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Längsvernetzung

In Aargauer Fliessgewässern gibt es über 3'000 Wehre oder Schwellen. Sie wurden für die Wasserkraftnutzung, die Wiesenbewässerung oder zur Befestigung der Bachsohle erstellt. Solche Bauwerke unterbrechen die Wanderung von Fischen und anderen Wassertieren und zerstückeln somit den Lebensraum Gewässer. Der Kanton Aargau entfernt oder vernetzt solche Hindernisse.

© BVU ALG Sektion Wasserbau – Vorher: Die Surb in Tegerfelden war künstlich aufgestaut von einem zwei Meter hohen alten Wehr.
© BVU ALG Sektion Wasserbau – Nachher: Durch die Entfernung des Wehr ist der Abschnitt nun für alle Wassertiere passierbar.

Für Fische ist die Mobilität so wichtig, wie für uns Menschen. Zum Schlafen, Fressen, Verstecken oder Fortpflanzen suchen sie jeweils andere Orte im Gewässer auf. Insbesondere die Laichplätze können kilometerweit von ihren sonstigen Aufenthaltsorten entfernt liegen – sogar über die Landesgrenzen hinaus. Dies bedingt vernetzte Gewässer.

Viele Schwellen oder Wehre werden heute nicht mehr genutzt. Wann immer möglich, sollen sie restlos entfernt werden, um die Längsvernetzung wiederherzustellen. Dadurch werden auch künstliche Staubereiche oberhalb der Schwellen wieder zu frei fliessenden Gewässerabschnitten.

Aber nicht jedes Wanderhindernis kann ersatzlos entfernt werden. Oft ist zu nah am Gewässer gelegene Infrastruktur gefährdet oder das Wehr dient noch zur Wasserkraftnutzung. Um die Fischwanderung trotzdem zu ermöglichen, kann eine Blockrampe das Hindernis ersetzen oder es wird mit einem Umgehungsgewässer oder einem Fischpass umgangen. Die vorrangig zu vernetzenden Gewässer sind in der Revitalisierungsplanung festgehalten.

Längsvernetzungsprojekte

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Der Aabach ist als Verbindung von der Aare zum Hallwilersee ein wichtiger Wanderkorridor für Fische. Ein baufälliges Wehr versperrte den Weg bachaufwärts. Es wurde entfernt und der sonst monotone Bachabschnitt mit Baumstämmen strukturiert. Er soll nicht nur durchwanderbar sein, sondern auch zum Verweilen einladen.

Beispiel Blockrampe in der Surb in Unterendingen

© BVU ALG Sektion Wasserbau – Vorher: Dieses alte Wehr in der Surb in Unterendingen wurde früher zur Wiesenbewässerung genutzt.
© BVU ALG Sektion Wasserbau – Nachher: Mittels Blockrampe kann nun der Höhenunterschied von Fischen überwunden werden.

Ein kompletter Rückbau dieses Wehrs hätte zu einem tiefen Einschnitt im Gelände geführt und eine Gasleitung sowie die angrenzende Strasse gefährdet. Deshalb wurde die Bachsohle soweit möglich abgesenkt und der restliche Höhenunterschied mit einer Blockrampe überwunden. Eine Blockrampe ist eine mit grossen Steinblöcken befestigte, geneigte Sohlenstrecke. Diese hier wurde in Beckenform gebaut. Für eine möglichst naturnahe Lösung wurden die Ufer sind nicht mit Steinen, sondern mit Weiden gesichert, deren Wurzeln die Böschung festigen.

Beispiel Umgehungsgewässer und Fischpass

© BVU ALG Sektion Wasserbau – Das Umgehungsgewässer beim Kraftwerk Ruppoldingen. Im Hintergrund die Aare.
© BVU ALG Sektion Wasserbau – Der Fischpass beim Kraftwerk Rheinfelden. Links im Bild der Rhein.

Kann ein Wehr nicht entfernt oder durch eine Blockrampe ersetzt werden, kann es mit einem Umgehungsgewässer oder einem Fischpass seitlich umgangen und der Höhenunterschied überwunden werden. Dabei fliesst nur ein Bruchteil der gesamten Wassermenge im Fluss durch das Umgehungsgewässer oder den Fischpass. Sie werden hauptsächlich zur Überwindung von Kraftwerkswehren gebaut.

Erfahren Sie mehr zur Wiederherstellung der Fischwanderung bei Kraftwerkanlagen.