Portrait

Die Sammlung des Museums Aargau ist seit den 1830er-Jahren aus verschiedenen Beständen zusammengewachsen.

So übernahm der Kanton im Verlauf des 19. Jahrhunderts Alltagsgerät aus den ehemaligen Berner Landvogteien und den damals aufgehobenen Klöstern. Die Abteien Wettingen und Muri beherbergten unter ihren Dächern eigentliche Antiquitätensammlungen, insbesondere Münzen, die der Kanton Aargau in Besitz nahm.

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Bestrebungen im Gang, historische Sachgüter vor Abwanderung zu bewahren. Der Kanton stellte Geld und Raum für Ankäufe von historischem Sachgut zur Verfügung. Überwiegend Münzen erwarb man aus diesem Budget. Willkommene Sammlungserweite-rungen waren Schenkungen aller Art. Bisweilen vermachten Private dem Kanton umfangreiche Sammlungen, wie die Brüder Zschokke, die 1946 zahlreiche Antiquitäten dem Kanton überschrieben.

Gezielte Sammlungsankäufe

Gezielte Sammlungsankäufe erfolgten ab den 1970er-Jahren, im Zuge der Neukonzipierung des Museums auf der Lenzburg. Im Fokus standen Sachquellen, die grundlegende Züge der Aargauer Geschichte dokumentieren. So erwarb man Gegenstände einstiger Frauenkonvente im Kanton wie auch solche der Männerklöster Wettingen und Muri. Angekauft wurde auch eine umfangreiche Strohsammlung. 1977 kamen Hausgerät und Antiquitäten der ehemaligen Schlossbewohner der Lenzburg, der Familien Wedekind (1872–1893), Jessup (1893–1911) und Ellsworth (1911–1956) zu den historischen Sammlungen. Die Amerikaner Jessup und Ellsworth waren leidenschaftliche Antiquitätensammler. Dank ihrer Passion gehören unter anderem kleine erlesene Konvolute von Uhren, Waffen, Wirtshausschildern, Tischen und Beschlägen zum heutigen Sammlungsgut.

Hallwil-Stiftung

2004 wurden Objekte aus der Sammlung der Hallwil-Stiftung übernommen. Insbesondere die Kinderkleider aus diesem Fundus ergänzten das bestehende Textilinventar, das im Wesentlichen aus Tisch-, Bett- und Unterwäsche sowie Kopfbedeckungen besteht, hervorragend.

Industriegeschichte

Heute werden Stücke angekauft oder übernommen, die als aargauisches Kulturgut bedeutsam sind oder die bestehenden Bestände sinnvoll verdichten. Einen besonderen Stellenwert kommt dabei dem Sammeln von Objekten zur Kantonsgeschichte ab 1803 und zur Industriegeschichte im Kanton zu.