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Grabungen und Bauuntersuchungen

Eine archäologische Ausgrabung klingt nach Abenteuer. Vielmehr ist es aber eine Baustelle, auf der unter Zeitdruck geschaufelt, gezeichnet und eingemessen wird.

Archäologie beschäftigt sich mit allem, was die Menschen an Spuren im Boden hinterlassen haben. Es sind dies Reste von Bauten, Abfälle, aber auch Gräber oder absichtlich vergrabene Gegenstände wie Opfergaben.

Diese Überreste, die sogenannten archäologischen Hinterlassenschaften, sind gefährdet, wenn ein Bodeneingriff stattfindet. Dies kann zum Beispiel bei einem Bauprojekt der Fall sein.

Deshalb führen die Archäologen noch vor Beginn eines Bauvorhabens eine Ausgrabung durch. So entstehen keine Bauverzögerungen. Dies ist nur dank enger Zusammenarbeit der Kantonsarchäologie mit den Behörden und Bauherrschaften möglich.

Die Ausgrabung: eine Baustelle

 Ausgrabung in Künten.
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Die Bauuntersuchung: Ausgraben am Haus

Zeichnerische Dokumentation bei einer Bauuntersuchung. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie; © Kanton Aargau

Die Kantonsarchäologie führt neben Ausgrabungen auch sogenannte Bauuntersuchungen durch.

Die Archäologie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (500–1800 n. Chr.) beschäftigt sich mit der Erforschung einer Zeitepoche, die eine Fülle an schriftlichen Aufzeichnungen und Baudenkmälern hinterlassen hat. Allerdings bleiben die Schriftquellen in unserer Gegend bis 1300 sehr spärlich und haben bis 1800 vorwiegend politische und juristische Inhalte. Die Auswertung dieser Chroniken und Urkunden ist Sache der Historiker.

Die Aufgabe der Mittelalterarchäologie besteht darin, den schriftlichen Quellenbestand durch Ausgrabungen und Bauuntersuchungen zu ergänzen, um mehr über den Alltag der Menschen, über ihre Technologien und über ihre Wohnverhältnisse zu erfahren.

Die Geschichte eines Hauses

Bauuntersuchungen alter Gebäude wie Kirchen, Klöster, Burgen, Schlösser und Bürger- und Bauernhäuser finden bei umfangreichen Renovationen oder Abbruchvorhaben statt. Das Mauer- und Holzwerk der betroffenen Gebäudeabschnitte wird zeichnerisch und fotografisch dokumentiert und mittels der dendrochronologischen Altersbestimmung (öffnet in einem neuen Fenster) der Bauhölzer datiert.

Als Resultat entsteht eine Baugeschichte des Untersuchungsobjekts, die auch die wirtschaftlichen und sozialgeschichtlichen Aspekte berücksichtigt.

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