verschiedenen Projekten sind verschiedene Hilfsmittel entstanden, die zu den Themen Präsenz markieren, Engagement auslösen und Interaktion fördern praktische Tipps, handfeste Werkzeuge und Kommunikationsunterlagen liefern. Die Tools sind sofort einsetzbar. Die verschiedenen Botschaftsträger können auf die Gemeinde, Stadt oder Region individuell angepasst werden. Beispiele: saubi@surbtal, saubi@aargau, saubi@wettingen usw.

Angesprochen sind Bauämter und Gemeinden, die sich kosteneffizient einem erfolgreichen Projekt anhängen und so von einem gemeinsamen Image profitieren möchten.

Aktuelle Informationen sind auf der Facebook-Seite (öffnet in einem neuen Fenster) von "Saubi" zu finden oder bei Susanne Holthuizen, Pimento communications GmbH (öffnet in einem neuen Fenster), Vogelsangstrasse 30a, 5426 Lengnau zu erfahren.

Wir räumen auf!

Wohlen packte das Litteringproblem mit dem Projekt «Wir räumen auf!» an. Ziel des Projekts im Jahr 2010 und 2011 war es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und eine Grundlage für ein «Massnahmenkonzept Littering» zu erarbeiten. Schülerinnen und Schüler drehten zudem mit professioneller Unterstützung einen Film rund ums Thema Littering, in welchem verschiedene Akteure – zum Beispiel lokale Politiker, Passanten, Jugendliche oder Vertreter aus der Schule – zu Wort kamen. Weitere Informationen dazu unter http://www.wohlen.peopletalk.ch (öffnet in einem neuen Fenster).