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Bünzaue Möriken

Die Bünzaue (51 Hektare) ist quasi über Nacht entstanden. Im Mai 1999 führte ein Hochwasser im ganzen Aargau zu Überschwemmungen. Zwischen Othmarsingen und Möriken trat die Bünz über die Ufer und gestaltete ihr Tal zu einer Auenlandschaft mit hoher morphologischer Dynamik um.

Im Vordergrund ist das Ufer aus Rohkiesböden mit Pflanzenbewuchs sichtbar. Im Hintergrund die Bünz und der Waldrand. Bild vergrössern
Bei Überschwemmung hinterlässt der Fluss Rohkiesböden, die schnell überwachsen, bis das nächste Hochwasser kommt (© Oekovision GmbH, Widen)

Die Bünz entspringt in Beinwil im Freiamt und fliesst, vereint mit dem Aabach, bei Wildegg in die Aare. Mit gegen 30 Kilometern ist sie der längste Bach des Aargaus. Auf den ersten vier Fünfteln ihres Laufs ist die Bünz seit bald 100 Jahren in ein Korsett von Verbauungen gezwängt. Im untersten Abschnitt jedoch unterblieb die Korrektion aus Kostengründen. Trotz gelegentlicher Überschwemmungen wurde das Tal zwischen Othmarsingen und Möriken intensiv landwirtschaftlich genutzt – bis am 12./13. Mai 1999. Das damalige Hochwasser, aufgrund der maximalen Abflussmengen annähernd ein Jahrhundertereignis, schwemmte rund 4 Hektaren Kulturland ab. Der gemächlich mäandrierende Bach verwandelte sich schlagartig in ein verzweigtes Gerinne. Innert weniger Stunden entstand eine Aue mit Kies- und Schotterflächen, Steilufern und Inseln.

Der Kanton Aargau, die Anrainergemeinden und Landeigentümer einigten sich darauf, das neue Auengebiet und seine Dynamik zu erhalten. Seither haben schon verschiedentlich kleinere Hochwasserereignisse sichtbare Spuren der Umgestaltung in der Bünzaue hinterlassen.

Wichtige Massnahmen in der Bünzaue:

Das Bild zeigt, wie die Bünz bei Hochwasser Teile des Ufergebiets überschwemmt und so neu gestaltet. Bild vergrössern
Die Bünzaue während eines Hochwassers. Rechts oben Schloss Wildegg (© Oekovision GmbH, Widen)
  • Landumlegung durch Kanton und Gemeinden, Verpachtung an Landwirte
  • Umstellung auf extensive Landwirtschaft im Schutzgebiet
  • Verstärkung des Hochwasserschutzes für angrenzende Siedlungsgebiete

Ein Paradies für Laufkäfer und Heuschrecken

Grossaufnahme einer Blauflügeligel Sandschrecke, die auf einem Stein sitzt. Bild vergrössern
Auf trockenen, vegetationsfreien Kiesböden hat sich die seltene Blauflügelige Sandschrecke angesiedelt (© Oekovision GmbH, Widen)

Mit ihrem Mosaik aus Kleinlebensräumen bietet die Bünzaue ideale Bedingungen für Laufkäfer und Heuschrecken. In einer Erhebung von 2009/2010 wurden 81 Laufkäferarten festgestellt, darunter der Grüngestreifte Grundkäfer, der im Aargau letztmals 1950 nachgewiesen wurde. Ausserdem wurden 14 Heuschreckenarten gezählt, darunter die seltene Blauflügelige Sandschrecke.

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