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Prüfperimeter Bodenaushub & chemischer Bodenschutz

Schadstoffe gelangen über die Luft (z.B. durch Industrie oder Verkehr) oder durch Hilfsstoffe wie Dünger und Pflanzenschutzmittel in die Böden. Schadstoffe bleiben über lange Zeit im Boden und widerspiegeln die Umweltsünden vergangener Zeiten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Verschmutzungen gar nicht erst entstehen. Belasteter Boden darf nicht unkontrolliert verlagert, sondern muss allenfalls entsorgt werden. Als Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit mutmasslich belastetem Bodenaushub dient der Prüfperimeter Bodenaushub.

Chemischer Bodenschutz

Die grafische Darstellung visualisiert das Bodenschutzkonzept Schweiz. Bild vergrössern
Grafische Darstellung des chemsichen Bodenschutzkonzepts der Schweiz

Der Inhalt der Grafik zum chemischen Bodenschutzkonzept der Schweiz ist in diesem Abschnitt vollständig ausformuliert.

In der Verordnung über Belastungen des Bodens sind mit zunehmender Bodenbelastung für unterschiedliche Schadstoffe Richt-, Prüf- und Sanierungswerte festgelegt.

Die Richtwerte geben die Belastung an, bei deren Überschreitung die Fruchtbarkeit des Bodens langfristig nicht mehr gewährleistet ist. Eine unmittelbare Gefährdung von Mensch und Umwelt besteht nicht. Wenn der Richtwert überschritten ist oder wenn die Bodenbelastung deutlich ansteigt, dann ergreifen die Kantone Massnahmen, um die Belastungsquellen zu stoppen.

Ist der Prüfwert überschritten, muss abgeklärt werden, ob die Belastung eine konkrete Gefährdung für Mensch, Tiere und Pflanzen darstellt. Bei konkreter Gefährdung schränken die Behörden die Nutzung des Bodens ein.

Bei einer Überschreitung des Sanierungswertes ist eine konkrete Gefährdungssituation gegeben. Die Kantone verbieten die davon betroffene Nutzung oder leiten eine Sanierung in Form einer Dekontamination ein.

Prüfperimeter Bodenaushub

Anfallender Bodenaushub bei Bauprojekten kann oft nicht wieder am Entnahmeort selbst verwendet, sondern muss abgeführt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass schadstoffbelasteter Boden unkontrolliert verteilt und so bis anhin unbelasteter Boden verunreinigt wird. Der Boden kann durch diffuse Stoffeinträge aus der Luft, durch Einträge in der Nähe von Schiessanlagen oder entlang von Verkehrsträgern chemisch belastet sein. Solche Belastungen sind über den ganzen Kanton verteilt, schwergewichtig jedoch in den Kernbereichen der Siedlungsgebiete.

Die Wegleitung Bodenaushub (öffnet in einem neuen Fenster) zeigt auf, wie ausgehobener Boden beurteilt und verwertet werden kann und wann er als Abfall entsorgt werden muss.

Für einen einfachen und einheitlichen Vollzug dieser Wegleitung stellt der Prüfperimeter Bodenaushub den Behörden (Kanton und Gemeinden) oder anderen mit Bauprojekten konfrontierten Stellen ein Instrument bereit. Der Prüfperimeter Bodenaushub dient als Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit mutmasslich belastetem Bodenaushub. Er wird periodisch nachgeführt und angepasst.

Zu den vier nachfolgenden Verdachtsflächen im Prüfperimeter Bodenaushub finden Sie hier weitere, zusätzliche Informationen:

Teile von Schiessanlagen und Schiessplätzen

Durch jahrzehntelangen Schiessbetrieb gelangen grosse Mengen an Schwermetallen – hauptsächlich Blei und Antimon – in die Böden. Vor allem Bereiche um den Kugelfang und vor dem Schützenhaus sind stark belastet. Über die Pflanzen können diese Schadstoffe direkt oder indirekt in die Nahrungskette gelangen.

Zielgebiet einer 300 Meter Schiessanlage. Im Hintergrund sind die Zielscheiben zu sehen.
Kugelfänge sind stark mit Blei belastet. (© Kanton Aargau)

Die Abteilung für Umwelt hat in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Laboratorium eigene Untersuchungen durchgeführt. Aus den Ergebnissen und unter Berücksichtigung der Bundeswegleitung ist das Merkblatt "Schwermetallbelastung bei Schiessanlagen" entstanden. Sämtliche notwendigen Massnahmen werden darin erläutert:

Merkblatt Schwermetallbelastung bei Schiessanlagen (PDF, 6 Seiten, 391 KB)

Schiessanlagenuntersuchungen

Im Kanton Aargau gibt es über 260 Schiessanlagen. Zum Teil sind sie schon lange stillgelegt, das Blei ist jedoch nach wie vor im Boden vorhanden. Viele Schiessanlagen wurden in letzter Zeit / werden saniert bzw. dekontaminiert.

Sondernummer UMWELT AARGAU mit Ergebnissen der Schiessanlagenuntersuchungen (PDF, 18 Seiten, 327 KB)

Mehr zum Thema

Streifen entlang von Strassen

Die Böden entlang vielbefahrener Strassen können stark mit Schadstoffen belastet sein. Beim Strassenunterhalt und bei Bauvorhaben kann solches Bodenmaterial anfallen. Je nach Belastung kann es wieder verwertet oder umweltgerecht entsorgt werden.

Eine Strasse mit Strassenrand und der Bodenschutzzone.
Bodenschutz entlang von Strassen (© Kanton Aargau)

In zwei aufeinander abgestimmten Untersuchungen in den Kantonen Aargau und Basel-Landschaft wurden von 57 verschiedenen Strassenabschnitten insgesamt 132 Bodenproben genommen und auf die relevantesten Schadstoffe untersucht. Die Ergebnisse sind im Synthesebericht zusammengefasst:

Schadstoffe in Böden aus dem Strassenrandbereich (PDF, 9 Seiten, 66 KB)

Familiengärten

Ein Garten mit Gemüseanbau.
Gartenböden sind oft mit verschiedenen Stoffen belastet. (© Kanton Aargau)

Im Kanton Aargau gibt es über hundert Familiengartenareale. Viele Gartenböden sind mit Nährstoffen überversorgt. Sie können auch erhöhte Gehalte an Schwermetallen oder organischen Schadstoffen aufweisen. Die Ursache liegt meist in einer jahrelangen unsachgemässen Nutzung. Das nachstehende Merkblatt gibt Ihnen gute Tipps, damit das Gärtnern auch dem Boden Spass macht:

Umgebung von korrosionsgeschützten Metallkonstruktionen

Die 4 Sockel des Stahlmastes sind zu sehen. Diese sind in den Ecken des quadratischen Fundaments angeordet.
Freigelegtes Fundament eines korrosionsgeschützten Stahlmasten. (© Kanton Aargau)

Damit Stahlobjekte (zum Beispiel Brücken oder Freileitungsmasten) im Freien nicht rosten, werden diese mit geeigneten Massnahmen vor dieser Gefahr geschützt. Oft werden Stahlobjekte feuerverzinkt oder sie wurden mit Bleimennigen angestrichen. Die Beschichtungen benötigen Unterhaltsarbeiten und müssen ausgebessert oder erneuert werden. Dabei gelangen in der Schutzschicht enthaltene Schadstoffe in die Umwelt. Umliegende Böden werden dadurch teilweise erheblich belastet.

Beim Neu- oder Abbau solcher Stahlobjekte kann der Boden auch durch physikalische Beeinträchtigungen geschädigt werden.

Mehr zum Thema

Folgende Verdachtsflächen sind ebenfalls im Prüfperimter Bodenaushub enthalten:

  • Teile grösserer Siedlungsgebiete (Altbaugebiete, Industrie und Gewerbezonen)
  • Streifen entlang Eisenbahnlinien
  • Rebbaugebiete und Hopfenanbaugebiete
  • Flächen von Gärtnereiarealen
  • bekannte Belastungen aus Untersuchungen (die Resultate können bei der Abteilung für Umwelt nachgefragt werden)

Zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden:

  • geogen belastete Flächen

Zu jeder Fläche wird die Ausdehnung der vermuteten Belastung angegeben und die primär zu erwartenden Schadstoffe aufgeführt.

Der Prüfperimeter Bodenaushub hat nichts mit dem Kataster der belasteten Standorte (KBS) nach Altlastenverordnung zu tun. Bauprojekte auf Flächen, die im KBS eingetragen sind, werden nach Altlastenrecht beurteilt. Der Prüfperimeter Bodenaushub stellt lediglich eine Hinweiskarte dar, d.h. er hat keine rechtliche Verbindlichkeit und daher rein informativen Charakter. Die erhobenen Flächen sind nicht parzellenscharf.

Ablauf bei einer Verdachtsfläche

Befindet sich das geplante Bauvorhaben innerhalb einer Verdachtsfläche des Prüfperimeters Bodenaushub und wird anfallender Bodenaushub abgeführt, ist eine Beprobung des Bodens notwendig. Die Verwertung respektive Entsorgung richtet sich nach der Wegleitung Bodenaushub.

Bei der Beurteilung von Baugesuchen können die folgenden Textbausteine verwendet werden: Textbausteine Prüfperimeter Bodenaushub (RTF, 2 Seiten, 302 KB)

Rechtliche Grundlagen