Kinder & Jugendliche

Kinder und Jugendliche können aufgrund einer Behinderung oder aus anderen Gründen früher oder später auf besondere Förderungs-, Schulungs-, Ausbildungs- und / oder Betreuungsangebote angewiesen sein.

Für Kinder existieren ambulante Angebote im Vorschulbereich. Für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigem Alter besteht neben schulischen Angeboten, die den Unterricht und die berufliche Grundbildung abdecken, auch die Möglichkeit einer erweiterten ausserschulischen Betreuung.

Die Grafik zeigt die verschiedenen sonderpädagogischen Angebote und besonderen Förderangeboten im Vorschulbereich und in der Volksschule auf. Weitere Informationen erhalten Sie, indem Sie die Felder anwählen.
Für weitere Informationen zu den Angeboten bitte Grafik vergrössern. © Kanton Aargau

Als behindert gelten...

Menschen, die aufgrund von Beeinträchtigungen körperlicher, sprachlicher, sensorischer, geistiger, psychischer oder sozialer Art so stark benachteiligt sind, dass ihre Teilnahme an Bildung, Erwerbsleben oder Gesellschaft erschwert oder verunmöglicht ist.

Betreuungsangebote

Bereits im Vorschulbereich bestehen verschiedene sonderpädagogische Angebote. Sie richten sich an Säuglinge und Kleinkinder mit einer Behinderung, mit Verhaltensauffälligkeiten oder mit Beeinträchtigungen in der Gesamtentwicklung.

Im Schulbereich stehen für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung sonderpädagogische Angebote in Form von verstärkten Massnahmen zur Verfügung. Besondere Förderangebote richten sich an Kinder und Jugendliche mit besonderen schulischen Bedürfnissen.

Einrichtungen mit sonderpädagogischem Angebot

Heilpädagogische Früherziehung und Logopädie im Frühbereich werden von Heilpädagogischen Diensten angeboten. Für Psychomotorik-Therapie sind die Ambulatorien für Psychomotorik-Therapie zuständig. Behinderungsspezifische Beratungs- und Begleitdienste unterstützen Kinder und Jugendliche mit Behinderung bei integrativer Schulung.

Bei Bedarf für Sonderschulung stehen vom Kanton anerkannte, auf verschiedene Behinderungsarten spezialisierte Sonderschulen zur Verfügung.

Wohnangebote

Es gibt Kinder und Jugendliche jeden Alters – sei es bereits bei der Geburt oder erst kurz vor Ende der Schulzeit – die nicht (mehr) im Familiensystem betreut werden können. Wenn eine Unterbringung in einer Pflegefamilie nicht oder nicht mehr in Frage kommt und / oder kein Bedarf für eine stationäre Sonderschule (Schulheim) ausgewiesen ist, sind Wohnangebote notwendig. Diese bieten neben Unterkunft und Verpflegung sozialpädagogische Betreuung und bei Bedarf auch Pflege und berufliche Grundbildung an. Im Kanton Aargau gibt es eine breite Palette an Wohneinrichtungen z.B. Kinderheime, Wohngruppen für Jugendliche oder Notfallgruppen.

Plätze in Aargauer Sonderschulen und Wohneinrichtungen

Der Kanton Aargau stellt sicher, dass für die unterschiedlichen Bedürfnisse Angebote und nach Bedarf auch spezialisierte Einrichtungen vorhanden sind.

Angebote in Aargauer Sonderschulen und Einrichtungen (XLSX, 56 KB)

Einrichtungen mit BJ-Anerkennung

Einzelne vom Kanton Aargau anerkannte Kinder- und Jugendeinrichtungen verfügen zusätzlich über eine Anerkennung vom Bundesamt für Justiz (BJ). Dabei handelt es sich um Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche aufnehmen, die aufgrund von psychischen und/oder sozialen Problemen nicht mehr in ihrem Herkunftsmilieu leben können und deren Problematik eine intensivere stationäre Behandlung in einem personell höher dotierten, 365 Tage geöffneten professionellen Angebot erfordert. Vom BJ anerkannte Einrichtungen erfüllen über die kantonalen Vorgaben hinaus zusätzliche Voraussetzungen. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Bundesamtes für Justiz (öffnet in einem neuen Fenster) zu finden.

Folgende Einrichtungen haben eine BJ-Anerkennung:

Finanzierung / Kostenbeteiligung

Die Eltern und die Wohngemeinden müssen sich mit einem Beitrag an den Kosten des Aufenthalts von Kindern und Jugendlichen in anerkannten Einrichtungen im Kanton Aargau und bei bewilligten ausserkantonalen Aufenthalten beteiligen.

Die Beiträge der Eltern und der Gemeinde sind unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um einen stationären Aufenthalt oder um eine Tagessonderschule respektive einen Tagesaufenthalt in einer stationären Einrichtung handelt.

Übersicht Kostenbeitrag der Eltern und Gemeindebeitrag
AngebotElternGemeinde
Tagesaufenthalt in Sonderschule oder stationärer EinrichtungFr. 10.– pro Aufenthalt über Mittag, für Verpflegung und Betreuungpauschal
Fr. 620.– / Monat
Aufenthalt in Einrichtung über NachtFr 25.– pro Nacht
für Unterbringung, Verpflegung und Betreuung
pauschal
Fr. 1'240.– / Monat

Beiträge der Eltern

Die Gemeinden bevorschussen den Einrichtungen die Elternbeiträge und stellen sie anschliessend den Eltern in Rechnung.

Die individuellen Nebenkosten verrechnen die Einrichtungen direkt den Eltern.

Weigern sich die Eltern zu bezahlen, kann die Gemeinde nach erfolgten Mahnungen beim Departement BKS, Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten eine Verfügung beantragen (Kopie der Rechnungen und Mahnungen beilegen).

In Fällen, wo die Eltern die Beiträge (voraussichtlich) nicht bezahlen können, sollte mit den Eltern und/oder dem zuständigen Sozialdienst Kontakt aufgenommen werden zur Klärung allfälliger materieller Hilfe.

Merkblatt individuelle Nebenkosten für Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen (PDF, 3 Seiten, 55 KB)

Gemeindebeiträge

Bei den Gemeindebeiträgen handelt es sich um einen Direktbeitrag im Sinne einer Subventionsleistung, die den Unterhaltspflichtigen nicht weiterverrechnet werden kann.

Bei Ein- und Austritten während des Monats hat die Gemeinde der Einrichtung den vollen Monatsbeitrag zu leisten. Verlegt eine Person in einer Tagessonderschule ihren Aufenthaltsort oder eine Person in einer stationären Einrichtung ihren zivilrechtlichen Wohnsitz während des Monats in eine andere Gemeinde oder in einen anderen Kanton, hat die bisherige Aufenthalts- respektive Wohnsitzgemeinde der Einrichtung für diesen Monat den ganzen Betrag zu leisten.

Mehr zum Thema

Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung, die nach Beendigung der Schulzeit keinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) (öffnet in einem neuen Fenster) und keine Lehrstelle gefunden haben, bietet die zentrale Anlaufstelle Wegweiser Zugang zu Zwischenlösungen.

Merkblätter

Kantonale Rahmenkonzepte

Sie beinhalten für die Einrichtungen im Kanton Aargau verbindliche Vorgaben:

Rechtliche Grundlagen