Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II

Der Regierungsrat hat dem Grossen Rat im August 2016 ein Standort- und Raumkonzept für die Sekundarstufe II unterbreitet mit dem Ziel, gute Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung der beruflichen Grundbildung und der Mittelschulbildung zu schaffen. Der Grosse Rat ist nicht auf das Geschäft eingetreten. Das Projekt wird nicht weiterverfolgt.

Der dem Grossen Rat unterbreitete Umsetzungsvorschlag war Resultat einer öffentlichen Anhörung im Juni 2015 und berücksichtigte wichtige Anliegen, die sich daraus ergeben hatten. Insbesondere sollten alle regionalen Schulstandorte erhalten bleiben. Ein Eingriff wäre jedoch bei der Zuteilung der Berufe erfolgt, was für einzelne Berufsfachschulen zu spürbaren Veränderungen geführt hätte. So wären drei von vier gemischten Berufsbildungszentren entflochten worden und hätten künftig entweder nur kaufmännische oder nur gewerblich-industrielle Berufe angeboten.

Der Umsetzungsvorschlag hätte die seit 2001 geltende Berufszuteilungsplanung STABILO ablösen sollen. Mit STABILO wurde im Jahr 2001 letztmals ein Standortkonzept für die Berufsfachschulen beschlossen. Seither hat sich die Berufsbildungslandschaft und mit ihr die Auslastungen der Berufsfachschulen stark verändert. An den kantonalen Mittelschulen hingegen stieg der Raumbedarf in den letzten Jahren deutlich an.

Ziele

Ziel des neuen Standort- und Raumkonzepts für die Sekundarstufe II wäre gewesen, über die nächsten 15 Jahre eine gleichmässigere und insgesamt höhere Auslastung des Schulraums zu erreichen. Aufgrund der Anhörung rückte dieses Ziel im Umsetzungsvorschlag etwas in den Hintergrund. Zudem sah es vor, die Berufe so auf die Berufsfachschulen zu verteilen, dass noch konsequenter Kompetenzzentren hätten gebildet werden können. Gleichzeitig sollte auch den Bedürfnissen der Regionen Rechnung getragen werden.

Weiteres Vorgehen

Infolge des Nichteintretens des Grossen Rats wird von der vorgeschlagenen massvollen Konzentration des schulischen Teils der Berufsausbildung und von der verstärkten Bildung von Kompetenzzentren abgesehen. Alle Berufsfachschulen bleiben in ihrer Form bestehen. Wie bisher wird der Regierungsrat jährlich über die Zuteilung der Lehrberufe an die Berufsfachschulen beschliessen und erforderliche Neuzuteilungen vornehmen.

Die Mittelschulen bieten dieselben Schultypen an wie bis anhin. Mittelschülerinnen und Mittelschüler können grundsätzlich ihren Mittelschulstandort weiterhin wählen. Das Departement Bildung, Kultur und Sport kann Schülerinnen und Schüler aus schulorganisatorischen Gründen einer anderen als der gewünschten Mittelschule zuteilen und entscheidet über die Anzahl der an den einzelnen Mittelschulen zu führenden Abteilungen. So kann das Departement die Auslastungsunterschiede unter den Mittelschulen ausgleichen.

Die Raumknappheit der Mittelschulen und der Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales soll durch Raumerweiterungen auf den Schularealen und Zumietungen von Schulraum bewältigt werden.