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Seengen

Pfahlbauhaus

Rekonstruiertes Pfahlbauhaus von der Seite. Bild vergrössern
© Kanton Aargau; Foto: Béla Polyvàs

Unweit des Männerbads am Seeweg in Seengen stand bis im Herbst 2020 ein Pfahlbauhaus aus dem Jahre 1988. Dieses ist im Laufe der Jahre über einen Meter in den Boden eingesunken. Mehrmals stand das Pfahlbauhaus im Hochwasser. Die Bausubstanz war soweit angegriffen, dass das Haus nicht mehr zu retten war.

Deshalb beschloss die Kantonsarchäologie, in Kooperation mit der Gemeinde Seengen, dem Museum Burghalde Lenzburg und den Rotary-Clubs Lenzburg und Lenzburg-Seetal, an derselben Stelle einen Ersatzbau zu errichten. Baubeginn war im November 2020. Das Projekt wird unterstützt durch Swisslos Kanton Aargau und das Bundesamt für Kultur.

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Originalgetreues Haus aus der Bronzezeit

Das neue Pfahlbauhaus orientiert sich an den archäologischen Funden der Pfahlbaufundstelle auf der Halbinsel Riesi, die in Sichtweite in den Hallwilersee hineinragt. Im Jahr 1923 hat die Historische Vereinigung Seengen unter Reinhold Bosch einen kleinen Ausschnitt der Fundstelle untersucht und brachte hervorragend erhaltene Holzkonstruktionen von Pfahlbauten zutage. In der Schichtabfolge liessen sich drei Siedlungsphasen feststellen. Diese stammen aus der späten Bronzezeit und datieren in die Zeit von 1050 bis 850 vor Christus.

Im Gegensatz zum alten Pfahlbauhaus, das sich an jungsteinzeitlichen Vorbildern orientierte, hat das neue Pfahlbauhaus ein bronzezeitliches Aussehen. Augenfälligster Unterschied ist das Dach, welches jetzt mit Holzschindeln gedeckt ist. Das Haus ist zudem leicht vom Boden abgehoben und besitzt einen Unterbau in Blockbauweise. Dies entspricht den archäologischen Funden und schützt das Haus auch bei Hochwasser.

Unsichtbares Welterbe sichtbar gemacht

Das neue Pfahlbauhaus steht sinnbildlich für die Pfahlbaufundstelle Seengen-Riesi, die zusammen mit der Pfahlbaufundstelle Beinwil-Ägelmoos zum seriellen UNESCO-Welterbe "Pfahlbauten rund um die Alpen" gehört. Es handelt sich dabei um die einzigen UNESCO-Welterbestätten im Kanton Aargau. Die beiden Pfahlbaufundstellen sind ein weltweit bedeutendes Erbe der Menschheit und gehören der Allgemeinheit – das heisst uns allen. Doch beide Welterbestätten sind nicht sichtbar, da sie unter Wasser oder im Boden verborgen liegen. Das neue Pfahlbauhaus wird auf dieses wertvolle Erbe hinweisen.

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Wandertipp der Kantonsarchäologie

Seeuferweg Hallwilersee

Machen Sie sich zu Fuss auf in die Vergangenheit...

Machen Sie sich zu Fuss auf in die Vergangenheit...Als Wandertipp empfehlen wir Ihnen den Seeuferweg Hallwilersee. Es ist eine Route durch schöne Uferlandschaften rund um den weitgehend unverbauten See. Sie starten dabei in Mosen, am südlichen Ende des Hallwilersees. Der Rundweg führt fast ausschliesslich direkt am Seeufer entlang. Diverse Schiffstationen ermöglichen es, die Wanderung abzukürzen. Höhepunkte auf dem 22 km langen Seeuferweg sind das Schloss Hallwyl und natürlich unser Pfahlbauhaus, direkt beim Männerbad. Erfrischende Badepausen sind jederzeit möglich. Für den gesamten Rundweg benötigen Sie gut 5 Stunden.

Das alte Pfahlbauhaus von Seengen

In Erinnerung

Das alte Pfahlbauhaus. Bild vergrössern
Foto Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau

Das alte Pfahlbauhaus wurde im Jahr 1988 vom Rotary-Club Lenzburg in Zusammenarbeit mit Max Zurbuchen gebaut. Vorbild sind Ausgrabungsbefunde aus dem Wauwiler Moos (Luzern). Nach dem Hochwasser von 1999 versank das Haus teilweise im aufgeweichten Untergrund und musste mit der im Inneren sichtbaren Stützkonstruktion versehen werden. In den Jahren 2003/2004 und 2012/2013 wurde jeweils das Dach neu gedeckt und die Wände repariert. Im November 2020 musste das Pfahlbauhaus abgerissen werden, weil es nicht mehr reparierbar war.

Römisches Mosaik

Das römische Mosaik in Seengen. Bild vergrössern
© Kanton Aargau; Foto: Béla Polyvàs

Das vor Ort erhaltene Fragment eines Mosaikfussbodens wurde 1936 entdeckt. Es bildete einst den Boden eines der luxuriös ausgestatteten Räume des Herrenhauses.

Der Raum verfügte über einen sogenannten Hypokaust, eine Bodenheizung. Das Mosaik lag auf einem Mörtelgussboden, welcher seinerseits auf kleinen, aus Tonplatten gefügten Säulen ruhte. Von einer ausserhalb des beheizbaren Raumes gelegenen Feuerstelle (praefurnium) gelangte warme Luft in den Hohlraum unter dem Mosaikboden, erwärmte diesen und konnte durch in die Wände eingelassene Tonröhren wieder entweichen. Die heute sichtbaren Hypokaustsäulen unter dem Mosaikboden sind eine Rekonstruktion.

Der heutige Standort des Mosaiks entspricht ungefähr dem ursprünglichen Fundort.

Infotafel (PDF, 672 KB)

Das römische Mosaik ist an Ort und Stelle erhalten. Bild vergrössern
© Kanton Aargau; Foto: Béla Polyvàs

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