Kennzahlen Bildung

Das Departement BKS hat ausgewählte Bildungsindikatoren analysiert und die aussagekräftigsten Vergleichsdaten für den Kanton Aargau herausgegriffen. Für die untenstehenden Bereiche gibt es Publikationen zu den jeweiligen Kennzahlen.

STEP I

STEP I steht für den ersten grossen Schritt in der Bildungskarriere von der Volksschule in die Sekundarstufe II.

Im Auftrag des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) führt Statistik Aargau jährlich die Erhebung STEP I durch. Dabei wird jeweils im Juni nachgefragt, welchen Weg die Lernenden nach Abschluss der Sekundarstufe I einschlagen werden. Seit 2008 werden die Anschlusslösungen aller Lernenden von Regelschulen erfasst. Seit 2010 sind zusätzlich die Sonderschulen integriert. Die Daten werden durch Statistik Aargau analysiert.

Ergebnisse 2017

2017 absolvierten rund 6'800 Lernende im Kanton Aargau das Abschlussjahr der öffentlichen Volksschule. Gut 3 Prozent von ihnen verbleiben für ein weiteres Jahr an der Volksschule. 6'529 Lernende haben im Sommer die Volksschule verlassen, davon stammen 97 Prozent aus Regelschulen und 3 Prozent aus Sonderschulen. Welche Wege die Abgängerinnen und Abgänger einschlagen, zeigen die folgenden Ausführungen.

Anschlusslösung nach der Regelschule

Der überwiegende Teil der Aargauer Jugendlichen besucht eine Regelklasse, die auf der Oberstufe in drei Anspruchsniveaus geführt wird: Bezirks-, Sekundar- und Realschule. Weiter existieren im Kanton Aargau im Rahmen der Regelschule auch Sonderklassen (Kleinklassen, Werkjahr, Berufswahljahr, Integrations- und Berufsfindungsklasse).

Anschlusslösungen in der Übersicht

Kuchendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen Schülerinnen und Schüler aus der Regelschule 2017 gewählt haben. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach der Regelschule 2017. Daten: Statistik Aargau 2017 / © BKS

Etwas über 20 Prozent dieser Jugendlichen tritt nach der Schule in eine allgemeinbildende Schule über (ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule). Gut 60 Prozent beginnt im Anschluss an die Volksschule mit einer beruflichen Grundbildung, der überwiegende Teil davon in Form einer dualen Berufslehre in einem Lehrbetrieb. 16 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger wählen eine andere Anschlusslösung wie etwa ein Brückenangebot oder steigen direkt in die Erwerbstätigkeit oder ein Praktikum ein. 1 Prozent (63 Volksschulabgängerinnen und -abgänger) stehen am Ende der obligatorischen Schulzeit ohne Anschlusslösung da. Die meisten von ihnen nutzen aber ein Beratungsangebot, das sie bei der Suche nach einer Anschlusslösung unterstützt.

Anschlusslösungen im Zeitvergleich

Säulendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen im Zeitvergleich von 2008, 2011, 2014 und 2017 gewählt wurden. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen im Zeitvergleich. Daten: Statistik Aargau 2017 / © BKS

Die seit 2008 erfassten Anschlusslösungen für Abgängerinnen und Abgänger der Regelschulen im Kanton Aargau erlauben inzwischen einen Vergleich über 10 Jahre. Längerfristig rückläufig ist dabei insbesondere der Anteil derjenigen, denen kein direkter Einstieg in eine weiterführende Ausbildung gelingt: von rund 23 Prozent 2008 auf knapp 17 Prozent 2017. In der ersten Hälfte der beobachteten Zeitperiode (bis 2012) ist parallel dazu der Anteil der Volksschulabsolvierenden, die eine weiterführende Schule besuchen, von 20 auf 25 Prozent gewachsen. Seither ist dieser Anteil aber weitgehend stabil, während die duale Berufslehre weiter an Bedeutung gewonnen hat. Knapp 60% der Volksschulabsolvent/innen treten heute direkt nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit in eine duale Berufslehre ein.

Anschlusslösungen nach Geschlecht und Schultyp

Balkendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen männliche und weibliche Jugendliche sowie Abgänger/-innen von Bez, Sek und Real gewählt haben. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach Geschlecht und Schultyp 2017. Daten: Statistik Aargau 2017 / © BKS

Welche Art der Anschlusslösung gewählt wird, unterscheidet sich deutlich zwischen den Geschlechtern und ist auch stark abhängig vom zuvor besuchten Schultyp. Männliche Jugendliche (69%) entscheiden sich viel eher für eine berufliche Grundbildung, als ihre weiblichen Kolleginnen (53%). Diese treten hingegen beinahe doppelt so häufig in eine allgemeinbildende Schule über und wählen auch öfters einen direkten Einstieg in eine Erwerbstätigkeit.

Den Absolventinnen und Absolventen der Bezirksschule stehen alle Anschlusslösungen offen. Rund 56 Prozent von ihnen besuchen eine weiterführende Schule, knapp 40 Prozent entscheiden sich für eine duale Berufsehre. Bei den Lernenden der Sekundarschule ist es die grosse Mehrheit, die eine berufliche Grundbildung wählt, während nur einzelne in eine weiterführende Schule wechseln. Die Berufslehre ist auch die meistgewählte Anschlusslösung von Realschülerinnen und Realschülern. Sie müssen jedoch häufiger als die Abgängerinnen und Abgänger der anderen Schultypen auf eine Zwischenlösung ausweichen, steigen als Arbeitskräfte ohne Sek II-Abschluss in den Arbeitsmarkt ein oder haben bei Abschluss der obligatorischen Schule noch gar keine Anschlusslösung gefunden.

Somit gelingt 31 Prozent der Absolvierenden einer Realschule der Übertritt in eine weiterführende Ausbildung nicht auf Anhieb. Dieser Wert ist der zweitniedrigste (2016: 30%) seit Beginn der STEP I Erhebungen 2008. Damals schafften 59 Prozent den Direktübertritt in die Sekundarstufe II, dieser Wert konnte bis heute um rund 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Diese positive Entwicklung lässt sich bei allen Schultypen beobachten.

Anschlusslösung nach der Sonderschule

Neben der öffentlichen Regelschule decken im Kanton Aargau auch Sonderschulen (stationäre Sonderschulen und Tagessonderschulen) den Bedarf für Kinder mit einer Beeinträchtigung ab. Die Sonderschulen haben die Bedürfnisse einer sehr heterogenen Gruppe von Schülerinnen und Schülern abzudecken. Unter den Abgängerinnen und Abgängern befinden sich Jugendliche mit kognitiver oder sozialer Beeinträchtigung, solche mit Nachteilen körperlicher Art oder mit einer Störung des Sprechens oder der Sprache. Entsprechend vielseitig sind auch die Anschlusslösungen.

Der Anteil derjenigen, die in eine weiterführende Schule übertreten ist sehr gering. 42 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger startet nach der Sonderschule mit einer dualen Berufslehre. Etwas mehr als die Hälfte tritt in ein spezialisiertes Angebot ein, etwa ein Brückenangebot oder eine Beschäftigung. In 12 Prozent der Fälle liegen diese Anschlusslösungen in anderen Kantonen.

Kuchendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen Schülerinnen und Schüler aus der Sonderschule 2017 gewählt haben. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach der Sonderschule. Daten: Statistik Aargau 2017 / © BKS

Ergebnisse der Vorjahre

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