Kloster und Ausstellungen

Das Kloster Königsfelden ist ein herausragendes Baudenkmal. Seine eindrucksvollen Glasfenster zählen zu den Höhepunkten europäischer Glasmalerei. Audiovisuelle Guides führen durch die Ausstellung.

Erfahren Sie Wissenswertes über den heutigen Aufbau der Klosterkirche. Über den audiovisuellen Guide wird die Kloster- und Kirchengeschichte lebendig.

Königin Agnes von Ungarn – eine Habsburgerin zwischen Kloster und Eidgenossen

Im Königsjahr "Kaiser, Könige und Königin – Jahresthema 2017" des Museum Aargau wartet das Kloster Königsfelden mit einer wahrhaft königlichen Ausstellung auf. Im Zentrum steht Königin Agnes von Ungarn, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Mittelalters mit den Qualitäten einer Top-Managerin, Diplomatin und grossen Stifterin. Ein absolutes Highlight-Objekt, ein prächtiger, aus Seide gestickter Chormantel, gefertigt im 14. Jahrhundert, krönt die Ausstellung.

  1. Ausstellungsobjekt in der Kirche
    Ausstellung in der Klosterkirche
  2. Architektonisches Element
    Architektonisches Element
  3. Ausstellungsraum in der Kirche
    Architektonisches Element

Sieben Stationen in Form von grossen architektonischen Elementen mit unterschiedlichen Szenerien erzählen Geschichten von Königin Agnes, ihrer Kindheit, den Jahren in Ungarn, ihrem Wirken als Stifterin, vom Klosterschatz bis hin zum wirtschaftlichen und politischen Agieren der beeindruckenden Persönlichkeit. Zu sehen sind auch originale Urkunden aus dem Staatsarchiv des Kantons Aargau, ein mittelalterliches Gebetsbuch aus Sarnen und als Krönung, der Chormantel aus dem Kloster Engelberg.

Frau steht vor einem Chormantel, der an der Wand befestigt ist. Bild vergrössern
Pluviale 14. Jh. (Chormantel), ein Geschenk von Königin Agnes an das Kloster Engelberg. © Museum Aargau

Ein Prachtsexemplar aus dem Tal der Engel

Beim ausgestellten Pluviale (Chormantel) aus dem Kloster Engelberg handelt es sich um einen prächtigen aus Seide gestickten Chormantel. Einen solchen tragen Geistliche seit dem 10. Jahrhundert. Bis heute sehen diese liturgischen Gewänder ganz ähnlich aus. Der gestickte Stoff war ursprünglich kein Chormantel, sondern eine Decke mit den Wappentieren Löwe und Adler, welche später zum Pluviale umgearbeitet wurde. Beim Engelberger Objekt kann mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem Geschenk von Königin Agnes an das Kloster Engelberg ausgegangen werden. Eine Inschriftenborte am Rand des Mantels spricht von einer hochgestellten Frau als Donatorin des Pluviale. Da zu der Zeit keine anderen hochrangigen Förderinnen des Klosters Engelberg bekannt sind, ist die Zuordnung praktisch gesichert. Im 14. Jahrhundert pflegte Agnes enge Verbindungen zum Frauenkonvent von Engelberg.

Hözerne Ausstellungsbox in der Kirche Bild vergrössern
Originale Urkunden aus dem Aargauer Staatsarchiv. © Museum Aargau

Der Klosterschatz und Glasmalereien

Der Klosterschatz umfasste über 200 wertvolle Objekte für die Liturgie, von denen heute nur noch drei existieren. Stifter des Schatzes waren Agnes und ihre Familie. Das im Staatsarchiv verwahrte originale Kleinodienverzeichnis, eine Urkunde, in der Königin Agnes alle Objekte des Schatzes erfassen liess, ist nun zu sehen. Zwischen 1313 und 1360 entstanden die Glasmalerei-Zyklen im Chor und im Langhaus. Vor allem die Glasfenster im Chor sind weitgehend im Original erhalten. Sie gelten europaweit als herausragende Werke der Glasmalerei im Spätmittelalter.