Platzierung & Betreuungsangebote

Im Kanton Aargau stehen für Menschen mit einer Behinderung respektive in einer sozialen oder familiären Notlage verschiedene Angebote in Sonderschulen, Kinder- und Wohnheimen sowie in Einrichtungen mit Beschäftigungs- und Arbeitsplätzen zur Verfügung.

Für Kinder und Jugendliche ermöglichen diese Angebote eine bedürfnisgerechte Förderung, Beschulung und Betreuung. Der Eintritt in eine Sonderschule (Tagessonderschule oder Sonderschulheim) oder in ein Wohnheim erfolgt für Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Platzierung durch die dafür zuständige Behörde (Schulpflege / Familiengericht / Gemeinderat).

Erwachsene Menschen mit einer Behinderung wählen ihren Wohnheim-, Beschäftigungs- oder Arbeitsplatz selber oder mit Unterstützung ihrer Eltern oder Beistände.

Betreuungsangebote im Kanton Aargau

Für Kinder existieren ambulante Angebote im Vorschulbereich. Für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigem Alter besteht neben schulischen Angeboten, die den Unterricht und die berufliche Grundbildung abdecken, auch die Möglichkeit einer erweiterten ausserschulischen Betreuung. Von der heilpädagogischen Früherziehung, über Sonderschulung (Tagessonderschule / Sonderschulheime) bis zur Unterkunft in einer betreuten Wohneinrichtung stehen Angebote zur Verfügung, die den verschiedensten Bedürfnissen gerecht werden.

Bei Sonderschulfragen ist der Schulpsychologische Dienst die alleinige Fachstelle zur Bedarfsabklärung von verstärkten Massnahmen bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung.

Ausserkantonale Aufenthalte

Wenn im Kanton Aargau kein geeigneter Platz in einer Einrichtung zur Verfügung steht, kann die zuständige Behörde in eine ausserkantonale Einrichtung zuweisen. Voraussetzung ist u.a., dass die Einrichtung gemäss Interkantonaler Vereinbarung für Soziale Einrichtungen (IVSE) anerkannt ist.

Bewilligung und Finanzierung

Der Betrieb von Einrichtungen für Menschen mit besonderen Betreuungsbedürfnissen bedarf einer Betriebsbewilligung oder Anerkennung.

Finanzierung durch Kanton und Gemeinden

Abzüglich der individuellen Beiträge von Erwachsenen nach ihrer Leistungskraft, bzw. den Elternbeiträgen, tragen Kanton und Gemeinden gemeinsam:

  1. die in den Leistungsverträgen vereinbarten Kosten der anerkannten Einrichtungen,
  2. die Kosten der kantonalen Einrichtungen,
  3. die Kosten der bewilligten Leistungen von ausserkantonalen Einrichtungen,
  4. den Personalaufwand für die von den Gemeinden und Sprachheilverbänden angestellten Sprachheilfachpersonen.

Der Kanton vergütet den Einrichtungen die Kosten direkt.

Für die Finanzierung von Angeboten spielt die Art der Unterstützung, das Alter der Menschen mit Betreuungsbedürfnissen sowie die Anerkennung oder Bewilligung der Einrichtung eine Rolle.

Individueller Kostenbeitrag

Sowohl bei Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene haben Eltern respektive die erwachsene Person individuelle Kostenbeiträge zu tragen.