Langfristige räumliche Entwicklung der Aargauer Mittelschulen

Bereits heute zeigen sich Engpässe an den Aargauer Mittelschulen. Mit Blick auf die nächsten 25 Jahre akzentuieren sich diese, und es zeigt sich ein weitreichender Handlungsbedarf für zusätzliche Tagesmittelschulen.

In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl Schülerinnen und Schüler an den Aargauer Tagesmittelschulen bei nahezu gleichbleibender Mittelschulquote insgesamt um 20 Prozent gewachsen. Die Folge waren Zumietungen von Schulräumen an der Kantonsschule Wettingen und der Alten Kantonsschule Aarau sowie der Bau von je einem Schulraumprovisorium an der Kantonsschule Baden und der Kantonsschule Wohlen. Trotzdem sind heute alle Schulen mit Ausnahme der Kantonsschule Zofingen räumlich ausgelastet respektive überlastet.

Ausgangslage und Ziele

Mit Blick auf die nächsten 25 Jahre akzentuieren sich die Engpässe im Aargauer Mittelschulsystem, und es zeigt sich ein weitreichender Handlungsbedarf für zusätzliche Tagesmittelschulen. Die Prognosedaten von Statistik Aargau und dem Bundesamt für Statistik für die Bevölkerungsgruppe der 15- bis 19-jährigen lassen aufgrund stärkerer Jahrgänge ab Beginn der 2020er Jahre bei gleichbleibender Mittelschulquote einen stetigen Anstieg der Abteilungszahlen erwarten. Dieser löst Raumbedarf für den Mittelschulbereich in allen Teilen des Kantons aus.

Von insgesamt rund 6'000 im Aargau wohnhaften Mittelschülerinnen und –schülern besuchen derzeit rund 5'500 eine Kantonsschule im Aargau. Rund 500 Fricktaler Schülerinnen und Schüler besuchen heute ausserkantonale Mittelschulen in den beiden Basler Halbkantonen. Die interkantonale Zusammenarbeit funktioniert gut und hat sich in der Praxis bewährt. Allerdings stehen der Aargau und die Partnerkantone vor denselben, das Mittelschulangebot betreffenden, demografischen Herausforderungen. Aufgrund dieser Ausgangslage ist für den Aargauer Regierungsrat der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Ausgestaltung der künftigen Mittelschullandschaft im Aargau an die Hand zu nehmen und insbesondere die Situation im Fricktal unter Einbezug der Nachbarkantone zu überdenken.

Vorgehen

Neue Vorhaben und insbesondere neue Standorte von Tagesmittelschulen erfordern einen langen planerischen Prozess. Aus diesem Grund wird ein Planungsbericht für die langfristige räumliche Entwicklung der Aargauer Tagesmittelschulen erarbeitet. Für die Weiterentwicklung der Aargauer Mittelschullandschaft von zentraler Bedeutung ist die Festlegung der Mittelschulstandorte. Für alle im Schulgesetz (öffnet in einem neuen Fenster) aufgelisteten Standorte und allfällige Ausbauten ist der Grosse Rat abschliessend zuständig. Der Ausbau neuer Standorte im Fricktal und im Aargauer Mittelland erfordert die Anpassung des Schulgesetzes sowie des Richtplans.

Zeitplan

WannWas
2. Quartal 2019 Verabschiedung des Planungsberichts durch den Regierungsrat
3. Quartal 2019 Beratung und Beschlussfassung zum Planungsbericht durch den Grossen Rat