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Vitrine Aktuell

Neue Funde oder Forschungsergebnisse zeigt die Kantonsarchäologie in der Vitrine Aktuell.

Thema der alljährlich wechselnden Ausstellung im Vindonissa Museum sind aktuelle Grabungen, aussergewöhnliche Funde oder Forschungsergebnisse.

Ab 11. November 2021: Verbrannt und verschüttet − ein frühneuzeitliches Hausinventar aus Wallbach

Eine verbrannte Ofenkachel. Bild vergrössern
Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Im Frühjahr 2019 begleitete die Kantonsarchäologe den Abbruch eines Bauernhauses an der Rheinstrasse in Wallbach. Dabei wurde man auf eine Brandschicht aufmerksam, die reichlich Holzkohle, Asche und Fachwerklehm enthielt. Im weiteren Fortgang der Ausgrabungen kam ein Keller zutage. Vermutlich stand an dieser Stelle in der frühen Neuzeit um 1600 ein Gebäude. Bei einem Brand stürzten seine Überreste mitsamt dem Hausrat in den Keller.

Durch den Brand entstand eine Momentaufnahme der Ausstattung eines Wohnhauses. Sie ermöglicht uns einen kleinen Einblick ins Alltagsleben im Fricktal um das Jahr 1600.

Andrea WinklerAutorin Projektarbeit "Wallbach-Rheinstrasse. Untersuchung eines frühneuzeitlichen Hausinventars"

Im Brandschutt lagen keine Ziegel, was darauf hindeutet, dass das Haus beispielsweise mit Stroh gedeckt war. Ausserdem fanden sich zahlreiche Kachelfragmente, die einst zu einem Kachelofen gehörten. Darunter gibt es auch einige herausragende Ofenkacheln mit personifizierten Darstellungen von Tugenden.

Als Zeugnis des täglichen Lebens kamen im Keller auch die Überreste eines verbrannten Fischernetzes zutage. Erhalten haben sich wenige Fasern und 18 Netzsenker aus Stein. Anhaltspunkte für die Datierung des Brandereignisses geben Münzen und verzierte Keramikgefässe. Demnach ereignete sich der Brand ums Jahr 1600.

Archiv Vitrine AKTUELL

Hier sehen Sie die vergangenen Ausstellungen in der Vitrine AKTUELL.

Von A wie Augustus bis Z wie Zikade

Von A wie Augustus bis Z wie Zikade − neue Funde aus Vindonissa

Detailaufnahme eines Siebenschläfers von einer vergoldeten Bronzefibel. Bild vergrössern
Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Die Kantonsarchäologie Aargau führt jedes Jahr grössere und kleinere Ausgrabungen im antiken Vindonissa durch, zumeist ausgelöst durch die intensive Bautätigkeit im Raum Brugg−Windisch. Dabei kommen immer wieder aussergewöhnliche Befunde und Funde zum Vorschein, die unser Wissen zur römischen Zeit an Aare und Reuss bereichern.

Ab Ende November 2020 zeigt die Vitrine AKTUELL im Vindonissa Museum eine Auswahl kleiner, aber feiner Kostbarkeiten aus den letzten zehn Jahren Ausgrabungstätigkeit. Jedes dieser Objekte erzählt uns mindestens eine Geschichte aus der römischen Geschichte von Vindonissa.

Die Vitrine aktuell im Vindonissa Museum. Bild vergrössern
Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Gold, Silber, Bronze und Eisen, Glas, Ton und Halbedelstein

Aus unterschiedlichsten Materialien wurden die gezeigten Objekte gefertigt. Jeder Fund hat dabei seine eigene Geschichte: Einmal Alltagsgegenstand und zu Bruch gegangen, einmal Schmuckstück und verloren; das andere Mal wurde ein Gegenstand mit ins Grab gegeben. Allen Funden gemeinsam ist, dass sie uns heute, nach rund 2'000 Jahren im Boden, als Zeugen des vergangenen Lebens faszinieren. Es sind zugleich kleine, aber feine Mosaiksteine in unserem Bild des antiken Vindonissa.

Der Rest vom Fest

Der Rest vom Fest − eine spätbronzezeitliche Grube voller Scherben auf dem Seckeberg in Frick

Viezahl von Keramikfragmenten Bild vergrössern
Foto Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau

Die Kantonsarchäologie Aargau zeigte von November 2019 bis November 2020 im Vindonissa Museum Gefässe, die vor rund 3000 Jahren in einer ungewöhnlichen Grube auf dem Seckeberg bei Frick deponiert worden waren. Die Grube, dicht gefüllt mit bronzezeitlicher Keramik, wurde 1997 beim Verlegen einer Gasleitung entdeckt. Untersuchungen der Kantonsarchäologie zeigten überraschend: Die Gefässe waren damals absichtlich zerschlagen, verbrannt und der Erde übergeben worden. Es sind die Überreste eines Festmahls, das vor rund 3500 Jahren auf dem Fricker Seckeberg stattgefunden hat.

Das Siechenhaus von Laufenburg

Das Keramikensemble aus dem Siechenhaus von Laufenburg. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau

Im Frühling 2014 entdeckten Mitarbeiter der Kantonsarchäologie Aargau bei Ausgrabungen auf den Laufenburger Kraftwerkwiesen einen unscheinbaren spätmittelalterlichen Keller. Die Überraschung war perfekt, als sie aus der Verfüllung ein reichhaltiges Ensemble mit über 4300 Fundstücken bergen konnten, darunter viele intakte Keramikgefässe.

Die zahlreichen Schröpfköpfe, der Flurname Siechebifang sowie Pläne des 18. Jahrhunderts weisen darauf hin, dass es sich beim Keller um das letzte Überbleibsel des spätmittelalterlichen Siechenhauses in Laufenburg handelt.

Lämmer, Lampen, Münzen − Ein rätselhafter Depotfund aus Vindonissa

Das Lampendepot ausgestellt in der Vitrine. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau

Einmal mehr sorgt Vindonissa für eine Überraschung! Nur wenige Handbreit unter dem Asphalt kommt im Herbst 2016 auf der Grabung Windisch-Zürcherstrasse ein ebenso spektakulärer wie rätselhafter Fund zum Vorschein: Eigentlich eine ganz normale Kochschüssel eines Legionärs, deren Inhalt jedoch alles andere als gewöhnlich ist. Insgesamt 22 Öllampen sind in die Schüssel gelegt worden. Und auf jeder Lampe liegt, sorgfältig platziert, eine Bronzemünze. Der unerwartete und einzigartige Fund beschäftigt seither die Archäologinnen und Archäologen.

Gefunden im Baumgarten − Der Münzschatz von Ueken

Vitrine mit dem Münzschatz im Vindonissa Museum. Bild vergrössern
Der Münzschatz von Ueken in der Vitrine AKTUELL im Vindonissa Museum in Brugg. Foto Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau

Ein Landwirt entdeckt in seinem Kirschbaumgarten in Ueken zufällig ein paar Münzen. Dies führt im Herbst 2015 zur Bergung eines der grössten römischen Münzschätze der Schweiz.

Die über 4'000 Antoniniane wurden zwischen 260 und 293 geprägt. Ihr Besitzer muss die hochwertigen Münzen gezielt gehortet und um 294 vergraben haben.

Die Arbeiten rund um den Münzschatz sind noch nicht abgeschlossen, dennoch widmet die Kantonsarchäologie die diesjährige Vitrine AKTUELL diesem sensationellen Fund.

Über erste Erkenntnisse zum Münzschatz von Ueken spicht Kantonsarchäologe Georg Matter im Interview mit dem Schweizer Radio (öffnet in einem neuen Fenster).

Wissenschaftler haben den Münzschatz von Ueken begutachtet. Erste Resultate der Untersuchung finden Sie hier.

Kaisten − 6'000 Jahre Geschichte(n) in Schichten

Die Vitrine AKTUELL im Vindonissa-Museum Bild vergrössern
© Kantonsarchäologie Aargau: Die Schichtenabfolge von Kaisten ist in der Vitrine nachgestellt. Funde aus fünf Schichten auf fünf Tablaren.

Selbst für erfahrene Archäologen bot sich 2014 in Kaisten ein spektakuläres Bild: 18 verschiedene Erdschichten lagen vier Meter hoch übereinander. Ein seltener Glücksfall für die Archäologie – und einmalig für den Kanton Aargau. Fünf archäologische Schichten mit Funden und Strukturen wechseln sich mit natürlichen Schichten ab. Die Stratigraphie erzählt Geschichte(n) aus 6'000 Jahren Kaisten.

Die Präsentation zeigte einen Querschnitt durch die Funde der über vier Meter hohen Stratigraphie. Römisches Geschirr und Ziegel, Gefässe, Steinwerkzeuge und eine Bronzenadel aus der Bronzezeit, ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit und aus der Eisenzeit als kleine Sensation Scherben der frühesten scheibengedrehten Keramik der Region.

Mehr zum Thema

In vielen Orts- und Regionalmuseen sind archäologische Funde aus dem Kanton Aargau ausgestellt: