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Zurlauben

Die Aktensammlung und die umfangreiche Bibliothek der Familie Zurlauben bieten unzählige Quellen zur Geschichte der Frühen Neuzeit.

Der Nachlass der Familie Zurlauben – die sogenannte Zurlaubiana – besteht aus einer umfangreichen Bibliothek sowie aus einer Aktensammlung mit meist handschriftlich verfassten Dokumenten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Mit der Zurlaubiana besitzt die Aargauer Kantonsbibliothek einen kulturhistorischen Nachlass von internationaler Bedeutung.

Online-Edition Acta Helvetica

Das Kernstück der Aktensammlung bilden die sogenannten Acta Helvetica. Die Acta Helvetica bestehen aus rund 35'000 Einzeldokumenten, die zu 186 Sammelbänden zusammengebunden sind. Die Transkriptionen, die Regesten, sowie die Personen- und Ortsnamenregister zur Acta Helvetica können auf der Plattform "Aargau Digital" systematisch durchsucht werden.

www.ag.ch/aargau-digital (öffnet in einem neuen Fenster)

Editionsprojekt Zurlaubiana

Die einzelnen Bände der Acta Helvetica hat Beat Fidel Zurlauben ohne chronologische oder thematische Struktur zusammengestellt, was eine ergiebige Nutzung des wertvollen Quellenmaterials lange Zeit verhindert hat.

Von 1973 bis 2014 wurden die Dokumente der Acta Helvetica in einem von verschiedenen Kantonen sowie dem Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Forschungsprojekts bearbeitet, teilweise transkribiert und mit einem umfangreichen Personen- und Ortsregister versehen. Die Regesten und Register wurden als Online-Edition aufbereitet.

Mit der Erschliessung der Acta Helvetica steht der Wissenschaft ein beeindruckendes Quellenkorpus zur Verfügung. Die Acta Helvetica enthalten – ohne chronologische Ordnung oder Systematik – Korrespondenz, Kaufverträge, Ehebriefe, Testamente und Inventare sowie Notizen und Abschriften aus Tagsatzungen, Ratsversammlungen oder Landsgemeinden. Schreiben ausländischer Diplomaten liegen neben Arzneirezepten, Apothekerrechnungen, Protokollen von Gerichtsverhandlungen oder Gedichten.

Das Erschliessungsprojekt "Zurlaubiana" wurde finanziell getragen vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, von den Kantonen Aargau, Zug, Solothurn, Luzern (bis 2008), Schwyz, Uri, Nidwalden und Obwalden sowie von der Stadt Zug.

Geschichte der Sammlung

Portrait
Portrait B. F. Zurlauben

Die Familie Zurlauben verfügte vom 16. bis ins 18. Jahrhundert über grossen politischen und gesellschaftlichen Einfluss im Kanton Zug. Die bis heute erhaltene Sammlung geht vor allem auf den letzten männlichen Nachkommen der Familie zurück: Generalleutnant Beat Fidel Zurlauben (1720-1799). Neben seiner Karriere als Offizier in französischen Diensten betätigte sich Beat Fidel Zurlauben als Historiker, militärwissenschaftlicher Schriftsteller und eifriger Sammler von Büchern und Akten aller Art.

Die Familienbibliothek umfasst über 8'000 Druckwerke sowie etwa 200 Manuskripte wie Chroniken, Arzneibücher, Werke zur Pferdedressur oder Schulhefte. Weiter enthalten sind im Nachlass handschriftliche Dokumente aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, welche die Zurlauben im Kontext politischer Geschäfte sowie persönlicher Angelegenheiten erstellten. Das Kernstück der handschriftlichen Sammlung bilden die oben erwähnten Acta Helvetica.

1803 kaufte der Kanton Aargau die Sammlung, welche anschliessend den Grundstock der Aargauer Kantonsbibliothek bildete.

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