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Auswirkungen von Lichtverschmutzung

Über Millionen von Jahren hat sich die Natur an einen natürlichen Tag-Nacht Rhythmus angepasst. Gewisse Organismen haben sich auf ein Leben in der Nacht spezialisiert, andere auf ein Leben am Tag. Der Wechsel von hell und dunkel steuert dabei ihre Ruhe- und Aktivitätsphasen sowie Wachstum und Reproduktion. Doch auch zahlreiche Körperfunktionen des Menschen richten sich nach dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Kunstlicht verändert unsere Nachtlandschaft und beeinflusst den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus von Menschen, Tieren und Pflanzen mit noch weitaus unerforschten Folgen.

Für Menschen kann sich Licht zur falschen Zeit und am falschen Ort negativ auf die Gesundheit auswirken. Die innere Uhr des menschlichen Körpers ist eng mit dem tageszeitlichen Wechsel von hell und dunkel verknüpft. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Hormon Melatonin, das nur in der Dunkelheit produziert wird. Melatonin reguliert den Schlaf-Wach-Zyklus, regt unser Immunsystem an und steuert die Produktion anderer Hormone. Wird die Produktion von Melatonin durch übermässige nächtliche Beleuchtung gestört, führt dies zu Schlafstörungen und beeinträchtigt somit die menschliche Gesundheit.

Pflanzen an stark beleuchteten Orten blühen früher als normal, womit sie dem Frost zum Opfer fallen können.

Nachtaktive Insekten werden von Kunstlicht angezogen. Untersuchungen haben gezeigt, dass an einer Strassenlaterne nachts bis zu 150 Insekten sterben. An den Schweizer Strassenlampen sterben somit jedes Jahr über sieben Milliarden Insekten. Diese fehlen dann Vögeln und Fledermäusen als Nahrung.

Fledermäuse fliegen bei einer Beleuchtung ihrer Schlaf- und Jungenaufzuchtquartiere später oder gar nicht zur nächtlichen Jagd aus, was zum Tod der Jungtiere und langfristig zum Verlassen des Quartiers führen kann.

Zwei Drittel der Zugvögel begeben sich nachts auf den Vogelzug und orientieren sich unter anderem an den Sternen. Kunstlicht beeinträchtigt die Orientierung von Zugvögeln. Sie werden von Lichtglocken über Siedlungen angelockt, wo sie stundenlang kreisen und am Morgen stark entkräftet sind. Orientierungslos können sie auch in hell erleuchtete Gebäude fliegen, werden verletzt oder kommen zu Tode.

Kunstlicht verändert unsere Nachtlandschaft. Die meisten Menschen in Westeuropa sehen an ihrem Wohnort nie einen wirklich dunklen Sternenhimmel. Damit geht eine jahrtausendealte Inspirationsquelle der Menschheit verloren. Zudem erschwert die Aufhellung des Nachthimmels wissenschaftliche Untersuchungen des Weltalls.

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