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Siedlungsentwicklung und Ortsbild

Die hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen kann nur umgesetzt werden, wenn die vorhandenen Qualitäten erhalten oder sogar noch gestärkt werden. Dies gilt insbesondere in Gebieten mit erhöhten Anforderungen an das Orts- und Landschaftsbild. Dabei geht es nicht nur um den Erhalt des kulturellen Erbes für kommende Generationen. Die historischen Ortsbilder sind identitätsstiftend, ein wichtiger Standortfaktor und oftmals Mittelpunkt des kulturellen und wirtschaftlichen Dorflebens. Sie sind deshalb sorgfältig und mit Bedacht weiterzuentwickeln.

Die Fachberaterinnen Siedlungsentwicklung und Ortsbild (FSO) unterstützen die kantonalen Fachstellen, Gemeinden, Bauherren und Architekt/innen bei der Umsetzung dieser Aufgaben unter anderem in der Nutzungs- und Sondernutzungsplanung sowie im Baubewilligungsverfahren. Um die gewünschte Entwicklung zu fördern, kann der Kanton darüber hinaus Beiträge an bedeutenden Entwicklungsplanungen und an die Planung zur Sanierung sowie Erneuerung von Einzelobjekten leisten, wenn diese von besonderem kantonalem Interesse sind.

Gebietszuständigkeiten Orts-, Siedlungs- und Regionalplanung (OSR) (PDF, 1 Seite, 1.5 MB)

Neben der Beratung durch Fachpersonen unterstützen wir die Tätigkeiten der Gemeinden und Planenden mit unterschiedlichen Arbeitshilfen und Faktenblättern.

Aufgaben und Verfahren

Die Fachberaterinnen Siedlungsentwicklung und Ortsbild (FSO) unterstützen die kantonalen Fachstellen, Gemeinden, Bauherren und Architekt/innen in der Nutzungs- und Sondernutzungsplanung oder im Baubewilligungsverfahren bei Fragen zur Einordnung in historischen Ortsbildern, Umgang mit kommunalen Substanzschutzobjekten, Bauen ausserhalb von Bauzonen, bei Massnahmen zur Aufwertung von Strassenräumen, in Rechtsfällen sowie bei architektonischen und städtebaulichen Fragestellungen.

Beratung und Vorprüfung bei Nutzungs- und Sondernutzungsplanungen

Die Mitarbeitenden unterstützen die zuständige Kreisplanerin oder den zuständigen Kreisplaner bei der Beratung und der Beurteilung von Nutzungs- und Sondernutzungsplanungen. Bei der allgemeinen Nutzungsplanung wird vor allem der Umgang mit den vorhandenen orts- und städtebaulichen Qualitäten und dem kulturellen Erbe berücksichtigt. Das Bauinventar (früher Kurzinventar), das als fachliche Grundlage für eine Umsetzung von Schutzobjekten dient, wird hingegen durch die kantonale Denkmalpflege (öffnet in einem neuen Fenster) erstellt. Bei Sondernutzungsplänen stehen das nachzuweisende bessere Ergebnis im Vergleich zu den Vorschriften der BNO sowie das Umsetzen einer hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen im Vordergrund.

Mitberichtsverfahren bei Baugesuchenausserhalb von Bauzonen (Art. 24 c; 24 d Baugesetz)

Bei Baumassnahmenausserhalb von Bauzonen ist eine kantonale Zustimmung notwendig. Es gelten besonders hohe Anforderungen an die Einpassung in das Landschaftsbild, an den Erhalt des Charakters von bestehenden Bauten, den Erhalt der baulichen Grundstruktur und die Einordnung in die gebaute Umgebung (vgl. Website der Abteilung für Baubewilligungen (öffnet in einem neuen Fenster)). Die Fachberaterinnen Siedlungsentwicklung und Ortsbild werden durch die Abteilung für Baubewilligung (AFB) im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens aufgefordert zu prüfen, ob die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind.

Mitberichtsverfahren bei Baugesuchen im Unterabstand zu Kantonsstrassen oder zu Gewässern (§ 67 Baugesetz)

Um den gesetzlichen Strassenabstand zu Kantonsstrassen oder den Gewässerabstand bei Bauprojekten unterschreiten zu können, ist eine Ausnahmebewilligung (öffnet in einem neuen Fenster)durch den Kanton notwendig. In solchen Fällen sind die ausserordentlichen Verhältnisse in den Gesuchsunterlagen zu belegen. Die Fachberaterinnen Siedlungsentwicklung und Ortsbild werden durch die Abteilung für Baubewilligung im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens aufgefordert zu prüfen, ob beim jeweiligen Baugesuch der ausgewiesene Ausnahmetatbestand aus ortsbaulichen Gründen nachvollziehbar ist.

Beratung und Beurteilung auf Wunsch der Gemeinden

Bei Vorhaben die sich in einem Ortsbild von nationaler Bedeutung gemäss Bundesinventar der schützenswertenOrtsbilder der Schweiz (ISOS) befinden oder bei kommunalen Substanzschutzobjekten, wird eine kostenlose Beratung bzw. Beurteilung auf Wunsch der Gemeinde angeboten. Der Gemeinderat ist in der Auslegung und im Vollzug der kommunalen Bestimmungen dabei nicht an die fachliche Meinung der Abteilung Raumentwicklung gebunden.

Aufgrund der begrenzten Ressourcen kann eine Beratung ausserhalb von nationalen Ortsbildern und Schutzobjekten leider nicht mehr angeboten werden. Die Regionalberaterinnen und Regionalberater des Aargauer Heimatschutzes (öffnet in einem neuen Fenster) beraten ebenfalls Gemeinden und Bauherren und vermitteln Kontakte zu ausgewiesenen Fachleuten die Neu- oder Umbauvorhaben begleiten können.

Begleitung von Planungen und Bauprojekten, die finanziell unterstützt werden

Der Kanton kann Beiträge an bedeutenden Entwicklungsplanungen und an die Planung zur Sanierung sowie Erneuerung von Einzelobjekten leisten, wenn diese von besonderem kantonalem Interesse sind.

Kontaktaufnahme

Die Koordination bei Bauvorhaben läuft über die Projektleitenden der Abteilung für Baubewilligungen. Bitte nehmen Sie frühzeitig mit der/dem zuständigen Projektleiter/in für Baugesuche Kontakt auf, damit ein Einbezug der Fachberaterinnen frühzeitig abgeklärt werden kann. Bitte vermerken Sie bei allen Baugesuchen, wenn eine Vorberatung durch einen externen Bauberater stattgefunden hat und – in den Fällen in denen keine Stellungnahme aufgrund der gesetzlichen Grundlagen notwendig ist - ob sie eine Beurteilung des Baugesuchs durch die Fachberatenden Siedlungsentwicklung und Ortsbild wünschen. Falls Sie eine finanzielle Beteiligung an bedeutenden Entwicklungsplanungen und an die Planung zur Sanierung sowie Erneuerung von Einzelobjekten beantragen möchten, finden Sie alle notwendigen Unterlagen auf der Seite Finanzielle Unterstützung.

Bei Nutzungs- und Sondernutzungsplänen koordiniert der zuständige Kreisplaner in den jeweiligen Verfahren die Mitwirkung des Bereichs Siedlungsentwicklung und Ortsbild.

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