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Amphibienzugstellen

Mit dem Ende der eiskalten Frosttage beginnt die Hochzeit der Amphibien. Dank dem wärmeren Wetter und den Niederschlägen machen sich hunderttausende Kröten, Frösche und Molche auf den Weg, um sich an den Laichgewässern zu paaren. Auf dem Weg von ihren Winterquartieren zu den Teichen legen die Tiere zum Teil grosse Distanzen zurück und müssen zahlreiche Hindernisse überwinden. Eine verkehrsreiche Strasse kann zum tödlichen Hindernis werden.

lm Aargau sind über 100 Stellen bekannt, wo Amphibien auf ihren Wanderungen Strassen oder Bahnlinien überqueren.

Unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer sowie Mitarbeitende des kantonalen Strassenunterhaltsdienstes stellen seit vielen Jahren an etwa der Hälfte dieser Amphibienzugstellen vor der Laichwanderung im Frühjahr Schutzzäune auf. Den Zäunen entlang werden Eimer eingegraben. Gelangen nun Amphibien an einen solchen Zaun, wandern sie diesen entlang und fallen schliesslich in einen der Eimer. Die Eimer werden mindestens einmal täglich kontrolliert und die sich darin befindenden Amphibien auf die andere Strassenseite oder ein nahegelegenes Laichgewässer getragen. Dabei wird an vielen Zugstellen registriert, wie viele Amphibien es sind und um welche Arten es sich handelt. Pro Jahr werden so gegen 20'000 Kröten, Frösche und Molche eingesammelt und sicher über die Strasse getragen.

Amphibienleitwerk. Durch die baulichen massnahmen werden die Amphibien unter der Strasse durchgeleitet. Bild vergrössern
Leitwerk in Vordemwald (© Kanton Aargau)

Auch an fest ausgebauten Zugstellen mit Strassenunterführungen für Kleintiere werden im Rahmen von Erfolgskontrollen Zählungen durchgeführt. Diese Daten geben wertvolle Hinweise über die Bestandsentwicklungen der einzelnen Populationen und helfen, den Amphibienschutz weiter zu optimieren.

Jahreszyklus der Amphibien am Beispiel der Kreuzkröte

Kreuzkröte
Kreuzkröte (© Thomas Marent)

lm Frühling wandern alljährlich die fortpflanzungsfähigen Erdkröten von ihren Winterquartieren, die sich meistens im Wald befinden, an ihre Geburtsgewässer, um sich dort fortzupflanzen.
= Frühjahrswanderung.

Nach dem Ablaichen, das meist wenige Tage bis eine Woche dauert, verlassen zuerst die Weibchen, später auch die Männchen die Laichgewässer wieder Richtung Sommerquartier.
= Rückwanderung.

Ein Teil der Männchen bleibt noch wenige Wochen am Laichgewässer, bevor auch sie ihre Sommerquartiere aufsuchen. Die Erdkröten, die sich nicht am Laichgeschäft beteiligen "verschlafen" die Frühjahrswanderung und bleiben bis etwa im Mai in ihren Winterquartieren. Erst wenn die Temperatur in der Nacht nicht mehr unter 1O Grad Celsius sinkt, werden sie nachts aktiv und gehen in einem Umkreis von etwa 100 Metern auf Nahrungssuche.

Zwei bis vier Monate nach der Eiablage wandern die metamorphosierten Jungtiere von den Geburtsgewässern in ihre Sommerquartiere.
= Jungtierwanderung oder "Froschregen".

Ab August brechen insbesondere fernab von Laichgewässern übersommernde, fortpflanzungsfähige Alttiere zur Herbstwanderung auf. Sie ziehe in Winterwarteräume, die in der Nähe von Laichplätzen und überwiegend im Schutz des Waldes liegen. Dort verstecken sie sich vor Einbruch des Winters unter Steinen und in Löchern oder graben sich zum Schutz vor dem Frost mehrere Dezimeter tief in den Erdboden ein.

Die meisten Erdkröten-Weibchen pflanzen sich nur ein einziges Mal in ihrem Leben, im Alter zwischen drei und sieben Jahren, fort. 15 bis 35 Prozent der Weibchen sterben kurz danach noch im Laichgewässer an Erschöpfung. Maximal ein Viertel der Weibchen laichen zwei Mal, noch wenigere mehrmals in ihrem Leben.

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