Prüfperimeter Bodenaushub

Anfallender Bodenaushub bei Bauprojekten kann oft nicht wieder am Entnahmeort selbst verwendet, sondern muss abgeführt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass schadstoffbelasteter Boden unkontrolliert verteilt und so bis anhin unbelasteter Boden verunreinigt wird. Der Boden kann durch diffuse Stoffeinträge aus der Luft, durch Einträge in der Nähe von Schiessanlagen oder entlang von Verkehrsträgern chemisch belastet sein. Solche Belastungen sind über den ganzen Kanton verteilt, schwergewichtig jedoch in den Kernbereichen der Siedlungsgebiete.

Die Wegleitung Bodenaushub (öffnet in einem neuen Fenster) zeigt auf, wie ausgehobener Boden beurteilt und verwertet werden kann und wann er als Abfall entsorgt werden muss.

Für einen einfachen und einheitlichen Vollzug dieser Wegleitung stellt der Prüfperimeter Bodenaushub den Behörden (Kanton und Gemeinden) oder anderen mit Bauprojekten konfrontierten Stellen ein Instrument bereit. Der Prüfperimeter Bodenaushub dient als Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit mutmasslich belastetem Bodenaushub. Er wird periodisch nachgeführt und angepasst.

Folgende Verdachtsflächen sind im Prüfperimeter Bodenaushub berücksichtigt:

  • Teile grösserer Siedlungsgebiete (Altbaugebiete, Industrie und Gewerbezonen)
  • Streifen entlang von Strassen und Eisenbahnlinien
  • Teile von Schiessanlagen und Schiessplätzen
  • Familiengärten, Rebbaugebiete, Hopfenanbaugebiete
  • bekannte Belastungen aus Untersuchungen (Verweis auf Bezug der Resultate bei der Abteilung für Umwelt)
  • Umgebung von korrosionsgeschützten Metallkonstruktionen

Zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden:

  • Gärtnereien
  • geogen belastete Flächen

Zu jeder Fläche wird die Ausdehnung der vermuteten Belastung angegeben und die primär zu erwartenden Schadstoffe aufgeführt.

Der Prüfperimeter Bodenaushub hat nichts mit dem Kataster der belasteten Standorte (KBS) nach Altlastenverordnung zu tun. Bauprojekte auf Flächen, die im KBS eingetragen sind, werden nach Altlastenrecht beurteilt. Der Prüfperimeter Bodenaushub stellt lediglich eine Hinweiskarte dar, d.h. er hat keine rechtliche Verbindlichkeit und daher rein informativen Charakter. Die erhobenen Flächen sind nicht parzellenscharf.

Ablauf

Befindet sich das geplante Bauvorhaben innerhalb einer Verdachtsfläche des Prüfperimeters Bodenaushub und wird anfallender Bodenaushub abgeführt, ist eine Beprobung des Bodens notwendig. Die Verwertung respektive Entsorgung richtet sich nach der Wegleitung Bodenaushub.

Bei der Beurteilung von Baugesuchen können die folgenden Textbausteine verwendet werden: Textbausteine Prüfperimeter Bodenaushub (RTF, 2 Seiten, 290 KB)

Rechtliche Grundlagen