Kennzahlen Bildung

Das Departement BKS hat ausgewählte Bildungsindikatoren analysiert und die aussagekräftigsten Vergleichsdaten für den Kanton Aargau herausgegriffen. Für die untenstehenden Bereiche gibt es Publikationen zu den jeweiligen Kennzahlen.

STEP I

STEP I steht für den ersten grossen Schritt in der Bildungskarriere von der Volksschule in die Sekundarstufe II.

Im Auftrag des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) führt Statistik Aargau jährlich die Erhebung STEP I durch. Dabei wird jeweils im Juni nachgefragt, welchen Weg die Lernenden nach Abschluss der Sekundarstufe I einschlagen werden. Seit 2008 werden die Anschlusslösungen aller Lernenden aus der Regelschule erfasst. Seit 2010 sind zusätzlich die Sonderschulen integriert. Die Daten werden durch Statistik Aargau analysiert.

Ergebnisse 2018

2018 absolvierten über 6'700 Lernende im Kanton Aargau das Abschlussjahr der öffentlichen Volksschule. Gut 3 Prozent von ihnen verbleiben für ein weiteres Jahr an der Volksschule. 6'511 Lernende haben im Sommer die Volksschule verlassen, davon stammen über 97 Prozent aus Regelschulen und 2.4 Prozent aus Sonderschulen. Welche Wege die Abgängerinnen und Abgänger einschlagen, zeigen die folgenden Ausführungen.

Anschlusslösung nach der Regelschule

Der überwiegende Teil der Aargauer Jugendlichen besucht eine Regelklasse, die auf der Oberstufe in drei Anspruchsniveaus geführt wird: Bezirks-, Sekundar- und Realschule. Weiter existieren im Kanton Aargau im Rahmen der Regelschule auch Sonderklassen (Kleinklasse, Werkjahr, Berufswahljahr, Integrations- und Berufsfindungsklasse).

Anschlusslösungen in der Übersicht

Kuchendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen Schülerinnen und Schüler aus der Regelschule 2018 gewählt haben. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach der Regelschule 2018. Daten: Statistik Aargau 2017 / © BKS

Knapp ein Viertel der Jugendlichen tritt nach der Schule in eine allgemeinbildende Schule über (ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule). Rund 60 Prozent beginnen im Anschluss an die Volksschule mit einer beruflichen Grundbildung, der überwiegende Teil davon in Form einer dualen Berufslehre in einem Lehrbetrieb. 15 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger wählen eine andere Anschlusslösung wie etwa ein Brückenangebot oder beginnen ein Praktikum. 1,7 Prozent stehen am Ende der obligatorischen Schulzeit ohne Anschlusslösung da. Ihnen stehen Beratungsan-gebote zur Verfügung, welche sie bei der Suche nach einer Anschlusslösung unterstützen.

Anschlusslösungen im Zeitvergleich

Säulendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen im Zeitvergleich von 2008, 2012 und 2018 gewählt wurden. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen im Zeitvergleich. Daten: Statistik Aargau 2018 / © BKS

Die seit 2008 erfassten Anschlusslösungen für Abgängerinnen und Abgänger der Regelschulen im Kanton Aargau erlauben inzwischen einen Vergleich über 10 Jahre. Längerfristig rückläufig ist dabei insbesondere der Anteil derjenigen, denen kein direkter Einstieg in eine weiterführende Ausbildung gelingt: von rund 23 Prozent 2008 auf knapp 17 Prozent 2018. In der ersten Hälfte der beobachteten Zeitperiode (bis 2012) ist parallel dazu der Anteil der Volksschulabsolvierenden, die eine weiterführende Schule besuchen, von 20 auf über 25 Prozent gewachsen. Seither ist dieser Anteil aber weitgehend stabil, während die duale Berufslehre weiterhin einen wichtigen Stellenwert hat. Eine Mehrheit der Volksschulabsolvent/innen tritt heute direkt nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit in eine duale Berufslehre ein.

Anschlusslösungen nach Geschlecht und Schultyp

Balkendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen männliche und weibliche Jugendliche sowie Abgänger/-innen von Bez, Sek und Real gewählt haben. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach Geschlecht und Schultyp 2018. Daten: Statistik Aargau 2018 / © BKS

Welche Art der Anschlusslösung gewählt wird, unterscheidet sich deutlich zwischen den Geschlechtern und hängt zugleich auch stark vom besuchten Schultyp ab. Männliche Jugendliche (68%) entscheiden sich viel häufiger für eine berufliche Grundbildung, als ihre weiblichen Kolleginnen (50%). Diese wählen hingegen sehr viel öfter eine allgemeinbildende Schule und absolvieren auch bedeutend häufiger ein Praktikum.

Den Absolventinnen und Absolventen der Bezirksschule stehen alle Anschlusslösungen offen. Rund 60 Prozent von ihnen besuchen eine weiterführende Schule, knapp 37 Prozent entscheiden sich für eine duale Berufsehre. Gut drei Viertel der Lernenden der Sekundarschule wählen eine berufliche Grundbildung, während nur einzelne in eine weiterführende Schule wechseln. Die Berufslehre ist auch die meistgewählte Anschlusslösung von Realschülerinnen und Realschülern. Sie müssen jedoch deutlich häufiger als die Abgängerinnen und Abgänger der anderen Schultypen auf eine Zwischenlösung ausweichen oder haben bei Abschluss der obligatorischen Schule noch keine Anschlusslösung gefunden.

Somit gelingt einem Drittel der Absolvierenden einer Realschule der Übertritt in eine weiterführende Ausbildung nicht auf Anhieb. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Über alle Schultypen hinweg ist ein leichter Rückgang der dualen Berufsbildung festzustellen. Die Jugendlichen aus der Bezirksschule kompensieren dies mit dem Besuch von weiterführenden Schulen. Jugendlichen aus der Sekundar- und Realschule weichen hingegen vermehrt auf Brückenangebote aus oder haben noch keine Anschlusslösung gefunden.

Anschlusslösung nach der Sonderschule

Neben der öffentlichen Regelschule decken im Kanton Aargau auch Sonderschulen (stationäre Sonderschulen und Tagessonderschulen) den Bedarf für Kinder mit einer Beeinträchtigung ab. Die Sonderschulen haben die Bedürfnisse einer sehr heterogenen Gruppe von Schülerinnen und Schülern zu unterrichten. Unter den Abgängerinnen und Abgängern befinden sich Jugendliche mit kognitiver oder sozialer Beeinträchtigung, solche mit Nachteilen körperlicher Art oder mit einer Störung des Sprechens oder der Sprache. Entsprechend vielseitig präsentieren sich auch die Anschlusslösungen.

Der Anteil derjenigen, die in eine weiterführende Schule übertreten ist sehr gering. 40 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger startet nach der Sonderschule mit einer dualen Berufslehre. Knapp die Hälfte tritt in ein spezialisiertes Angebot ein, etwa ein Brückenangebot oder eine Beschäftigung. In 7 Prozent der Fälle liegen die Anschlusslösungen in anderen Kantonen.

Kuchendiagramm mit Prozentangaben, welche Anschlusslösungen Schülerinnen und Schüler aus der Sonderschule 2018 gewählt haben. Bild vergrössern
Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach der Sonderschule. Daten: Statistik Aargau 2018 / © BKS

Ergebnisse der Vorjahre

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