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Zustand Fliessgewässer

Die Abteilung für Umwelt (AfU) überwacht die Wasserqualität der Aargauer Fliessgewässer mit folgenden Zielen:

  • Gewässerzustand mit chemischen und biologischen Indikatoren beurteilen
  • nachteilige Entwicklungen frühzeitig erkennen
  • Verbesserungsmassnahmen auslösen und überprüfen
  • die Öffentlichkeit über den Zustand und die Entwicklung der Gewässerqualität informieren

Ziel eines umfassenden Gewässerschutzes ist nicht nur das Verhindern von Verunreinigungen. Die Gewässerschutzgesetzgebung (GSchG) (öffnet in einem neuen Fenster) nimmt die Gewässer heute auch als Lebensraum von Pflanzen und Tieren wahr. Sie setzt nebst numerischen Anforderungen für verschiedene Stoffe auch ökologische Ziele und stellt biologische Anforderungen an die Wasserqualität. In verschiedenen Überwachungsprogrammen wird die Gewässerqualität mit biologischen und chemischen Methoden beurteilt. Mit den chemischen Methoden werden hauptsächlich Nährstoffe, organische Belastungen sowie organische Spurenstoffe (Mikroverunreinigungen wie Pestizide, Medikamentenrückstände, Industriechemikalien und deren Abbauprodukte) gemessen, welche in sehr geringen Konzentrationen im Gewässer vorkommen und Wasserlebewesen beeinträchtigen können. Mit biologischen Methoden wird mit der Artenzusammensetzung und Häufigkeit von Kieselalgen und wirbellosen Kleintieren die Gewässerqualität beurteilt.

Vielfältige Lebensgemeinschaften der Wassertiere brauchen eine gute Wasserqualität und möglichst natürliche Bach- oder Flussläufe. Besonders die Wasserinsekten leiden seit Jahrzehnten unter der Belastung der Gewässer und den fehlenden Lebensräumen. In jüngster Vergangenheit wurde wiederholt gezeigt, dass viele Arten verschwinden und auch die Individuenzahlen stark zurückgehen. Da die Wasserinsekten einen wichtigen Platz im ökologischen Gesamtsystem einnehmen (Abbau von organischem Material, Futter für Fische, Vögel und andere Tiere, Strukturierung der Lebensräume), ist diese Entwicklung alarmierend.

Im Langzeit-Monitoring werden die mittleren und grösseren Fliessgewässer über Jahre regelmässig mit chemischen und biologischen Indikatoren untersucht. Im regionalen Monitoring werden auch kleinere Gewässer in einem 10-Jahres-Turnus mit analogen Indikatoren untersucht. Dadurch ist eine zeitlich und räumlich aufgelöste Überwachung sichergestellt. Die biologischen Untersuchungen der grossen Flüsse Aare, Reuss, Limmat und Rhein werden in Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen durchgeführt..

Bei Gewässerverschmutzungen und festgestellten Belastungen wird mit biologischen und chemischen Methoden das Ausmass abgeschätzt, die Ursache ermittelt und die Quelle identifiziert. Dabei unterstützt das Labor der AfU entsprechende Abklärungen mit der Analyse sichergestellter Proben.