Zurlauben

Die Aktensammlung und die umfangreiche Bibliothek der Familie Zurlauben bieten unzählige Quellen zur Geschichte der Frühen Neuzeit.

Mit der Sammlung Zurlauben, der so genannten "Zurlaubiana", besitzt die Aargauer Kantonsbibliothek einen kulturhistorischen Nachlass von internationaler Bedeutung.

Geschichte der Sammlung

Portrait
Portrait B. F. Zurlauben

Die Familie Zurlauben verfügte vom 16. bis ins 18. Jahrhundert über grossen politischen und gesellschaftlichen Einfluss im Kanton Zug. Die bis heute erhaltene Sammlung geht vor allem auf den letzten männlichen Nachkommen der Familie zurück: Generalleutnant Beat Fidel Zurlauben (1720-1799). Neben seiner Karriere als Offizier in französischen Diensten betätigte sich Beat Fidel Zurlauben als Historiker, militärwissenschaftlicher Schriftsteller und eifriger Sammler von Büchern und Akten aller Art. 1803 wurde die Sammlung nach Aarau gebracht, wo sie als Grundlage einer Schweizer Nationalbibliothek vorgesehen war.

Nach dem Ende der Helvetischen Republik im Jahr 1803 kaufte der Kanton Aargau die Sammlung Zurlauben. Mit der "Zurlaubiana" als ihrem Grundstock beginnt die Geschichte der Aargauer Kantonsbibliothek.

Über die alltagsgeschichtliche Perspektive liefern uns die in der "Zurlaubiana" erhaltenen Quellen mannigfaltige Aspekte zur Zuger, Aargauer, Innerschweizer und Schweizer Geschichte aber auch zur Geschichte Europas und des Söldnerwesens.

Editionsprojekt Zurlaubiana

Das Kernstück dieser Aktensammlung bilden die sogenannten "Acta Helvetica", 186 Sammelbände mit rund 35'000 Einzeldokumenten. Die einzelnen Bände der "Acta Helvetica" hat Beat Fidel Zurlauben ohne chronologische oder thematische Struktur zusammengestellt und binden lassen, was eine ergiebige Nutzung des wertvollen Quellenmaterials lange Zeit verhindert hat. Von 1973 bis 2014 wurden die rund 150'000 Seiten umfassenden Dokumente der Acta Helvetica in einem von verschiedenen Kantonen sowie dem Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Forschungsprojekts bearbeitet. Die Transkriptionen und Regesten wurden anfangs auf der Schreibmaschine geschrieben, die Register mittels eines umfangreichen Zettelkatalogs zusammengestellt. Später wurden die Dokumente in einer Datenbank erfasst und mit den Personen- und Ortsnamen verknüpft. Seit 1983 sind 68 Text- und 17 Registerbände der "Acta Helvetica" im Druck erschienen.

Regesten und Register zu den Acta Helvetica, Gallica, Germanica, Hispanica, Sabaudica etc. necnon genealogica stemmatis Zur-Laubiani / Sammlung Zurlauben (öffnet in einem neuen Fenster)

Diese gedruckten Bände mit den dazugehörenden Registern sind auch als volltext-recherchierbare PDF-Dateien abrufbar. Die weiteren Bände (ab Serie 18) sind als PDFs auf dieser Webseite veröffentlicht. Gegenwärtig werden die Regesten und Register als Online-Edition aufbereitet. Damit können die Dokumente erstmals vollumfänglich und systematisch durchsucht werden. Die Website befindet sich zurzeit noch im Aufbau.

Bände und Register

Acta Helvetica, Bände 1-8 (Serie 1)

Acta Helvetica, Bände 9-16 (Serie 2)

Acta Helvetica, Bände 17-24 (Serie 3)

Acta Helvetica, Bände 25-32 (Serie 4)

Acta Helvetica, Bände 33-40 (Serie 5)

Acta Helvetica, Bände 41-48 (Serie 6)

Acta Helvetica, Bände 49-56 (Serie 7)

Acta Helvetica, Bände 57-64 (Serie 8)

Acta Helvetica, Bände 65-72 (Serie 9)

Acta Helvetica, Bände 73-80 (Serie 10)

Acta Helvetica, Bände 81-88 (Serie 11)

Acta Helvetica, Bände 89-97 (Serie 12)

Acta Helvetica, Bände 98-106 (Serie 13)

Acta Helvetica, Bände 107-118 (Serie 14)

Acta Helvetica, Bände 119-127 (Serie 15)

Acta Helvetica, Bände 128-136 (Serie 16)

Acta Helvetica, Bände 137-143 (Serie 17)

Acta Helvetica, Bände 144-151 (Serie 18)

Acta Helvetica, Bände 152-160 (Serie 19)

Acta Helvetica, Bände 161-172 (Serie 20)

Acta Helvetica, Bände 173-179 (Serie 21)

Das Erschliessungsprojekt "Zurlaubiana" wird finanziell getragen vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, von den Kantonen Aargau, Zug, Solothurn, Luzern (bis 2008), Schwyz, Uri, Nidwalden und Obwalden sowie von der Stadt Zug.