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Jahr des Bodens 2015

Die UNO-Generalversammlung hatte das Jahr 2015 zum "Internationalen Jahr des Bodens" erklärt. Vom 5. Dezember 2014, dem "Internationalen Tag des Bodens", bis zum 5. Dezember 2015 stand der Lebensraum zu unseren Füssen ein Jahr lang im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Der Lebensraum Boden, in welchem sich eine unermessliche Vielzahl von Lebewesen tummeln, ist von unschätzbarer und zu oft unterschätzter Bedeutung für das Leben auf der Erde. Dank der Lebewesen ist Boden in der Lage, Stoff- und Energiekreisläufe zwischen der Atmosphäre, dem Grundwasser und der Pflanzendecke in Gang zu halten. Auf diese Weise bildet der Boden die Grundlage für die Lebensmittelproduktion, aber auch für weitere wichtige Leistungen wie die Filtration und den Rückhalt von Wasser oder die Speicherung von Kohlenstoff.

Boden ist mächtig und vielfältig

Pseuogleyige und gleyige Braunerde im Fricktal. Bild vergrössern
Pseuogleyige und gleyige Braunerde im Fricktal. (© Kanton Aargau)

Boden ist nicht nur die zweidimensionale Fläche, auf der wir stehen und gehen. Boden ist ein dreidimensionaler Raum, der die ganze belebte Sphäre der Erdoberfläche umfasst. Aus einem Bodenprofil lässt sich die Landschaftsgeschichte seit der letzten Eiszeit ableiten. Die heutigen Aargauer Böden entwickeln sich seit mehr als 10'000 Jahren, bis sich zum Beispiel eine mächtige Braunerde gebildet hat.

Boden besteht aus mineralischen und organischen Bestandteilen, aus Lebewesen und aus Poren, in denen Wasser und Luft zirkulieren. Der Boden bildet sich unter dem Einfluss von Klima und Lebewesen durch Verwitterung und Mineralneubildung. An jedem Ort prägen standorttypische Einflüsse die Bodenbildung, so dass sich eine Vielzahl von Bodentypen entwickelt.

Boden lebt

Gefrässiger Einzeller: Mit ihren «Scheinfüsschen» umfliesst eine Amöbe (hier: Amoeba proteus) ihre Beute (z.B. ein Pflanzenstück) und schliesst sie in eine rundförmige Nahrungsvakuole ein. Foto: Eckard Voelcker & Steffen Clauß / www.penard.de Bild vergrössern
Gefrässiger Einzeller: Mit ihren «Scheinfüsschen» umfliesst eine Amöbe (hier: Amoeba proteus) ihre Beute (z.B. ein Pflanzenstück) und schliesst sie in eine rundförmige Nahrungsvakuole ein. (Foto: Eckard Voelcker & Steffen Clauß / www.penard.de)

Der Boden ist ein vielfältiger Lebensraum mit einer aussergewöhnlichen Biodiversität. Diese Lebenswelt hält wichtige Stoff- und Nährstoffkreisläufe der Erde in Gang. Sie ist damit eine wichtige Grundlage für die Bodenfruchtbarkeit, aber auch für viele weitere Leistungen des Bodens.

Die segensreichen Antibiotika, eine Wunderwaffe der Medizin, stammen von bodenbewohnenden Mikroorganismen. Das Bild zeigt den Schimmelpilz Penicillium, der den bakterientötenden Stoff Penicillin produziert.
Die segensreichen Antibiotika, eine Wunderwaffe der Medizin, stammen von bodenbewohnenden Mikroorganismen. Das Bild zeigt den Schimmelpilz Penicillium, der den bakterientötenden Stoff Penicillin produziert. Foto: © Power & Syred

Boden leistet

Ein intakter Boden erfüllt zahlreiche Funktionen wie Lebensmittelproduktion, Filterwirkung, Pufferwirkung, Wasserrückhalt und erbringt damit grundlegende Leistungen für die Gesellschaft. Geschädigter Boden vermag diese Leistungen nur noch vermindert oder kaum mehr zu erbringen. Versiegelter Boden zum Beispiel unter Strassen kann die Funktionen nicht mehr erfüllen.

Boden ist limitiert

Die Ressource Boden ist limitiert und lässt sich innerhalb von Generationen kaum mehr wiederherstellen. Um die zahlreichen Bodenfunktionen auch für kommende Generationen sicherstellen zu können, muss Boden sowohl in seiner Flächenausdehnung als auch in seiner Qualität erhalten bleiben.

Sondernummer UMWELT AARGAU

Titelbild der Sondernummer UMWELT AARGAU "Jahr des Bodens 2015"
Titelbild der Sondernummer UMWELT AARGAU "Jahr des Bodens 2015" (© Kanton Aargau)

Zum Jahr des Bodens gab die Abteilung für Umwelt eine Sondernummer UMWELT AARGAU (PDF, 64 Seiten, 14.5 MB) heraus. In der Broschüre werden die verschiedensten Aspekte des Bodens und des Bodenschutzes an Beispielen aus dem Kanton Aargau illustriert.

Wir stellen Ihnen einen Riesenboden und das archäologische Bodenarchiv vor, zeigen die Herausforderung einer ungewöhnlichen Grossbaustelle an einem speziellen Standort, stellen Zusammenhänge zwischen Boden und Wasser in Form von Hoch- und Grundwasser her und illustrieren das nicht immer konfliktfreie Zusammenspiel zwischen Natur- und Bodenschutz.

Jahr des Bodens 2015. Sondernummer 45, UMWELT AARGAU, November 2015 (PDF, 64 Seiten, 14.5 MB)

Faktenblätter zum Jahr des Bodens

Während dem Jahr des Bodens erschien jeden Monat ein neues Faktenblatt zu einem ausgewählten Bodenlebewesen. Die folgenden Faktenblätter wurden veröffentlicht: