Einsichtsgesuch während Schutzfrist stellen

Die Einsichtnahme in das Archivgut des Staatsarchivs ist durch gesetzliche Bestimmungen geregelt, die dem Öffentlichkeitsprinzip und dem Datenschutz Rechnung tragen. Auf ein schriftliches Gesuch hin, das berechtigte öffentliche oder private Interessen geltend macht, kann das Staatsarchiv die Einsichtnahme vor Ablauf der Schutzfrist bewilligen.

Voraussetzungen

Ein schriftliches Einsichtsgesuch muss nur für Unterlagen gestellt werden, bei denen die Schutzfrist noch nicht abgelaufen ist. Zudem kann die Einsichtsnahme in Archivalien aus konservatorischen Gründen eingeschränkt sein.

Einsichtnahme in staatliche Unterlagen

Für staatliche Unterlagen besteht eine generelle Schutzfrist von 30 Jahren, sofern es sich nicht um bereits publizierte Dokumente handelt. Für Archivalien, die besonders schützenswerte Personendaten enthalten, gelten erhöhte Schutzfristen. Sie sind frühestens 10 Jahre nach dem Tod der Betroffenen öffentlich zugänglich.

Einsichtnahme in Archive privater Herkunft

Für die Einsichtsnahme in Archive privater Herkunft und Deposita gelten die Bestimmungen der Übernahmeverträge.

Einsichtnahme in das persönliche Scheidungsurteil

Als betroffene Person können Sie Einsicht in Ihr Scheidungsurteil verlangen, beispielsweise um persönliche Rechtsansprüche bei der Auszahlung der AHV geltend zu machen.

Ablauf

Einsichtnahme in staatliche Unterlagen

  • Schritt 1: Melden Sie sich mit Ihrem begründeten Einsichtswunsch telefonisch oder via Mail beim Staatsarchiv. Unser Fachpersonal berät Sie beim weiteren Vorgehen.
  • Schritt 2: Ein Einsichtsgesuch in gesperrte Bestände muss mit überwiegenden öffentlichen oder persönlichen Interessen begründet werden. Legen Sie Ihre Einsichtsgründe schriftlich dar und senden Sie das unterschriebene Einsichtsgesuch an das Staatsarchiv Aargau.
  • Schritt 3: Das Staatsarchiv prüft Ihr Gesuch, kontaktiert das öffentliche Organ, das die Unterlage abgeliefert hatte und hört dieses an.
  • Schritt 4: Der Entscheid über Ihr Gesuch und allfällige Auflagen bei der Einsichtsnahme werden Ihnen durch das Staatsarchiv mitgeteilt.
  • Schritt 5: Nach einem positiven Entscheid sind die Dokumente im Staatsarchiv für Sie einsehbar.

Einsichtnahme in das persönliche Scheidungsurteil

  • Schritt 1: Erkundigen Sie sich beim entsprechenden Bezirksgericht nach dem Verbleib Ihres Scheidungsurteils. Falls die betreffenden Gerichtsprotokolle bereits dem Staatsarchiv übergeben wurden, können Sie bei uns eine kostenlose Kopie Ihres Scheidungsurteils beantragen.
  • Schritt 2: Senden Sie Ihr Einsichtsgesuch zusammen mit dem Datum des Scheidungsurteils, der Kopie eines Identitätspapiers (ID oder Pass) sowie die Kopie eines Niederlassungsausweises an das Staatsarchiv Aargau.
  • Schritt 3: Das Staatsarchiv sendet Ihnen eine kostenlose Kopie des Gerichtsurteils zu. Das Staatsarchiv kann keine beglaubigten Kopien ausstellen.

Benötigte Unterlagen

Bei Einsichtnahme in ein persönliches Scheidungsurteil muss die Kopie eines Identitätspapiers (ID oder Pass) oder die Kopie eines Niederlassungsausweises beigelegt werden.

Fristen & Termine

In der Regel erfolgt die Prüfung eines Einsichtsgesuchs innerhalb von ein bis zwei Arbeitswochen. In besonderen Fällen muss mit längeren Abklärungszeiten gerechnet werden.

In der Regel erfolgt die Zustellung der Kopie eines Scheidungsurteils innerhalb von einer Arbeitswoche.

Kosten

Die Einsichtnahme in Archivdokumente ist grundsätzlich kostenlos. Bei aufwändigen Verfahren oder für die Erstellung von Kopien kann eine angemessene Gebühr erhoben werden.

Die Zustellung der Urteilskopie ist kostenlos.

Formulare & Online-Dienstleistungen

Es gibt keine standardisierten Formulare.

Rechtliche Grundlagen