Trinkwasser

Das Leitbild Wasserversorgung Aargau enthält Daten und Informationen über die Trinkwasserversorgung und über den aktuellen und zukünftigen Wasserbedarf.

Eine intakte Wasserversorgung bildet die Basis der individuellen Lebensqualität und damit die Voraussetzung für eine erfolgreiche gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Im Kanton Aargau ist es Sache der Gemeinden, die Wasserversorgung sicherzustellen. Der Kanton unterstützt die Gemeinden in ihrer Aufgabenerfüllung und koordiniert ihre Tätigkeiten. Diese Funktion hat der Kanton unter anderem mit den Leitbildern zur Wasserversorgung von 1973, 1980 und demjenigen von 2007 wahrgenommen.

Seit dem Leitbild aus dem Jahr 1980 wurden die Anlagen stetig ausgebaut und zahlreiche Netzverbindungen zwischen den einzelnen Wasserversorgungen realisiert. Im Jahr 2000 bestanden Reserven von 49 % bei der Wasserbeschaffung. Das vorhandene Speichervolumen der Reservoire lässt grösstenteils einen wirtschaftlichen und sicheren Betrieb der Versorgungen zu. Das Hauptleitungsnetz von 4'750 km Länge versorgt 570'000 Einwohnerinnen und Einwohner mit Trinkwasser. Unter Berücksichtigung der Grundgebühren wird im aargauischen Durchschnitt für den Bezug von 1’000 Liter Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung weniger als Fr. 1.40.- bezahlt.

Leitbild 2007

Das Leitbild 2007 zeigt, dass der Aargau als Wasserschloss der Schweiz auch zukünftig seine Wasserversorgung weitgehend selbständig und ohne grosse überregionale Infrastrukturen bewältigen kann. Bei Bedarf kann zur Wasserbeschaffung auf bereits ausgeschiedene Grundwasserschutzareale zurückgegriffen werden.

Das Leitbild setzt aufgrund der in den Jahren 1998/99 erhobenen Daten und den Prognosen für die Planungsziele Z1 (2020) und Z2 (2040) folgende Schwerpunkte:

Mehrbedarf durch Reserven abdecken

Aufgrund der kantonalen Bevölkerungsprognosen ist mit einem Mehrbedarf von 13 % (Z1) resp. langfristig mit bis zu 25 % (Z2) zu rechnen. Aufgrund der vorhandenen Reserven bei der Wassergewinnung ist in den meisten Regionen kein Ausbau der Wasserbeschaffung notwendig.

Ersatz von Anlagen

Durch die Umsetzung des planerischen Grundwasserschutzes mittels Schutzzonen ist die mittel- bis langfristige Nutzung von verschiedenen, leistungsstarken Grundwasserpumpwerken und Quellen nicht mehr gesichert. Teilweise ist ein Ersatz für diese Anlagen zur langfristigen Sicherstellung der Wasserversorgung unabdingbar, wozu regionale Grundwasserpumpwerke in geeigneten Grundwasservorkommen als Lösungen vorgesehen sind. Insbesondere für die Wasserversorgungen im Limmattal stellt ein nachhaltiger Grundwasserschutz die Versorgung in Zukunft vor grosse Herausforderungen.

Vernetzung von Wasserversorgungen

Engpässe bei der Wasserbeschaffung können in der Regel innerhalb einer Region gelöst werden, indem über bestehende und geplante Verbindungen ein Ausgleich zwischen Überschüssen und Defiziten erreicht wird. Die weitergehende Vernetzung zwischen den einzelnen Wasserversorgungen erhöht die Versorgungssicherheit bei Ausfällen von bestehenden Anlagen.

Koordinierte regionale Grundwasserbewirtschaftung

Durch die intensivierte Nutzung des Grundwassers kommt in Gebieten mit limitierter Grundwasserneubildung (Wiggertal, Suhrental, Rohrdorferberg) einer koordinierten, regionalen Grundwasserbewirtschaftung und der Realisierung von Grundwasseranreicherungsanlagen erhöhte Bedeutung zu.

Die im Leitbild Wasserversorgung Aargau dargestellten Probleme und Lösungen sollen allen Beteiligten wertvolle Impulse für eine zukunftsgerichtete und nachhaltige Planung geben.

Muster-Wasserlieferungsverträge

Wasserlieferungsverträge regeln die Lieferung von Trinkwasser zwischen zwei Gemeinden. Es gibt zwei Vertragsvarianten, eine für die ordentliche Lieferung im Normalbetrieb und eine für die Lieferung in Notsituationen. Die Verträge werden von der Gemeindeabteilung (DVI) geprüft und von der Abteilung für Umwelt (BVU) genehmigt.