Erwachsene

Erwachsenen Menschen mit Behinderungen steht im Kanton Aargau ein breites Einrichtungsangebot zur Verfügung, das auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten der invaliden Menschen ausgerichtet ist und deren soziale und berufliche Integration fördert.

Alle Kantone haben invaliden Personen mit Wohnsitz in ihrem Gebiet den Zugang zu einer Einrichtung beziehungsweise Institution zu gewährleisten, sofern die Person dies wünscht und darauf angewiesen ist.

Als behindert gelten...

... Menschen, die aufgrund von Beeinträchtigungen körperlicher, sprachlicher, sensorischer, geistiger, psychischer oder sozialer Art so stark benachteiligt sind, dass ihre Teilnahme an Bildung, Erwerbsleben oder Gesellschaft erschwert oder verunmöglicht ist.

Diese Definition beinhaltet auch all jene Verhältnisse, die im Bundesgesetz über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) als Invaliditätsfälle gelten.

Individueller Betreuungsbedarf (IBB)

Im Kanton Aargau werden seit dem 1. Januar 2017 anerkannte Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung nach den erbrachten Betreuungsleistungen entschädigt. Um die dafür nötigen Grundlagen zu erhalten, wird anhand von Indikatoren der individuelle Betreuungsbedarf (IBB) der in diesen Einrichtungen betreuten Personen erhoben.

Ziel des IBB-Einstufungsstystem ist es, Leistungen transparent und vergleichbar zu machen. Zudem können Grundlagen für eine Finanzierung aufbauend auf Betreuungsleistungen geschaffen werden. Der Betreuungsaufwand wird in Punkten quantifiziert. Diese Punkte führen zu fünf IBB-Stufen.

Die Einrichtungen kommunizieren die IBB-Einstufungen gegenüber Klientinnen und Kienten und deren gesetzlichen Vertretern.

Merkblätter

Für Sozialbehörden und gesetzliche Vertretungen sind Informationen zum individuellen Betreuungsbedarf auf einem Merkblatt zusammengefasst.

Für Klientinnen und Klienten steht ein Merkblatt IBB in leichter Sprache zur Verfügung.

Betreuungsangebote

Das Angebot im Kanton Aargau umfasst Werkstätten , Wohnheime und andere kollektive Wohnformen, sowie Tagesstätten . Diese stehen erwachsenen Personen mit Beeinträchtigungen zur Verfügung.

In der Regel beziehen behinderte – und damit anspruchsberechtigte – Menschen eine Rente der Invalidenversicherung (IV). Altersmässig sind dies in der Regel Personen zwischen 18 Jahren bis zum Erreichen des AHV-Alters. Ausnahmen bilden jene Personen im AHV-Alter, die bereits beim Erreichen desselben in einer Institution für behinderte Menschen betreut wurden. Ebenfalls können darunter minderjährige Jugendliche nach Beendigung der Sonderschule fallen, die aufgrund ihrer Einschränkungen keine erstmalige berufliche Eingliederung absolvieren können und vor Vollendung des 18. Altersjahrs auf eine Betreuung in einer Institution angewiesen sind.

Bei sozialen Notlagen

Menschen, die sich aufgrund familiärer oder sozialer Umstände in einer Notlage befinden und einer sozialpädagogischen Betreuung bedürfen, wird gemäss Betreuungsgesetz ebenfalls ein Anspruch auf Einrichtungsleistungen zugesprochen.

Darunter fallen:

  • Menschen, die zur Krisenintervention gegen häusliche Gewalt auf ein stationäres Angebot angewiesen sind
  • Minderjährige, die nach Abschluss einer Sonderschule aufgrund ihrer Behinderung keine Aussicht auf eine berufliche Eingliederung haben, keine berufliche Fördermassnahme erhalten und für eine IV-Rente noch zu jung sind
  • Behinderte ohne IV-Rente oder mit pendentem IV-Rentengesuch in sozialer Notlage

Für einen Antrag um Finanzierung bei einem pendenten IV-Rentengesuch werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Antrag mit Begründung
  • Letztes Schreiben der SVA mit dem Stand des Verfahrens
  • Kostengutsprache der zuständigen Sozialbehörde für den individuellen Beitrag (Eigenleistung des Betreuten)

Finanzierung / Kostenbeteiligung

Die erwachsenen Menschen mit einer Behinderung beteiligen sich gemäss ihrer individuellen Leistungskraft an den Kosten für den Aufenthalt in einer stationären Einrichtung.

Erwachsene
AngebotBeitrag erwachsene Person
Wohneinrichtungmit individuellem Kostenbeitrag
Tagesstättemit individuellem Kostenbeitrag
Beschäftigungsstättekein individueller Kostenbeitrag
Geschützte Werkstättekein individueller Kostenbeitrag

Individueller Kostenbeitrag

Kann die Bewohnerin / der Bewohner einer stationären Einrichtung den maximalen Beitrag an die Kosten nicht selber bezahlen, muss die individuelle Leistungskraft berechnet werden.

Anmeldung zur Berechnung des individuellen Kostenbeitrags einreichen

Wenn der maximale Beitrag an die Kosten durch die Bewohnerin / den Bewohner einer stationären Behinderteneinrichtung nicht selber bezahlt werden kann, muss die SVA die individuelle Leistungskraft berechnen.

Voraussetzungen

Eine Anmeldung zur Berechnung des individuellen Beitrags einreichen muss:

  • Wer Ergänzungsleistungen bezieht und zum ersten Mal stationär in eine Behinderteneinrichtung eintritt.
  • Wer nicht sicher ist, ob sie /er aufgrund der Einkommens- und Vermögensverhältnisse zur Bezahlung der maximalen Kostenbeiträge in der Lage ist.

Ablauf

  • Schritt 1: Die gesuchstellende Person sendet die komplett ausgefüllte Anmeldung zusammen mit den Beilagen an: SVA Aargau, Ergänzungsleistungen, Kyburgerstrasse 15, 5001 Aarau.
  • Schritt 2: Beim Aufenthalt in einer Wohneinrichtung im Kanton Aargau ist dieser eine Kopie der Anmeldung zu senden. Bei ausserkantonalem Aufenthalt ist eine Kopie der Anmeldung zusammen mit dem Gesuch um Bewilligung des Aufenthalts in einer ausserkantonalen Einrichtung der Abteilung SHW einzureichen.
  • Schritt 3: Ermittelt die SVA, dass der maximale Kostenbeitrag selbst bezahlt werden kann, ist der Aargauer Wohneinrichtung die Selbstzahlerbestätigung einzureichen. Bei ausserkantonalem Aufenthalt ist die Selbstzahlerbestätigung der Abteilung SHW einzureichen.
  • Schritt 4: Ist die betroffene Person bzw. deren gesetzliche Vertretung mit der Berechnung nicht einverstanden, kann beim Departement BKS, Abteilung SHW um den Erlass einer Verfügung ersucht werden, gegen die beim Regierungsrat Beschwerde erhoben werden kann.

Benötigte Unterlagen

Beim erstmaligen Einreichen sind der SVA folgende Unterlagen mit einzureichen:

Diese Formulare können auch von der Internetseite der SVA Aargau (öffnet in einem neuen Fenster) heruntergeladen werden.

Fristen & Termine

Keine Einschränkungen. Jederzeit möglich

Kosten

Keine

Formulare & Online-Dienstleistungen

Selbstzahlerbestätigung

Personen, die den maximalen Kostenbeitrag selber zahlen können, müssen dies mit einer Selbstzahlerbestätigung bestätigen.

Selbstzahlerbestätigung einreichen

Personen, die den maximalen Kostenbeitrag aufgrund ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse selber zahlen können, müssen dies mit einer Selbstzahlerbestätigung bestätigen.

Voraussetzungen

Der maximale Kostenbeitrag für den Aufenthalt in einer Wohneinrichtung kann selber bezahlt werden.

Ablauf

  • Schritt 1: Füllen Sie das Formular Selbstzahlerbestätigung vollständig aus.
  • Schritt 2: Diese Bestätigung ist bei Aufenthalt in einer Einrichtung des Kantons Aargau der Wohneinrichtung zu senden. Bei ausserkantonalem Aufenthalt ist sie zusammen mit dem Gesuch um Bewilligung des Aufenthalts in einer ausserkantonalen Einrichtung an die Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten, Entfelderstrasse 22, 5001 Aarau einzureichen.

Fristen & Termine

Eine Anmeldung zur Berechnung des individuellen Kostenbeitrags ist immer möglich.

Kosten

Keine

Formulare & Online-Dienstleistungen

Hilfslosenentschädigung

Zusätzlich zu diesen individuellen Beiträgen wird den Betreuten pro Aufenthaltstag die Hilfslosenentschädigung in Rechnung gestellt.