Landschaft

Die Landschaft im Kanton Aargau besitzt einen hohen Wert als Lebensraum der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt, als Raum für die land- und forstwirtschaftliche Produktion, als Aufenthalts- und Erholungsraum für den Menschen und als Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

Eine hochwertige Landschaft mit Charakter ist die Visitenkarte einer Region und zugleich ihr Grundkapital. Sie bietet beste Voraussetzungen für körperliches und seelisches Wohlbefinden, für eine gehaltvolle Naherholung oder ein attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld. Umfragen zeigen, dass sie damit auch zu einem wichtigen Standortfaktor für Firmen und qualifizierte Arbeitskräfte geworden ist.

Beim Thema "Landschaft" spielen der Bund, mit seiner Gesetzgebung oder seinen Bundesinventargebieten, als auch Kanton und Gemeinden, etwa mit dem Baugesetz, dem kantonalen Richtplan oder der kommunalen Nutzungsplanung, eine massgebliche Rolle. Je nach Festlegung auf den drei Planungsebenen ist das Interesse des Kantons an seinen Landschaften räumlich sehr verschieden. Von überwiegendem Interesse sind insbesondere die Gebiete im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN-Gebiete), die Landschaften von kantonaler Bedeutung (LkB) und die Dekretsgebiete.

Bedeutung der Landschaft

Bei der Landschaft spielen naturräumliche und kulturelle Einflussgrössen eng zusammen. Die in der Schweiz 2012 vom Parlament ratifizierte Europäische Landschaftskonvention beschreibt Landschaft als:"(...) ein von Menschen wahrgenommenes Gebiet, dessen Charakter das Ergebnis der Wirkung und Wechselwirkung von natürlichen und menschlichen Faktoren ist."

Die über Generationen gewachsene Landschaft stellt somit keine naturgegebene Selbstverständlichkeit dar. Wir prägen sie durch unser Handeln aber auch durch unsere Unterlassungen massgeblich. Sollen ihre Qualitäten weiterbestehen und nicht leichtfertig preisgegeben oder gar neue Qualitäten geschaffen werden, braucht es einen sorgfältigen bewussten Umgang mit den als wichtig erkannten landschaftsformenden Eigenheiten. Nicht zuletzt vermittelt ein unverwechselbarer regionaler Landschaftscharakter, an dem sich die Vergangenheit noch ablesen lässt, Zugehörigkeit und Vertrautheit. Der Mensch hat in der Regel einen starken emotionalen Bezug zu seiner Landschaft – sie ist ihm Heimat, und er versteht sie als Teil seiner Identität.

In einer neueren Definition gilt die Landschaft als Repräsentantin einer Reihe von Ökosystemleistungen, die heute als Voraussetzung für die gesellschaftliche Wohlfahrt anerkannt sind. Viele unserer Aktivitäten, die sich negativ auf die Ökosystemleistungen einer Region auswirken, wie die Bodenversiegelung, die Lebensraumzerschneidung, Gewässerkorrekturen oder die Mechanisierung der Landwirtschaft, lassen sich an der Landschaft ablesen.