Wettingen – Busspur Geisswies K 275

In den Spitzenverkehrsstunden ist die Landstrasse K 275 in Richtung Wettingen überlastet. Im Rahmen des Verkehrsmanagements Region Baden-Wettingen ist am Knoten Geisswies eine Dosierung mittels einer neuen Lichtsignalanlage sowie die Realisierung einer separaten Busspur vorgesehen. Zudem werden der Abschnitt Geisswies saniert und der Durchlass des Lugibachs erneuert. Gleichzeitig wird auf der Tägerhardstrasse eine Dosieranlage realisiert.

Zielsetzungen aus dem VM Region Baden-Wettingen

  • Verbesserung der Betriebsstabilität für ÖV (Bus-Priorisierung)
  • Optimierung des Verkehrsflusses im Zentrum
  • Unterbindung von Ausweichverkehr
  • Verlagerung des Staus an den Siedlungsrand
  • Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf Achse Schwimmbad- und Seminarstrasse

Projektbeschrieb

Karte mit eingezeichneten Projekten Bild vergrössern
Übersicht Projektperimeter "Busspur Geisswies" und " Dosieranlage Tägerhard" (© Kanton Aargau)

Das Projekt besteht aus den Massnahmen "Busspur Geisswies" und "Dosieranlage Tägerhard" sowie diversen Partnerprojekten.

Busspur Geisswies

Übersichtsplan Strassenbau Busspur Geisswies Bild vergrössern
Übersichtsplan Strassenbau Busspur Geisswies (© Kanton Aargau)

Der Projektperimeter umfasst die Landstrasse K 275 vom Knoten Land-/Untere Geisswiesstrasse bis zum Knoten Land-/Lugibachstrasse. Der Abschnitt befindet sich gänzlich im Ausserort. Die Landstrasse wird auf einer Länge von rund 540 m angepasst. Das Projekt "Busspur Geisswies" gliedert sich in drei Teilprojekte:

  • Massnahmen des Verkehrsmanagements
  • Sanierung des bestehenden Strassenkörpers inklusive Erneuerung des Lugibachdurchlasses
  • Landschaftsgestalterische Massnahmen

Hauptelemente des Projekts sind die Lichtsignalanlage (LSA) am Knoten Otelfinger-/Landstrasse und die rund 300 m lange Busspur, die nach dem Knoten Lugibachstrasse beginnt und nach der neuen LSA in die bestehende Busbucht mündet. Die LSA wird als Dosieranlage konzipiert, die dem Wettinger Zentrum nur noch soviel Verkehr zuführt, wie auch verarbeitet werden kann (ca. 850 Fz/h). Dies entspricht einer Plafonierung auf dem heutigen Level. Der Mehrverkehr wird ausserhalb des Siedlungsgebiets vor der LSA aufgestaut. So kann der Überlastungsschutz für das Wettinger Zentrum sichergestellt werden.

Im Zuge der Verbreiterung für die Landstrasse wird der bestehende Strassenkörper saniert. Der Deckbelag wird abgefräst (ca. 5 cm) und es erfolgt ein sogenannter Hocheinbau (7 cm Binder- und 3.5 cm Deckschicht). Die Achse der Landstrasse wird nur geringfügig verschoben. Die Bushaltestellen werden behindertengerecht ausgebildet. Der Belag wird rund 5 cm dicker. Mit der Anpassung des Quergefälles ergibt dies eine Erhöhung des Strassenniveaus von 5 bis 10 cm. Entlang der Strassenränder werden neue Abschlüsse versetzt.

Wegen der ungenügenden Kapazität muss der Durchlass des Lugibachs erneuert werden (Ist: 0,4 m3/s, Soll gemäss Gefahrenkarte Hochwasser: 4,4 m3/s). Der neue Durchlass wird 22 m westlich des bestehenden erstellt. Damit wird die Linienführung des Lugibachs nach der Bachverlegung durch den Kiesabbau wieder begradigt.

Mit neun landschaftspflegerischen Massnahmen, die auf das Projekt "Landschaftsspange Rüsler-Sulperg" abgestimmt sind, soll die Gestaltung der Landstrasse aufgewertet werden. Das zentrale Element ist die Ergänzung der bestehenden Obstbäume zu einer teilweise aufgelösten Obstbaumreihe.

Für die Verbreiterung müssen rund 1000 m² Landwirtschaftsland auf der Südseite der Landstrasse erworben werden. Auf der Nordseite sind lediglich kleinere Anpassungen und Bereinigungen notwendig.

Dosieranlage Tägerhard

Um Wartezeiten infolge Staus auf der Landstrasse K 275 in Richtung Wettingen zu vermeiden, wählen immer mehr Fahrzeuglenkende die Route über die Tägerhardstrasse. Durch das Verkehrswachstum und insbesondere die neue Dosieranlage am Knoten Land-/Otefingerstrasse wird der Verkehrsdruck auf die Tägerhardstrasse weiter zunehmen. Der Ausweichverkehr mit seinen negativen Auswirkungen soll mit einer Dosieranlage vor dem Sportzentrum Tägi unterbunden werden.

Der Projektperimeter umfasst die Tägerhardstrasse vom Knoten Tägerhard-/Tägerhardächer-/Industriestrasse bis zum Parkplatz Zentrum Tägerhard. Hauptelement des Projekts ist die Lichtsignalanlage (LSA), die ca. 40 m vor dem Parkplatz Zentrum Tägerhard installiert wird. Die LSA besteht aus zwei Signalen in Fahrtrichtung Wettingen. Die Fahrtrichtung Würenlos bleibt unbeeinflusst.

Für die LSA sind Leitungsbauarbeiten u.a. für Detektoren bis zum Knoten Tägerhard-/Tägerhardächer-/Industriestrasse notwendig. Neben den Querungen sind keine weiteren baulichen Strassenanpassungen vorgesehen. Es werden lediglich die Markierung und die Signalisation angepasst.

Die Stärke der Dosierung erfolgt in Abhängigkeit der aktuellen Staulängen bei der LSA Halbartenstrasse und einer allfälligen Verkehrsüberlastung im Zentrum. Die Aktivierung der Dosierung erfolgt jeweils zeitgleich mit der LSA Land-/Otelfingerstrasse.

Durch die Installation der LSA vor dem BuswendeplatzTägi werden weder der ÖV noch der Langsamverkehr (LV) durch die Dosierung behindert. Infolge des nur eingeschränkten Busverkehrs auf dem betrachteten Abschnitt der Tägerhardstrasse kann davon ausgegangen werden, dass während der Betriebszeiten der Dosierung – also den Spitzenverkehrszeiten des motorisierten Individualverkehrs – keine Busse verkehren. Sollte jedoch während der Busverkehrszeiten die Dosierung aktiviert sein, wird diese bei der Busanmeldung aufgehoben. Für den LV besteht parallel zur Tägerhardstrasse ein Rad-/Fussweg. Dadurch wird der Radverkehr bei aktiver Dosierung nicht behindert.

Die Realisierung und Inbetriebnahme der LSA Tägerhard wird zusammen mit der LSA Land-/Otelfingerstrasse erfolgen.

Partnerprojekte

  • Vergrösserung der Kanalisation (Gemeinde Wettingen)
  • Erneuerung der Werkleitungen (Wasser, Elektro, Gas) durch das EWW
  • Private Entwässerungsleitung
  • Verlegung Swisscom-Rohrblock

Projektpläne

Bauphasen, Verkehrsführung und Umleitungskonzept

Zuerst wird die Strassenverbreiterung nach Süden inkl. Werkleitungen erstellt. In der ersten Bauphase werden zudem der Lugibachdurchlass erneuert und die Retentionsbecken vorbereitet. In der zweiten Etappe wird die mittlere und die nördliche Fahrbahn erstellt. Zudem werden die Kanalisationshaltungen vergrössert.

Lediglich für die Erneuerung der Kanalisation im Bereiche des Kreuzkappelenwegs kommt eine Baustellenlichtsignalanlage zum Einsatz.

Umleitungskonzept für das Einbahnregime Bild vergrössern
Umleitungskonzept für das Einbahnregime (© Kanton Aargau)

Der Hauptteil der Arbeiten wird in einem Einbahnregime auf der Landstrasse ausgeführt. Dabei kann der Richtung Baden fahrende Verkehr weiterhin die Landstrasse benutzen (dunkelrote Pfeile). Richtung Würenlos/Autobahn wird der Verkehr via Halbarten-, Tägerhardstrasse und Tägerhardächer umgeleitet (rote Pfeile). Die Zufahrt vom Wettinger Zentrum wird bis zur unteren Geisswiestrasse möglich bleiben (gelbe Pfeile). Die Wegfahrt für die Liegenschaften an der Otelfingerstrasse erfolgt teilweise via Lugibachstrasse (blaue Pfeile).

Für die Erneuerung des Lugibachdurchlasses und den Deckbelagseinbau ist an zwei Wochenenden eine Vollsperrung notwendig. Der gesamte Verkehr wird dann über die Halbarten-, Tägerhardstrasse und Tägerhardächer umgeleitet. Die genauen Termine werden rechtzeitig kommuniziert.

Baustelleninformation

Stand des Projekts

Der Regierungsrat hiess im April 2015 das Projekt gut. Das Ausführungsprojekt liegt vor. Die Submission der Bauarbeiten fand Ende 2015 statt.

Die Vorarbeiten am Knoten Land-/Lugibachstrasse konnten im Februar 2016 durch die Swisscom abgeschlossen werden. Dabei wurde der Swisscom-Rohrblock verlegt, so dass die Retentionsbecken bis zum Bauende begrünt sind und in Betrieb genommen werden können.

Das Landerwerbsverfahren konnte im März 2016 abgeschlossen werden. Der Baustart kann damit voraussichtlich im Mai 2016 erfolgen.