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Heroes of the Overground / Die Erben

Junge Marie – ab 14 Jahren

Foto: Donovan Wyrsch
Foto: Donovan Wyrsch

Eine Gruppe junger Menschen zieht sich zurück und will die Welt retten. Sie möchten nicht die passiven Erben von Klimawandel und Umweltzerstörung sein. Weil die Menschheit der Gegenwart nicht zu radikalem Umdenken bereit ist, muss sie eben in eine bessere Zukunft gezwungen werden. Sie verschwinden auf der Suche nach eigenen und kollektiven Regeln und Werten, um wieder aufzutauchen – als Spielemacher, Programmierer, Schiedsrichter, Saboteure, Wölfe im Schafspelz oder Guerillas.

In Zusammenarbeit mit Autor Lucien Haug und auf Grundlage von Recherchen in Aargauer Schulklassen hat die Junge Marie erarbeitet, was Wünsche und Befürchtungen der Generationen sind, die noch am längsten mit den Folgen des Klimawandels leben werden.

Spielort

ThiK Theater im Kornhaus Baden – für 8. / 9. Klasse

DatumZeitAnzahl Plätze
Mi, 24. Oktober10:00 Uhr100
Do, 25. Oktober10:00 Uhr100
Fr, 26. Oktober20:15 UhrÖffentliche Vorstellung
Sa, 27. Oktober20:15 UhrÖffentliche Vorstellung

Roter Teppich

Di, 25. September – 18:00 Uhr

Adresse

Kronengasse 10, 5400 Baden

Kosten

Fr. 10.– pro Schülerin oder Schüler (kein Impulskreditgesuch nötig, Ticketkosten bereits unterstützt)

Kontakt

Nadine Tobler, , Tel. 056 209 01 33

www.thik.ch (öffnet in einem neuen Fenster)

Roter Teppich für Lehrpersonen

Am Roten Teppich geben der Regisseur Simon Kramer und/oder die Dramaturgin Sophie Achinger Einblicke in die Recherchephase mit Schulklassen, in den Stücktext und in den Entstehungsprozess. Ergänzend stellen sie die Begleitmappe für die Vor- und Nachbereitung im Klassenzimmer vorgestellt.

  • ThiK Baden – Di 25. September – 18:00 Uhr

Workshop zur Inszenierung

Zum Theaterstück "Heroes oft the Overground" bietet die Theaterpädagogin Hannah Berner einen Workshop zur Inszenierung an.

Workhsop "Nachbereitung zur Inszenierung"

Hintergrundbericht

Sophie Achinger ist Dramaturgin beim Theater Junge Marie. Sie berichtet über die Entstehung der aktuellen Inszenierung.

Drei junge Personen kauern un verstecken ihre Köpfe hinter einem Holzscheit. Bild vergrössern
Foto: Andreas Bächli

Die Welt will immer mehr. Wir wollen immer weniger. Wir wollen immer mehr immer weniger werden. Für uns gibt es deshalb nur eine Lösung: wir verschwinden. Wir lösen uns von euch, wir gehen ab, wir laufen davon, wir ziehen Leine, verdünnisieren, verkrümeln, verziehen uns, wir machen uns vom Acker und kriegen Beine, wir hauen ab.

Lucien HaugAutor

Für Lux, Senta und Messi ist klar: Wenn sie etwas gegen den Klimawandel tun wollen, müssen sie ihre Eltern unter Druck setzen, die ältere Generation, die an den Hebeln der Macht sitzt. So beschließen sie unterzutauchen, von einem Tag auf den anderen. Doch sie hinterlassen ein Youtube-Video, eine Anleitung des Verschwindens.

Klimawandel ist eine nicht fassbare Grösse, eine sich langsam in unser Leben einschreibende Realität, die das Leben in der Schweiz kaum berührt – zumindest kaum merklich. Und doch wird er massive Folgen haben. Die Menschen, die noch am längsten mit dieser Realität und ihren Konsequenzen konfrontiert sein werden, junge Erwachsene, Jugendliche, Kinder und die ihnen nachfolgenden Generationen, sind gleichzeitig die mit der wenigsten politischen Macht. Wie denken junge Menschen über ihre Zukunft, was wünschen sie sich und wie könnte eine Protestbewegung gegen den Klimawandel heute aussehen? Diese Fragen sind die Grundlage von „Heroes of the Overground / Die Erben“, einem Theaterprojekt der Jungen Marie, das im Mai 2018 in der Tuchlaube Premiere hatte. Es ist das vierte Stück der Jungen Marie. Als Partnerin der freien Theatergruppe Theater Marie entwickeln wir Theater für ein junges Publikum, gespielt von jungen Erwachsenen. Wir casten Menschen mit Theatererfahrung, die bereits viel auf Bühnen standen, aber keine Schauspielausbildung haben. Unsere Spielerinnen und Spieler können so an einer Theaterproduktion unter professioneller Leitung und konzentrierten Probenbedingungen teilnehmen. Und sind Identifikationsfiguren für unser Schul-Publikum, dem sie vom Alter her nahe sind.

Vor und während der Proben zu „Heroes of the Overground / Die Erben“ führten wir Interviews mit Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 18. Wir befragten sie zu ihren Vorstellungen der Zukunft, den Problemen, die sie sehen und wie sie sich den Umgang mit der Welt wünschen. Aus dieser Recherche entwickelten sich sowohl die Figuren des Stückes, als auch die Idee des Verschwindens als Protestform: Wieder und wieder kam der Gedanke auf, ob der Planet ohne Menschen nicht ein Besserer wäre. Ohne die radikalen Vorschläge der Schülerinnen und Schüler wären Lux, Senta und Messi andere geworden, denn wir konnten mit Lucien Haug einen jungen Autor gewinnen, der den Probenprozess begleitet hat.

So unterschiedlich die Antworten der befragten Schulklassen waren, es ergab sich durch alle Altersgruppen das Bild einer engagierten, informierten, empörten Generation, die mit klarem Blick die Probleme sieht, aber immer wieder das Gefühl hat, nicht gefragt zu werden. Unser Anliegen war es, das entstehende Stück so umzusetzen, dass Platz ist für Schauspiel, Musik und Choreographie, Action und Reflektion – ein Erlebnis- und Diskussionsraum für junge Menschen.

Sophie Achinger, Dramaturgin

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