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Kantonales Kulturforum

Ziel des einmal jährlich stattfindenden Kulturforums ist der Austausch unter den kulturellen Akteuren im Aargau und die Diskussion über aktuelle Kulturthemen.

Das kantonale Kulturforum wurde im Jahr 2015 als Plattform für die Erarbeitung des ersten Aargauer Kulturkonzepts initiiert. Der Teilnehmerkreis umfasst jeweils Kulturschaffende, Vertreterinnen und Vertreter von Kulturinstitutionen sowie interessierte Personen aus der Politik und Medienvertreter.

Während den ersten beiden Foren stand die Erarbeitung des Kulturkonzepts im Zentrum. Seit das Kulturkonzept 2017 in Kraft trat, fokussiert das Format auf die konkrete Umsetzung der kulturpolitischen Ziele und Massnahmen des Kulturkonzepts.

Kulturforum 2020

Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Vermittlung und die Kommunikation im Kulturbereich

Am Samstag, 11. Januar 2020 fand das fünfte Kulturforum in der Aeschbachhalle6 in Aarau mit rund 125 Teilnehmenden statt. Themenschwerpunkt der fünften Ausgabe des Kulturforums war die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Vermittlung und die Kommunikation im Kulturbereich.

Inputreferat von Christian Holst, Dozent an diversen Hochschulen und Universitäten

Inputreferat

Christian Holst, Dozent an diversen Hochschulen und Universitäten zum Thema digitale Kommunikation für Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen sowie Co-Herausgeber des Buchs "Social Media im Kulturmanagement", gab in seinem Inputreferat Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Kulturinstitutionen sowie Kulturakteure.

Workshops

Workshops

Anschliessend diskutierten die Teilnehmenden in mehreren Workshops, die von der Fachstelle Kulturvermittlung vorgeschlagenen Massnahmen zur Umsetzung der Kulturkonzept:

"Der Kanton (Swisslos-Fonds) setzt einen Förderschwerpunkt auf digitale Kulturvermittlung, die insbesondere der jungen Bevölkerung einen zeitgemässen und attraktiven Zugang zum Kulturleben ermöglicht."

Die Ergebnisse der Diskussion werden in die Konkretisierung und Umsetzung der Massnahme beziehungsweise die Formulierung des Förderschwerpunkts einfliessen.

Studie zum Thema Private Kulturförderung

Kultur wird in der Schweiz durch die öffentliche Hand sowie Private finanziert. Eine grobe Schätzung besagt, dass etwa jeder sechste bis siebte Franken für Kulturförderung aus privater Hand kommt. Hier gibt es deutliche kantonale Unterschiede, wobei der Kanton Aargau und der Kanton Bern im nationalen Vergleich weniger Potenzial aufweisen.

Das Forschungsinstitut Interface GmbH wurde von den Kantonen Bern und Aargau damit beauftragte, die Gründe für das vergleichsweise tiefe Level der privaten (finanziellen) Kulturförderung in den zwei Kantonen zu eruieren. Die Studie wurde von der NAB Kulturstiftung mitfinanziert.

Die Studie bestätigt den ersten Eindruck, dass es hinsichtlich der Kulturförderung durch Private in den Kantonen Aargau und Bern Optimierungspotential gibt und formuliert Massnahmen zur Steigerung der Kulturförderung durch Private.

Ausgangslage

Kultur wird in der Schweiz durch die öffentliche Hand sowie Private finanziert. Das Engagement der Privaten kann durch freiwillige Arbeit, durch Sachspenden und durch finanzielle Zuwendungen an Organisationen im Kulturbereich oder Kulturschaffende erfolgen.

Anders als zu den Ausgaben der öffentlichen Hand liegen zum Umfang der Kulturförderung durch Private in der Schweiz kaum Daten vor. Eine grobe Schätzung kommt jedoch zur Annahme, dass etwa jeder sechste bis siebte Franken für Kulturförderung aus privater Hand kommt.

Hinweise darauf, welche Bedeutung der Kulturförderung durch Private in einem Kanton insgesamt zukommt, ergeben sich aus der Zahl der Stiftungen im Kulturbereich im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Hier gibt es deutliche kantonale Unterschiede, wobei der Kanton Aargau im nationalen Vergleich die geringste Stiftungsdichte ausweist.

Diese Erkenntnis führte dazu, dass der Kanton Aargau zusammen mit dem Kanton Bern, welcher ebenfalls über eine niedrige Stiftungsdichte verfügt, im Jahr 2018 das Forschungsinstitut Interface GmbH damit beauftragte, die Gründe für das vergleichsweise tiefe Level der privaten (finanziellen) Kulturförderung in den zwei Kantonen zu eruieren und Massnahmen zur Steigerung der Kulturförderung durch Private zu formulieren.

Ergebnisse der Studie

Die Studie bestätigt den ersten Eindruck, dass es hinsichtlich der Kulturförderung durch Private in den Kantonen Aargau und Bern Optimierungspotential gibt. Interface hat unter anderem folgende Gründe als mögliche Ursachen für die vergleichsweise schwache private Kulturförderung identifiziert:

  • im kantonalen Vergleich eher tiefes Reinvermögen pro Kopf
  • wenig lokal verankerte Grossunternehmen
  • fehlendes Know-how von Institutionen und Kulturschaffenden beim Direktmarketing
  • administrative und/oder steuerliche Hürden
  • zu wenig Anerkennung gegenüber Mäzenatentum von Seiten der öffentlichen Hand

Weiter gibt es einige Faktoren, welche insbesondere für den Kanton Aargau zutreffen wie beispielsweise die fehlende Tradition von Privatbanken und eine fehlende Stiftertradition. Dies zeigt sich auch bei einem Vergleich der Steuerdaten der Kantone Aargau und Bern. So wird im Kanton Aargau pro Einwohnerin und Einwohner 138 Franken gegenüber 306 Franken im Kanton Bern gespendet. Weiter ist der Anteil der steuerpflichtigen Personen im Kanton Aargau, die überhaupt Spenden in ihrer Steuererklärung ausweisen, mit 27 Prozent deutlich tiefer als im Kanton Bern (65 %).

Empfohlene Massnahmen

Die von Interface formulierten Massnahmen zur Steigerung der privaten Kulturförderung fallen in folgende drei Bereiche:

  • Sichtbarmachen und Wertschätzen
  • Dialog und Initiativen fördern.
  • Kantonale Rahmenbedingungen für Philanthropie verbessern

So empfiehlt Interface unter anderem die Bekanntheit von grossen Aargauer Kulturinstitutionen zu steigern, um sie für private Kulturförderinnen und Kulturförderer attraktiver zu machen. Weiter sollen Vollzugsprozesse im Bereich Steuern vereinfacht werden. Grundsätzlich ist der Kanton Aargau aber ein attraktiver Kanton für Stiftungsgründungen, diese Tatsache muss jedoch besser kommuniziert werden.

Die von Interface formulierten Vorschläge zur verstärkten Aktivierung der privaten Kulturförderung werden nun von der Abteilung Kultur in Zusammenarbeit mit anderen kantonalen Stellen für den Kanton Aargau geprüft. Es ist geplant bis Ende Jahr konkrete Massnahmen zu formulieren, welche ab 2021 umgesetzt werden und die private Kulturförderung im Kanton Aargau in Zukunft steigern sollen. Dabei soll die private Kulturförderung keinen staatlichen Abbau kompensieren. Vielmehr sollen die gesamthaft für die Kulturförderung zur Verfügung stehenden Mittel gesteigert werden, indem sich Private verstärkt engagieren und die Kulturfinanzen dadurch breiter abstützen.