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Wasser- und Zugvogelreservate internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV)

Kolbenente Bild vergrössern
Kolbenente (© Kanton Aargau)

Die Schweiz hat eine besondere Bedeutung als Überwinterungs- und Rastplatz für verschiedene ziehende Wasservogelarten. Die Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate (WZVV) schützt die Lebensräume der Zugvögel sowie von ganzjährig in der Schweiz lebenden Wasservogelarten.

Gesamtschweizerisch sind 10 Reservate mit internationaler Bedeutung und 26 Gebiete mit nationaler Bedeutung ausgeschieden. Mit dem Klingnauer Stausee und dem Flachsee liegen zwei dieser Reservate im Aargau. In beiden ist die jagdliche Nutzung, das Füttern von Vögeln und Wildtieren sowie das freie Laufenlassen von Hunden untersagt. Zudem gewinnt der Schutz vor störenden Freizeit- und Erholungsaktivitäten an Bedeutung.
Wasser- und Zugvogelreservate in der Schweiz (öffnet in einem neuen Fenster)

Klingnauer Stausee

Klingnauer Stausee

Ansicht des Ufergebiets des Klingnauer Stausees. Bild vergrössern
© Eric A. Soder

Der Klingnauer Stausee ist ein Schutzgebiet von internationaler Bedeutung mit einer Fläche von rund 370 Hektaren. Der Klingnauer Stausse ist ein wichtiger Lebensraum und Rastplatz für Wasservögel und Watvögel. Aber auch Greifvögel können auf ihrem Zug ins Winterquatier manchmal in grosser Zahl am Himmel beobachtet werden.

Insgesamt wurden bisher über 310 verschiedene Vogelarten nachgewiesen. Rund 100 davon haben schon ein- oder mehrmals am Klingnauer Stausee oder den angrenzenden Auengebieten gebrütet.

Flachsee

Flachsee

Luftaufnahme des Reservats Flachsee. Gut zu sehen sind die Uferbereiche und diverse kleinere Inselchen. Bild vergrössern
© Oekovision GmbH, Widen

Das Reservat Flachsee hat nationale Bedeutung. Es erstreckt sich über den aufgestauten Reussabschnitt zwischen der Brücke Rottenschwil und Bremgarten-Zufikon mit einer Fläche von etwa 140 Hektaren.

Die Schlickflächen und Flachwasserbereiche, das langsam fliessende Wasser und naturnahe Ufer mit Röhricht, die angrenzenden Riedwiesen und Auenwälder sowie die Kiesinseln sind idealer Lebensraum für diverse Wasservögel. Seit seiner Entstehung brüteten hier 58 verschiedene Vogelarten. Darunter sind auch 11 gefährdete Arten der Roten Liste wie Flussregenpfeifer, Kiebitz, Eisvogel und Drosselrohrsänger.

Der Flachsee ist ein bedeutendes Überwinterungsgebiet von Wasservögeln und Rastplatz für Durchzügler. Die grosse Vielfalt der Wintergäste reicht vom Zwergtaucher über den Kormoran bis zu seltenen Entenarten wie Spiess-, Löffel- und Schellente. Tafel- und Reiherente sowie das Blässhuhn überwintern gar zu Hunderten auf dem Flachsee.

Die ausgedehnten Schlickflächen sind Rastplatz für Watvögel (z.B. Flussuferläufer, Bekassine und Kampfläufer) auf ihrem Zug von den nördlichen Brutgebieten zu den südlichen Winterquartieren.

Seit 1973 wurden am Flachseee insgesamt 212 verschiedene Vogelarten beobachtet – eine sehr grosse Zahl im Vergleich zu den 361 Vogelarten, die in der Schweiz seit 1900 festgestellt wurden.

Für den Unterhalt der geschützten Lebensräume und deren naturschutzbiologische Aufwertung ist die Abteilung Landschaft und Gewässer (Sektion Natur und Landschaft) zuständig, ebenso für die Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Exkursionen, Beobachtungseinrichtungen am Flachsee). Für die Reservatsaufsicht zeichnet die kantonale Jagd- und Fischereiverwaltung verantwortlich.

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