Aarburg/Oftringen/Zofingen – Wiggertalstrasse K 204

Die Idee einer Wiggertalstrasse von Zofingen bis zum Autobahnanschluss Rothrist und einer neuen Aarequerung im Bereich Aarburg/Rothrist besteht seit rund 50 Jahren. Der Grosse Rat hat am 19. September 2000 die Festsetzung des Bauvorhabens Wiggertalstrasse "Zofingen Bleiche bis Rothrist Rishalden" im Richtplan beschlossen.

Ausgangslage

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt BVU liess im Einvernehmen mit den Gemeinden Aarburg, Oftringen, Rothrist, Strengelbach und Zofingen ein generelles Projekt und einen kantonalen Nutzungsplan erarbeiten. Handlungsbedarf besteht bei der Verbesserung der Verkehrssituation und der uneingeschränkten Benutzbarkeit der Strasse für alle Verkehrsteilnehmenden. Die Wiggertalstrasse hat den Ansprüchen des Verkehrs für die nächsten Jahrzehnte zu genügen. Durch den Bau der Wiggertalstrasse K 204 wird der öffentliche Verkehr gefördert, da zukünftig verschiedene neue Buslinien zum Bahnhof Zofingen angeboten werden können. In Bezug auf die Umwelt soll das Projekt Rücksicht nehmen und Eingriffe soweit möglich kompensieren. Die Altstadt Zofingen und die Kernzone von Oftringen sollen vom Schwerverkehr und vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Zielsetzungen

Der Kanton und die Gemeinden Aarburg, Oftringen, Rothrist, Strengelbach und Zofingen verfolgen, abgestützt auf die Gesamtverkehrsstrategie mobilitätAARGAU, mit dem Bau der Wiggertalstrasse K 204 folgende Ziele:

  • Schaffung einer leistungsfähigen Nord-Süd-Verbindung und Entlastung der Luzernerstrasse K 104 Oftringen–Zofingen
  • verkehrssichere und leistungsfähige Führung für sämtliche Verkehrsteilnehmenden
  • Aufwertung der Langsamverkehrsachse Aarburg/Rothrist nach Zofingen durch den Bau eines Parallelwegs und einer neuen Velo-/Fussgängerunterführung bei der Bernstrasse
  • Verbesserung für den öffentlichen Verkehr durch neue Buslinien
  • Entlastung der Altstadt Zofingen und der Kernzone von Oftringen vom Schwerverkehr und vom Durchgangsverkehr
  • verbesserte Umweltsituation im Bereich der Wohngebiete (vor allem Luft und Lärm)
  • verbesserte Erschliessung der Wohn- und Arbeitszonen
  • Umlegung der Versorgungsroute Typ I von der Luzernerstrasse K 104 auf die Wiggertalstrasse K 204
  • sinnvolle Abstimmung mit andern Infrastrukturvorhaben (Unterführung Strengelbacherstrasse K 233, Betriebs- und Gestaltungskonzepte Luzernerstrasse K 104 Zofingen–Oftringen)

Projektbeschrieb

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Übersichtsplan (© Kanton Aargau)

Der Anschluss der Wiggertalstrasse K 204 an die Bernstrasse K 235, Aarburg/Oftringen, erfolgt mit einem Kreisel mit 32 Metern Durchmesser. Das Trassee der neuen Wiggertalstrasse folgt der bestehenden "Alten Strasse". Für die Querung der Bernstrasse durch die kantonale Radroute auf der heutigen "Alten Strasse" (R581) wird ein neues Unterführungsbauwerk erstellt. Für die bestehenden und zukünftigen Buslinien sind vier Bushaltestellen notwendig. Diese sind paarweise, unmittelbar nach dem Kreisel auf der Bernstrasse und auf der Wiggertalstrasse vorgesehen. Es sind auch verschiedene Lärmschutzwände und der Einbau von Lärmschutzfenstern notwendig.

Zwischen dem Kreisel Bernstrasse und dem Kreisel Nigglishüser (Erzo) wird neben der Wiggertalstrasse ein 3 Meter breiter Parallelweg für den Langsamverkehr erstellt. Der bestehende Hauptwässergraben muss verlegt werden. Es werden zwei Kleintierdurchlässe erstellt und zwei 9 Meter breite Grünkorridore vorgesehen, welche für die ökologische Vernetzung zum Wiggerufer sorgen. Weitere ökologische Ausgleichsflächen entstehen entlang des Hautwässergrabens. Hier werden wertvolle Hochhecken ergänzt und Magerwiesen vorgesehen.

Das Mittelstück zwischen dem Kreisel Nigglishüser (Erzo), Oftringen und dem Gebiet Bleiche, Zofingen wurde in den Jahren 2008 bis 2010 bereits durch die Gemeinden realisiert und vorfinanziert. Es umfasst nebst der Strasse den Kreisel Nigglishüser (Erzo), die Verbreiterung der Tychbrücke bei der Nigglishüserstrasse, eine neue Tychbrücke beim Aeschwuhrweg, eine neue Wiggerbrücke als Anschluss der Gemeinden Rothrist und Strengelbach an die Wiggertalstrasse sowie einen Durchlass für den Dorfbach Zofingen mit seitlichen Kleintierdurchlässen.

Beim Knoten Bleicheweg/Webereiweg in Zofingen soll ein Mehrzweckstreifen für abbiegende Radfahrende und eine Abbiegespur für die Erschliessung des Areals Bleiche erstellt werden.

Die Ein- und Ausfahrten an der Unteren Brühlstrasse in Zofingen für Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe werden im Hinblick auf die höheren Verkehrsbelastungen aus Gründen der Verkehrssicherheit zusammengefasst. In Absprache mit den Grundeigentümern werden neue Bäume angepflanzt. Im Abschnitt Zofingen werden mehrere neue Bushaltestellen erstellt. Beim Knoten Wässermattenweg ist ein Mehrzweckstreifen für die Industrieerschliessung vorgesehen.

Der Bereich Knoten Mühlegasse/Mühlemattstrasse in Zofingen muss verbreitert werden, damit auf der ganzen Länge der Unteren Brühstrasse beidseitige Radstreifen angeordnet werden können. Die Linksabbiegespuren werden aufgehoben und durch einen Mehrzweckstreifen ersetzt. Zwei Fussgängerschutzinseln ermöglichen das sichere Queren.

Projektpläne

Stand des Projekts

Abschnitt Aarburg/Oftringen

Ende August 2015 fand der Spatenstich zu den Bauarbeiten der Wiggertalstrasse statt.

Zuerst wurde der erste Teil der Personenunterführung Bernstrasse K 235 erstellt und parallel dazu die Entlastungsleitung der Erzo in der Bernstrasse verlegt. Zudem war der Hauptwässergraben beim Gewerbehaus Deckel seitlich neu zu erstellen. Im Anschluss daran starteten die Bauarbeiten zum Kreisel Bernstrasse. Dabei wurde ein zweischichtiger Betonkreisel mit einer sehr harten Betonoberfläche erstellt, damit die Griffigkeit lange gewährleistet ist. Vier zusätzliche Betonbushaltestellen erlauben es, zukünftig verschiedene neue Buslinien zwischen Olten, Aarburg, Oftringen, Rothrist und Zofingen anzubieten.

Danach wurden auf der Bernstrasse neue Werkleitungen bis zur Wiggerbrücke hin verlegt, der Verursacherkreisel Alte Strasse (beim Gewerbehaus Deckel) neu erstellt und am Trassee der Wiggertalstrasse in Richtung Erzo weitergearbeitet. Hier wurden auch verschiedene Bachdurchlässe, Brücken für Zufahrten zu den Liegenschaften der Anwohnerinnen und Anwohner, Kleintierdurchlässe sowie die zugehörigen Leiteinrichtungen erstellt. Die offenen Bachabschnitte wurden teils renaturiert, teils mit Granitblocksteinen ausgeführt.

Parallel zu den Arbeiten an der Wiggertalstrasse sanierte das ASTRA die Brücke über die Autobahn, damit die Tragfähigkeit auch für 40-Tönner gewährleistet ist. Zusätzlich wurde der Gehweg auf der Brücke so umgebaut, dass ein 3 Meter breiter, kombinierter Rad-/Gehweg darüber geführt werden kann. Dieser schliesst beidseits an den neu erstellten Parallelweg für den Langsamverkehr, der mit der Wiggertalstrasse erstellt wurde, an.

Inzwischen konnte auch der Verursacherkreisel Omya gebaut werden. Parallel dazu begann der Bau der Industriestrasse, welche das beim Kreisel Omya liegende Gewerbegebiet erschliesst und an die Wiggertalstrasse anbindet.

Im Jahr 2018 wurde auch noch die Belagssanierung der Bernstrasse bis zur Wiggerbrücke in Angriff genommen. Zudem liess die Gemeinde Aarburg die Alte Zofingerstrasse sanieren.

Zurzeit sind noch verschiedene Gruppen der Bauunternehmung ARGE Sustra/Brun und verschiedene weitere Unternehmer mit den Restarbeiten beschäftigt. Der Deckbelagseinbau ist in verschiedenen Etappen vorgesehen und wird voraussichtlich noch dieses Jahr erfolgen. Die Nebenarbeiten dauern bis ca. Mitte 2019.

Abschnitt Zofingen

Ab Frühling 2016 wurde die Mühlemattstrasse im Abschnitt Kreisel Strengelbacherstrasse bis Mühlegasse verbreitert sowie zwei Betonbushaltestellen erstellt. Bereits ab Ende 2015 erfolgte von Norden her ab Bleicheweg bis zur Müller Martini AG der Strassenausbau und der Werkleitungsbau für die Wiggertalstrasse mit vier zusätzlichen Betonbushaltestellen. Die Erzo sanierte parallel dazu den Hauptsammelkanal. Die Koordination dieser beiden grossen Bauvorhaben, die Gewährleistung des Verkehrsflusses sowie die allzeitige Zugänglichkeit zu den Gewerbebetrieben an der Unteren Brühlstrasse waren für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung.

Die Zu- und Wegfahrten der Industriebetriebe und auch viele grosse Parkplätze und Vorplätze waren zur Steigerung der Verkehrssicherheit umzugestalten. Ab Wässermattenweg bis zur Mühlegasse traf man zusätzlich auf einen schlechten Baugrund, weshalb die ganze Fundationsschicht ausgewechselt werden musste. Diese Zusatzarbeiten erforderten leider auch mehr Bauzeit, so dass der Einbau des Deckbelages im Abschnitt Bleiche bis Mühlegasse erst im Sommer 2018 erfolgen konnte. Wir bedanken uns in diesem Zusammenhang bei den Anwohnerinnen und Anwohnern und bei den Verkehrsteilnehmenden für das Verständnis für die lange Behinderungszeit.

Seitlich der Fahrbahn werden nun noch auf die ganze Länge der Wiggertalstrasse im Abschnitt Zofingen neue Erlen gepflanzt.