Lenzburg – Zubringer A1/Knoten Neuhof

Das Projekt löst die bestehenden Verkehrsprobleme am Knoten Neuhof. Mit dem Tunnel für den Verkehr von der A1 Richtung Bünztal und umgekehrt wird die Leistungsfähigkeit am Knoten Neuhof sichergestellt. Damit wird die Autobahnanbindung für Lenzburg und das Bünztal wesentlich verbessert. Zusätzlich wird der Unfallschwerpunkt Knoten Lindfeld saniert. Als flankierende Massnahme wird der Verkehr von der A1 und vom Bünztal in Richtung Stadt Lenzburg auf die verfügbaren Strassenkapazitäten in Lenzburg abgestimmt. Für den Langsamverkehr werden die Lücken im kantonalen Radwegnetz geschlossen.

Ausgangslage und Handlungsbedarf

Über den Knoten Neuhof bei Lenzburg führen die Verkehrsverbindungen vom Bünztal und – via Lenzburg – vom Seetal (Hallwilersee) auf die Nationalstrasse A1, aber auch vom Bünztal nach Lenzburg und umgekehrt. Die Regionen Lenzburg, Bünztal und Seetal haben sich aufgrund ihrer Attraktivität in den letzten Jahren schnell entwickelt, was dazu führte, dass der Verkehr stark zunahm. Als Folge wurde sowohl das Bahn- wie auch das Busangebot vom Kanton stark ausgebaut, die Nachfrage ist gross. Dennoch ist der Strassenverkehr angewachsen und führt mittlerweile zu regelmässigen und lang andauernden Staus. Daraus resultieren insbesondere die folgenden Probleme:

Die Leistungsfähigkeit des heute lichtsignalgesteuerten Knotens Neuhof am A1-Zubringer Lenzburg (K 123/K 247) genügt seit längerer Zeit nicht mehr. In den letzten wenigen Jahren hat sich diese Situation noch weiter verschärft. Nicht nur in den Spitzenstunden, sondern auch tagsüber treten Verkehrssituationen auf, in denen sich der Verkehr in allen drei Richtungen (Bünztal, Stadt Lenzburg und A1) weiträumig einstaut. Ursachen hierfür sind die grossen Verkehrsströme, die sich im Knoten Neuhof kreuzen. Der Stau bewirkt erheblichen Ausweichverkehr durch Quartiere und umliegende Ortschaften, insbesondere auch vom Bünztal via Dottikon zum A1-Anschluss Mägenwil.

Am Knoten Lindfeld kreuzen sich der Verkehr von Othmarsingen nach Lenzburg respektive von der A1 nach Othmarsingen mit den grossen Verkehrsströmen auf der K 123, was zu häufigen Unfällen führt. Das Kreuzen der Fahrbahnen beim Einbiegen von und auf die K 267 ist sehr riskant und gefährlich geworden. Der Knoten Lindfeld ist ein kantonaler Unfallschwerpunkt.

Die Verkehrsprognosen unterstreichen den grossen Handlungsbedarf: Die K 123 als A1-Zubringer ist heute mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTV) von rund 27'000 Fahrzeugen pro Tag belastet. Bis ins Jahr 2025 ist eine Erhöhung auf rund 35'000 Fahrzeuge prognostiziert, resultierend aus dem noch zu erwartenden Wachstum aufgrund der guten Entwicklungspotenziale der Regionen Lenzburg, Bünztal und Seetal. Richtung Bünztal liegt die Belastung heute bei 21'000 Fahrzeugen pro Tag. Die Prognose für 2025 beträgt rund 26'000 Fahrzeuge.

Ziele

Auf Grund der in der Ausgangslage beschriebenen Situation sowie der umfangreichen Analysen und Planungsarbeiten am A1-Zubringer Lenzburg werden mit dem Projekt "A1-Zurbinger Lenzburg, Knoten Neuhof" folgende Ziele verfolgt:

  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit am lichtsignalgesteuerten Knoten Neuhof durch Entflechtung der Verkehrsströme
  • Anbindung an das Nationalstrassennetz verbessern
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle Teilnehmer (insbesondere am Knoten Lindfeld)
  • Abstimmen der Verkehrsmengen auf die begrenzte Leistungsfähigkeit des Verkehrssystems mit Kerntangente Lenzburg (Pförtnerung an der Peripherie)
  • Gewährleistung von verlässlichen Reisezeiten für den MiV und ÖV
  • Ergänzen des kantonalen Radwegnetzes

Stand des Projekts

Der Grosse Rat hat am 4. Dezember 2012 den Kredit für die Realisierung des Projekts Knoten Neuhof in Lenzburg mit 85 zu 40 Stimmen auf Basis des generellen Projekts beschlossen. 41 Mitglieder des Grossen Rats haben den Kreditbeschluss mit dem Behördenreferendum der Volksabstimmung unterstellt. In der Volksabstimmung vom 3. März 2013 bestätigten die Aargauer Stimmberechtigten die Kreditbewilligung mit 113'995 Ja zu 41'012 Nein-Stimmen.

Während der öffentlichen Auflage des Projekts vom 2. Juni bis am 1. Juli 2014 gingen elf Einwendungen ein, davon eine Sammeleinwendung mit 123 Mitunterzeichnern. Die Hauptelemente des Projekts waren nicht bestritten. Die Einwender bemängelten neben Eingriffen auf privaten Parzellen und der Radquerung am Kreisel Gexi hauptsächlich die Verlegung der Buslinie 393 auf die Othmarsingerstrasse, respektive die notwendigen Anpassungen der Gestaltung in der Othmarsingerstrasse.

Der Regierungsrat wies am 14. Dezember 2016 die offenen Einwendungen ab und genehmigte das Projekt. Danach wurden die Entscheide des Regierungsrats, das Projekt sowie der Umweltverträglichkeitsbericht gemäss Art. 20 der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV) während 30 Tagen öffentlich aufgelegt. Während dieser Frist ging keine Beschwerde ein. Die Einwendungsentscheide und die Projektgutheissung des Regierungsrats sind damit rechtskräftig. Die Planung des Projekts kann nun weitergeführt werden.

Als nächster Verfahrensschritt steht der Landerwerb an. Parallel dazu wird die Submission der Hauptarbeiten vorbereitet. Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich 2018. Die Bauzeit wird rund drei Jahre betragen.