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Gewässerraum gemäss Gewässerschutzverordnung

In der revidierten Gewässerschutzgesetzgebung wird auf Bundesebene die Bemessung des Gewässerraums für Fliess- und stehende Gewässer definiert sowie die zugelassene Bewirtschaftung und Nutzung dieses Raums vorgegeben.

© BVU ALG GN SB, 2017

Ausgangslage

Am 1. Januar 2011 trat das revidierte Gewässerschutzgesetz (GSchG) des Bundes in Kraft. Gestützt darauf sind die Kantone verpflichtet, den Raumbedarf der Gewässer zu sichern und diesen bei der Richt- und Nutzungsplanung zu berücksichtigen (Art. 36a GSchG). Auf Stufe der Gewässerschutzverordnung (GSchV, vom 1. Juni 2011) hat der Bundesrat die gesetzlichen Bestimmungen konkretisiert (Art. 41a–c GSchV und Übergangsbestimmungen GSchV).

Grafik zur Veranschaulichung der Fachbegriffe (Gewässerraum, Gerinnesohle, Uferstreifen, Uferlinie) Bild vergrössern
© BVU ALG GN SB, 2017

Umsetzung der Gewässerräume in der kommunalen Nutzungsplanung

Gemäss Richtplan (Kapitel L 1.2, Planungsanweisung 1.1) sind die Gemeinden verpflichtet, den Raumbedarf der Gewässer bei der Nutzungsplanung zu sichern. Die Fachkarte Gewässerraum und § 127 BauG dienen dabei als behördenverbindliche Grundlage für diese Planung. Die rechtsverbindliche Umsetzung der Gewässerräume erfolgt, indem die Gemeinden die Gewässerräume im Detail analysieren und den örtlichen Gegebenheiten entsprechend in ihrer Nutzungsplanung grundeigentümerverbindlich umsetzen.

Die Fachkarte Gewässerraum wurde am 16. März 2016 vom Regierungsrat verabschiedet. Sie ist behördenverbindlich und im Geoportal aufgeschaltet und zeigt für jedes Gewässer, welcher Gewässerraum pro Abschnitt in der Nutzungsplanung zu berücksichtigen und in der Detailplanung zu verifzieren ist. Die Fachkarte findet keine direkte Anwendung im Baugesuchverfahren (siehe Praxis Baubewilligungsverfahren).

Geoportal > Online Karten > Fachkarte Gewässrraum (öffnet in einem neuen Fenster)

Kantonale Arbeitshilfe zur Umsetzug der Gewässerräume in der Nutzungsplanung (Stand Januar 2017) (öffnet in einem neuen Fenster)

Modulare Arbeitshilfe zur Festlegung und Nutzung des Gewässerraums in der Schweiz. Verfasst von der Bau-, Planungs und Umweltdirektoren-Konferenz der Kantone (BPUK), der Landwirtschaftsdirektionrenkonferenz (LDK) und den involvierten Bundesämtern in Zusammenarbeit mit den Kantonen (Publiziert im Juni2019) (öffnet in einem neuen Fenster)

Anwendung im Baubewilligungsverfahren

Baugesuche für Bauten, die ganz oder teilweise im Gewässerraum liegen, bedürfen einer Zustimmung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau (Abteilung für Baubewilligungen). Diese Baugesuche müssen mit dem Hinweis auf den Gewässerraum zudem im kantonalen Amtsblatt publiziert werden.

Die Gewässerräume sind entweder bereits in der kommunalen Nutzungsplanung grundeigentümerverbindlich umgesetzt oder bemessen sich – wenn die Umsetzung in der Nutzungsplanung noch aussteht – gemäss den Übergangsbestimmungen aus der bundesrechtlichen GSchV.

Merkblatt: Gewässerabstände gemäss Übergangsbestimmungen GSchV im Baubewilligungsverfahren (Stand: 12. Oktober 2017) (PDF, 160 KB)

Informationsschreiben an sämtliche Gemeinden im Kanton Aargau vom 30. August 2017 (PDF, 1.1 MB)

Bewirtschaftung im Gewässerraum

Die Gewässerräume sind gemäss Art. 41c GSchV extensiv zu nutzen und es dürfen keine Dünger und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Informationen zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung im Gewässerraum finden Sie bei der

Landwirtschaft Aargau (öffnet in einem neuen Fenster)

Informationen für Gewässeranstösserinnen und Gewässeranstösser finden Sie hier:

Artikel "Leben im Einklang mit Gewässern" (Umwelt Aargau, Mai 2017) (öffnet in einem neuen Fenster)

renaturierte Bünz in ihrem Gewässerraum Bild vergrössern
© BVU ALG, Sektion Wasserbau

Haben Sie Fragen oder Rückmeldungen zur Umsetzung der Gewässerräume oder zur Fachkarte Gewässerraum? Wenden Sie Ihr Anliegen bitte an alg@ag.ch wir werden Ihre Anfrage aufnehmen und beantworten.

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