Hinteres Schloss

Beten und Hoffen

Das mittelalterliche Weltbild war ganz auf das Jenseits ausgerichtet: Nach dem Tod trat nach mittelalterlicher Vorstellung jeder Mensch vor das Partikulargericht, wo der Erzengel Michael die Seelen abwog. Die Guten gelangten direkt in den Himmel, während die Bösen ewig in der Hölle schmoren mussten. Alle Übrigen kamen vor dem Himmel in das Fegefeuer, wo sie von ihren Sünden geläutert wurden.

Begegnen Sie hier dem Zeitzeugen Johann Georg von Hallwyl.

Hinweis: Aufgrund der Saisonausstellung ist ein kleiner Teil der Dauerausstellung "Beten und Hoffen" nicht zugänglich.

Schalten und Walten

Die Herren von Hallwyl sorgten in weiten Teilen des Seetals für Recht und Ordnung. Die dazu nötigen Vollmachten erhielten sie von den Landesherren. Als Gegenleistung für die Sicherstellung des Landfriedens entrichtete die Bevölkerung Abgaben und leistete Frondienste.

Die Rechtsprechung war eine wichtige Einnahmequelle: Bussgelder und eingezogener Besitz von Verurteilten ging je zur Hälfte an die Herren und an die Dorfgemeinschaft.

Begegnen Sie hier dem Zeitzeugen Johans I. von Hallwyl.

Säen und Ernten

Die Landwirtschaft und die Fischerei im Hallwilersee waren während Jahrhunderten die Lebensgrundlage in der Herrschaft Hallwyl.

Die Herren von Hallwyl lebten von der Verpachtung ihrer Güter und des Sees sowie von den Abgaben, die ihnen die Bauern und Fischer in Form von Geld, Naturalien und Fronarbeiten zu leisten hatten.

Begegnen Sie hier dem Zeitzeugen Dietrich von Hallwyl.

Forschen und Heilen

Burkhard III. begnügte sich nicht mit der Verwaltung seiner Güter. Er sammelte auch medizinische Rezepte, befasste sich mit Familiengeschichte und liess mehrere An- und Umbauten am Schloss vornehmen.

So vermeldet das Schweizerische Lexikon von Leu (1754): "Burkhard hat das berühmte sogenannte Hallweilsche Arzneybuch zusammengetragen und hinterlassen." Eine zeitgenössische Abschrift davon ist im Schloss ausgestellt.

Begegnen Sie hier dem Zeitzeugen Burkhard III. von Hallwyl.

Festen und Feiern

Die Reformation verursachte einen tiefen Einschnitt: Kirchweih (Chilbi) und Fasnacht wurden verboten; Tanzen und Spielen wurden immer wieder eingeschränkt; Übertreibungen bei Festen, Hochzeiten und bei der Kleidung wurden verurteilt.

Die Obrigkeit sah in jedem Fest eine Gefahr für Ruhe und Ordnung, eine Quelle für Laster und Unzucht, ja sogar Aufruhr. Durch strenge Mandate versuchte sie, Exzesse zu verhindern.

Begegnen Sie hier dem Zeitzeugen Hans Hallwyl.