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VERAS – Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr

Seit langer Zeit leiden Suhr und die Gemeinden der näheren Umgebung in den Verkehrsspitzenstunden unter langen Staus, die sowohl für die Bevölkerung als auch für die Verkehrsteilnehmenden eine schwere Belastung darstellen. Zur Verbesserung dieser Situation und zur optimierten Anbindung der Umgebung um Suhr werden unter dem Titel "VERAS – Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr" vom Kanton und den Gemeinden zwei aufeinander abgestimmte Strassenprojekte mit Hochdruck vorangetrieben.

Ausgangslage

Die Region um Suhr und insbesondere das Suhrer Dorfzentrum sind seit Jahren einem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen ausgesetzt. Dabei versucht die Gemeinde Suhr, mit einer zentrums- und bahnhofsnahen Verdichtung des Wohnraums Voraussetzungen für eine Reduktion des Verkehrswachstums zu schaffen. Erschwerend kommt in Suhr jedoch hinzu, dass die zentrumsnahen Bahnübergänge von SBB und WSB die Verkehrssituation merkbar verschärfen.

Ostumfahrung

Um dieser Verkehrsbelastung des Suhrer Dorfzentrums sowie einer besseren Anbindung der nahen Umgebung an die A1 begegnen zu können, liess der Kanton Aargau bereits vor Jahren Umfahrungslösungen planerisch untersuchen. Seit 2001 liegt ein generelles Projekt vor, auf welchem der aktuell gültige Festsetzungseintrag der Ostumfahrung Suhr im kantonalen Richtplan basiert.

In den letzten Jahren wurde festgestellt, dass sich die Verkehrsströme merklich verändert hatten. Auf der Grundlage aktueller Verkehrsdaten wurden in den Jahren 2016/17 neue Linienführungen für die Ostumfahrung Suhr untersucht. Mit der Ostumfahrung soll eine optimale Entlastungswirkung erzielt und die Eingriffe in den Landschafts- und Siedlungsraum sowie der Bedarf an wertvollem Kulturland gegenüber dem bewilligten generellen Projekt minimiert werden. Aus diesen Arbeiten resultierte die nun vorliegende neue Linienführung mit Anschluss an die Gränicherstrasse nördlich der A1.

Südumfahrung und Anbindung ans übrige Strassennetz

Gleichzeitig wurde erkannt, dass die optimale Verkehrsentlastung für Suhr und für die Anbindung des Wynentals an die A1 in einer Kombination von Ost- und Südumfahrung liegt. Der Kanton möchte die Mobilität so entwickeln, dass auch für die umliegenden Gemeinden (Ober- und Unterentfelden, Gränichen, Schafisheim, Hunzenschwil) Mehrwerte geschaffen werden können. Dies wird zum einen durch eine optimale Integration von Ost- und Südumfahrung ins bestehende Kantons- und Gemeindestrassennetz erzielt. Zum anderen gehört auch der kontinuierliche Austausch mit dem Bundesamt für Strassen ASTRA zu möglichen Optimierungen der Anschlüsse Aarau-Ost und Aarau-West sowie zur Verbindung zwischen der A1 und der T5 im Bereich des Anschlusses Aarau-Ost dazu.

Projektgeschichte

Ziele des Projekts

Die Projektziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Entlastung des Siedlungsraums vom Durchgangsverkehr
  • Verbesserung der Anbindung des Wynentals an die Autobahn A1 und nach Aarau
  • Reduktion der Belastung für die Wohnbevölkerung
  • Aufwertung des Velonetzes für den lokalen und regionalen Verkehr

Ferner sollen folgende Randbedingungen berücksichtigt werden:

  • Minimierung des Bedarfs an wertvollem Kulturland
  • Möglichst geringe Eingriffe in den Landschaftsraum
  • Optimale Anbindung der VERAS ans bestehende Kantons- und Gemeindestrassennetz

Mit der VERAS wird der gordische Knoten der Region durchschlagen. Die Anschlüsse ans bestehende Strassennetz erfolgen übergeordnet koordiniert. Die umliegenden Gemeinden und insbesondere das Wynental profitieren von einer besseren Anbindung an die Nationalstrasse A1 unter grösstmöglicher Wahrung wertvoller Naturwerte.

Projektbestandteile Ostumfahrung

Um den Bedürfnissen der betroffenen Wohnbevölkerung und Verkehrsteilnehmenden Rechnung zu tragen, wurden der Bevölkerung von Suhr 2017 mehrere mögliche Varianten der Ostumfahrung Suhr vorgestellt. Der Gemeinderat von Suhr sprach sich für eine dieser Varianten aus. Der Kanton ist nun bestrebt, diese hinsichtlich der technischen Machbarkeit, der Umweltverträglichkeit und der Wirtschaftlichkeit im Rahmen eines Vorprojekts zu optimieren. Anschliessend wird die Anpassung des Richtplaneintrags vorgenommen. Mit dem Baustart wird frühestens im Jahr 2024 gerechnet.

Projektwettbewerb Überführung Bernstrasse Ost

Die Anbindung der Ostumfahrung an die Bernstrasse Ost konnte mit der bisher vorliegenden Vorstudie nicht überzeugend gelöst werden. Aufgrund der prominenten Lage sah die Bauherrschaft die Einbindung in den Siedlungs- und Landschaftsraum und die Gestaltung als besonders wichtig an und beschloss, einen Projektwettbewerb mit Präqualifikation auszuloben. Das Preisgericht erkor den Beitrag «Integral» einstimmig zum Siegerprojekt.

Der Verkehrsfluss der Bernstrasse Ost von und nach Suhr wird durch den niveaufreien Bahnübergang am Siedlungsrand massiv beeinträchtigt. Schon heute sind die Schliesszeiten sehr lang – nicht nur aufgrund des Personenzugverkehrs, sondern auch wegen des intensiven Rangierverkehrs zwischen dem Bahnhof Suhr und dem Industriegebiet Suhr–Buchs. Die SBB sehen für die Linie Zofingen–Lenzburg eine Fahrplanverdichtung vor, die das Problem zusätzlich verschärfen wird. Deshalb soll mit der Ostumfahrung eine Überführung errichtet werden, die westlich der Bahngleise die Bernstrasse aufnimmt und östlich davon an die neue Umfahrungsstrasse anbindet.

In der Vorstudie zur Ostumfahrung wurde dafür eine Lösung entworfen, die im Wettbewerb als Amtsvorschlag bezeichnet wurde. Sie versuchte zwar den komplexen Randbedingungen bestmöglich Rechnung zu tragen, konnte die Bauherrschaft letztlich aber nicht in jeder Hinsicht überzeugen. Da die Überführung das Orts- und Landschaftsbild Suhrs in den nächsten 80 bis 100 Jahren prägen wird, entschied das BVU, den Amtsvorschlag im Rahmen eines Wettbewerbs alternativen Lösungen gegenüberzustellen. Die Brücke soll nicht nur zweckmässig, sondern auch gestalterisch ansprechend und mit ihrer Umgebung verträglich sein.

Der daraufhin ausgelobte Projektwettbewerb ist als Teilprojekt der Ostumfahrung Suhr anzusehen. Acht Planerteams bewarben sich auf die Ausschreibung, wovon fünf Teams vom Preisgericht zur Weiterbearbeitung zugelassen wurden.

Das Preisgericht empfiehlt das Projekt «Integral» einstimmig zur Weiterbearbeitung. Die vorgeschlagene Lösung zeichnet sich durch eine langgezogene Linienführung aus, die mit Selbstverständlichkeit die Fahrtrichtung aufnimmt. Der Anschluss der Umfahrungsstrasse und der Ortseinfahrt Suhr findet in einem Kreisel nahe der Wynabrücke statt. Die Wahl der linearen Führung mit Kreisel ergibt eine überzeugende Einfügung in die Topographie, die dem Landschaftsraum seine Kontinuität belässt. Die Anschlussbauten konzentrieren sich in einem bereits bebauten Bereich um den Kreisel.

Die schmale Fahrspur lässt den Baukörper schlank wirken. Seine geschwungene Linie verleiht ihm eine organische Form. Das Querschnittsprofil, die V-förmigen Stützen und die entsprechend grossen Spannweiten sind sorgfältig erarbeitet. Die dadurch entstehende Transparenz und die umsichtige Gestaltung der Anschlüsse ergeben eine elegante Lösung.

Integral überzeugt mit seiner Antwort auf die komplexen und vielfältigen Randbedingungen. Die vorgeschlagene Lösung integriert sich bestmöglich in den heutigen Landschafts- und Siedlungsraum und hat das Potential, auch neben zukünftigen Siedlungsentwicklungen zu überzeugen.

Visualisierungen

  1. Zu sehen ist die Brücke und im Vordergrund die Bahngleise. Ein Zug fährt von links in Bild ein.
    Visualisierung der Barriere
  2. Im Hintergrund ist die Brücke zu sehen, am linken Bildrand der Kreisel und im Vordergrund die Kreisel-Ein/Ausfahrt.
    Visualisierung des Kreisels

Projektbestandteile Südumfahrung

Für die Südumfahrung wurde eine Zweckmässigkeitsbeurteilung initialisiert, deren Lösung mit derjenigen der Ostumfahrung kompatibel ist. Sobald eine zweckmässige Bestvariante vorliegt, soll die Südumfahrung im Richtplan festgesetzt werden. Dies erfolgt gleichzeitig mit der Anpassung des Richtplaneintrags für die Ostumfahrung.

Beide Umfahrungen sind Elemente, die in der Netzstrategie Region Aarau (BVU, 2013) enthalten sind und die den West-Ost-Verkehr im Raum Entfelden–Suhr in Zukunft aufnehmen sollen. Erst das Zusammenwirken von Ost- und Südumfahrung entlastet Suhr optimal und bindet das Wynental besser an die A1 an.

Ausschnitt des kantonalen Richtplans in Suhr Bild vergrössern
Ausschnitt des kantonalen Richtplans in Suhr (© Kanton Aargau)

Die Festsetzung der Ostumfahrung wird als durchgehende, rote Linie dargestellt. Sie führt von der Bernstrasse Ost, nahe des Einrichtungsmarktes Lipo, über die Wynenmatte bis zur A1, unterquert diese und schliesst dort an die Gränicher- beziehungsweise Suhrerstrasse an. Die Südumfahrung wird rot gepunktet dargestellt, was deren Status als Vororientierung deutlich macht. Sie schliesst südlich der A1 an die Ostumfahrung an, unterquert die A1 Richtung Westen und verläuft zwischen ebendieser und der Bahnlinie bis zur östlichen Siedlungsgrenze Oberentfeldens.

Beurteilung der VERAS

Die drei Varianten "Südumfahrung allein", "Ostumfahrung allein" sowie "Süd- und Ostumfahrung kombiniert" werden alle sowohl auf ihre Kosten als auch auf ihre verkehrliche Entlastungswirkung untersucht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Varianten dient als Grundlage für den Entscheid über das weitere Vorgehen.

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