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Jahresrückblick 2017

Die Baudynamik im Kanton Aargau ist ungebrochen − dadurch ist auch die Kantonsarchäologie immer wieder gefordert.

Bauvorhaben bedeuten fast immer auch einen Eingriff in den Boden − und damit ins Bodenarchiv. Wenn das Bauprojekt im Bereich einer archäologischen Fundstelle stattfindet, wird die Kantonsarchäologie involviert. Sie klärt die Situation ab und führt je nach Fall vorgängig eine Untersuchung durch.

Im Jahr 2017 nahm die Kantonsarchäologie insgesamt 150 archäologische Untersuchungen vor: 12 Ausgrabungen, 19 Sondierungen, 30 Baubegleitungen, 23 Bauuntersuchungen und 66 Augenscheine.

In unserem Jahresrückblick 2017 stellen wir Ihnen 20 der archäologischen Untersuchungen im Kurzportät vor.

Gebenstorf – Steinacher

Geophysikalische Prospektion

September 2017

Kartierung der geophysikalischen Untersuchung. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Vom Gebenstorfer Ortsteil Vogelsang, östlich der Reuss und etwa 2 km nordöstlich des Legionslagers Vindonissa gelegen, gibt es seit dem 16. Jh. Meldungen zu römischen Funden. Mit dem alt überlieferten Flurnamen "Steinacker" deutet dies auf eine grössere römische Siedlung östlich von Vindonissa hin.

In den letzten Jahrzehnten wurde das fragliche Areal überbaut, leider weitgehend ohne archäologische Begleitung. Deshalb führte die Kantonsarchäologie auf einer der letzten unbebauten, derzeit als Wiesland genutzten Flächen im Herbst 2017 eine sogenannte geoelektrische Prospektion statt. Mit dieser Methode wird, vereinfacht gesagt, der Bodenwiderstand gemessen. So zeichnen sich Anomalien im Boden, beispielsweise Mauern ab.

Die Resultate offenbarten eine intensive Nutzung mindestens während der letzten beiden Jahrhunderte. Darauf weisen auch Luftbilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin. Der Befund legt eine Zuweisung zu römischen Steinbaubefunden nahe.

Obgleich die Frage nach der Existenz einer im Vogelsang gelegenen römischen Siedlung weiter offenbleiben muss, werden die Ergebnisse hilfreiche Dienste im Umgang mit dieser letzten noch unbebauten Fläche leisten.

Kürzel: Geb.017.2

Gränichen – Sagiweg

Sondierung und anschliessende Grabung

Januar, September bis November 2017

Archäologen und Archäologinnen bei der Arbeit in Gränichen. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Die Grossgrabung Gränichen-Lochgasse brachte 2016 bis 2017 grossflächige Befunde einer Siedlung aus der Mittelbronzezeit zutage. Auch am Sagiweg nördlich dieser Ausgrabungsfläche soll eine Überbauung entstehen und auch hier waren Befunde zu erwarten.

Deshalb klärt die Kantonsarchäologie mithilfe von Sondierungen die Ausdehnung der bronzezeitlichen Siedlung ab. Anschliessend gräbt ein Team die Befunde aus und dokumentiert sie, bevor die Bauarbeiten beginnen.

Kürzel: Gra.017.1

Frick – Schützenweg

Baubegleitung

August bis Oktober 2017

Blick in eine mit Keramik gefüllte Grube. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Ein freiwilliger Bodenforscher der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde entdeckt in einer Baugrube in Frick prähistorische Keramik und meldet den Fund der Kantonsarchäologie. Zwei Mitarbeiter legen daraufhin den Befund frei, dokumentieren ihn und bergen die Funde.

Die Baufirma kann ihre Arbeiten ohne Verzögerung fortsetzen.

Kürzel: Fic.017.1

Zurzach – Regionales Alterszentrum Höfli

Aushubbegleitung / Grabung

Juli bis August 2017

Blick auf die Ausgrabungsfläche in Zurzach. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Das Areal des geplanten Alterszentrums Höfli in Zurzach liegt in den Hinterhöfen der spätmittelalterlichen Bebauung entlang der Hauptstrasse. Ausserdem liegt die an einer römischen Strasse errichteten Verenakirche gegenüber.

Deshalb ist das Bauareal eine archäologische Verdachtsfläche. Ein Team der Kantonsarchäologie begleitet infolgedessen den Aushub. Zum Vorschein kommen die Reste einer bronzezeitlichen und einer hochmittelalterlichen Siedlung. Als besonderer Fund ist eine Scheibenfibel aus dem Mittelalter zu verzeichnen.

Kürzel: Zur.017.1

Hermetschwil-Staffeln – Kloster St. Benedikt

Baubegleitung

Juni 2017

HS.017.1

Der ausgehobene Fernleitungsgraben. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Im Hof des Klosters St. Martin wird ein Fernleitungsgraben gezogen. Die Kantonsarchäologie nimmt Einsicht in den Graben und dokumentiert die Befunde. Es handelt sich dabei vermutlich um einen Bauhorizont aus dem 17. Jahrhundert.

Kürzel: HS.017.1

Kaiseraugst – Auf der Wacht

Notgrabung

Juli bis November 2017

2017.013

Ein römischer Töpferofen. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Mehrere Lehr- und Forschungsgrabungen untersuchten von 2011 bis 2013 das Areal "Auf der Wacht". Im Jahr 2017 wurden hier die Arbeiten wieder aufgenommen. Bezogen auf die antike Situation liegt die Flur "Auf der Wacht" in der Nordwestunterstadt von Augusta Raurica und umfasst grosse Teile einer Insula mit den dazugehörigen Hinterhöfen.

Die Römer nutzten das Areal ab der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts als Töpferbezirk. So entdeckte das Grabungsteam auch einen weiteren Töpferofen. Der Heizkanal war noch vollständig erhalten und eine aschige Ablagerung zeugte von der Befeuerung.

Aus den Verfüllungen stammen viele Töpfereiabfälle, die zeigen, welche Gefässe die Römer hier brannten.

Kürzel: 2017.013

Unterlunkhofen – Seeblickstrasse

Baubegleitung

Juni 2017

Blick auf die römische Darre. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Die Einsichtnahme in eine Baugrube ist positiv: es finden sich römische Strukturen und Schichten. In einer kurzen Aktion dokumentiert ein Team die Befunde.

Zum Vorschein kommt ein Teil eines römischen Gebäudes mit einer sogenannten Darre, einer Einrichtung zum Trocknen von Getreide. Die Trocknungskammer war fein säuberlich mit sechs Leistenziegeln und zwei Steinplatten ausgelegt. Offenbart schuf man hier eine saubere Oberfläche, damit die getrockneten Produkte nicht verunreinigt wurden.

Kürzel: Ulk.017.1

Windisch-Königsfelden (Park)

Baubegleitung

Juni 2017

Blick auf die Wasserleitung, die wohl römischer Zeitstellung ist. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) planen nördlich des 1868−1872 errichteten Hauptgebäudes den Neubau einer Klinik. Bezogen auf die antike Situation liegt das Bauprojekt unmittelbar vor der Nordwestfront des steinernen Legionslagers von Vindonissa, in einem nur extensiv genutzten Randbereich der zugehörigen Zivilsiedlung (canabae legionis). Im Mittelalter lag das Areal nordwestlich des ummauerten Klosterbezirks von Königsfelden.

Nach der 2016 durchgeführten Grossgrabung begleitet ein Grabungsteam die weiteren Bodeneingriffe.

Im Sommer 2017 kommt dabei in etwa 3 Meter Tiefe und unter den Fundamenten der 1976 oberirdisch abgerissenen Klinikflügelbauten ein altbekannter Befund zum Vorschein: Es handelt sich um einen von Süd nach Nord verlaufenden Kanal, den man 1904 erstmals dokumentiert und zunächst als "römische Wasserleitung" angesprochen hat.

Nach derzeitigem Kenntnisstand leitete er Brauchwasser (aus der römischen Wasserleitung?) vom Kloster Königsfelden (ab ca. 1310) bzw. der nachfolgenden Berner Hofmeisterei (ab ca. 1528) mit schwachem Gefälle nach Norden ab.

Kürzel: V.016.2

Windisch – Zürcherstrasse (Urech)

Geplante Notgrabung

Juni 2017 bis Februar 2018

Blick ins Grabungzelt. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Im Jahr 2017 setzte die Kantonsarchäologie ihre Grabungen an der Zürcherstrasse in Windisch fort. Das Grabungsteam dokumentiert diverse Siedlungsbefunde (Gruben, Gräbchen, Öfen). Ausserdem birgt man zahlreiche Funde, darunter als kleines Highlight eine Götterstatuette.

Kürzel: V.017.5

Zofingen – Rathausgasse 17

Bauuntersuchung

Juni 2017

Das Bürgerhaus an der Rathausgasse 17 in Zofingen. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Das Stadthaus an der Rathausgasse 17 in Zofingen sollte umgebaut werden. Imzugedessen untersuchte das Mittelalterteam der Kantonsarchäologie das Haus.

Das viergeschossige Haus hat einen zweistöckigen Dachstuhl, dem ein spätmittelalterlicher Kernbau aus dem frühen 14. Jahrhundert zu Grunde liegt. Durch Aufhöhungen im 17. und 18. Jahrhundert wurde es stark erweitert.

Kürzel: Zof.017.2

Eggenwil – Unterdorfstrasse

Sondierung

Mai bis Juni 2017

Archäologin und Archäologe bei der Arbeit. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Die Laurentiuskirche in Eggenwil befindet sich auf einer Kuppe, die mit einer Stützmauer befestigt ist. Diese Mauer wies aber 2017 erhebliche Risse auf und sollte deshalb saniert werden. Damit die Mauer entlastet wird, trägt man die Erde in einer Sondierung ab.

Da die Laurentiuskirche bereits seit dem Mittelalter besteht, waren zugehörige Bestattungen zu erwarten: deshalb begleitet die Kantonsarchäologie die Sondierung. Tatsächlich kommen auch Überreste von Gräbern zum Vorschein. Da sie aber alle modern sind, kann die Kantonsarchäologie ihre Arbeiten einstellen.

Kürzel: Egg.017.2

Möhlin – Hauptstrasse

Sondierung

Mai bis Juni 2017

Blick auf das Bau- und Ausgrabungsareal in Möhlin. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Aufgrund eines Bauprojekts riss man an der Hauptstrasse in Möhlin das ehemalige Restaurant Rössli und den zugehörigen Speicher ab. Ein kleines Team der Kantonsarchäologie begleitet Abbruch und Aushub.

Zum Vorschein kommen verschiedene hoch- bis spätmittelalterliche Befunde und Funde (12.−15. Jahrhundert), sowie ein beigabenloses Grab, das wohl aus dem Frühmittelalter stammt.

Kürzel: Mol.017.1

Gränichen – Lochgasse

Notgrabung

Oktober bis Dezember 2016; April bis November 2017

Blick auf die Grabungsfläche von Gränichen. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Die geplante Notgrabung findet nach einer ersten Sondierung im Jahr 2015 in zwei Grabungskampagnen 2016 und 2017 statt. Sie kann Ende November 2017 fristgerecht abgeschlossen werden.

Die Mehrheit der Funde stammt nach jetzigem Kenntnisstand aus der Mittelbronzezeit (um 1500 v. Chr.). Die Siedlungsbefunde kommen auf der gesamten Grabungsfläche zum Vorschein. Die Grabungsequipe dokumentiert viele Pfostenstandspuren von einem knappen Dutzend Häusern, schmale wegartige oder grossflächige platzartige Steinkonzentrationen, eingegrabene Vorratsgefässe sowie die unterschiedlichsten Gruben.

Der spektakulärste Fund ist eine Grube mit 1,70 Meter Durchmesser und 40 cm Tiefe, welche mit einer grossen Menge an zerbrochenen Keramikgefässen verfüllt ist. Ausserdem kommt ein Grab aus der frühen Spätbronzezeit (um 1300 v. Chr.) zum Vorschein.

Kürzel: Gra.015.1

Lenzburg – Gexistrasse

Sondierung

April und August 2017

Blick auf das Bauareal in Lenzburg. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Im Bereich der römischen Siedlung von Lenzburg entsteht derzeit eine Grossüberbauung. Im Vorfeld untersucht deshalb die Kantonsarchäologie das Bauareal zuerst mittels geophysikalischer Prospektion und danach mit Sondageschnitten.

Dabei kommt ein Strassenkoffer noch unbekannter Zeitstellung zum Vorschein.

Kürzel: Lnz.017.2

Schöftland – Benoit-Mayweg

Baubegleitung

April bis Mai und Oktober bis November 2017

Blick auf das Bau- und Ausgrabungsareal in Schöftland. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Ein kleines Team der Kantonsarchäologie begleitet einen Bauaushub in Schöftland, weil das Areal eine archäologische Verdachtsfläche ist. Man stösst denn auch auf eine Struktur, die wahrscheinlich von einem einstigen Holzkanal stammt.

Ausserdem findet das Team zahlreiche Mühlsteinfragmente − es deutet also alles darauf hin, dass in unmittelbarer Umgebung einmal Mühlen standen. Ausserdem dokumentiert man Pfostengruben und Pfostenstellungen, die auf Gebäudegrundrisse weisen. Zwei Kiesstreifen waren vermutlich Wege.

Die Funde datieren ins Mittelalter (10. bis 13. Jahrhundert). Brandschuttreste belegen die Zerstörung der Siedlung am Anfang des 14. Jahrhunderts.

Kürzel: Sft.017.1

Birr – Vorderdorfstrasse

Baubegleitung

März bis September 2017

Blick auf die Grabungsfläche von Birr. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Im Vorfeld eines Bauprojektes untersucht die Kantonsarchäologie das Areal, da es eine archäologische Verdachtsfläche war. Prähistorische und frühmittelalterliche Siedlungen liegen oft auf Schuttfächern – genau wie es in Birr einen gab.

Der Verdacht bestätigt sich. Das Grabungsteam kann mehrere Pfostengruben von Holzbauten dokumentieren. Funde sind selten, doch die wenigen – darunter Glasperlen – datieren die Siedlungsreste ins Frühmittelalter.

Ausserdem findet das Team die hölzernen Überreste eines Bohlenweges. Die C14-Datierung der Hölzer steht noch aus und soll zeigen, ob der Weg tatsächlich frühmittelalterlicher Zeitstellung ist.

Kürzel: Bir.017.1

Villmergen – Himmelrych 28

Bauuntersuchung

März 2017

Das Untervogtshaus in Villmergen. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Das sogenannte Untervogtshaus in Villmergen sollte 2017 umgebaut und renoviert werden. Dies gab Anlass, das Haus zu untersuchen.

Das stattliche dreigeschossige "Freiämterhaus" umfasst Wohn- und Ökonomietrakt. Der Wohntrakt besteht aus einem gemauerten Stock, auf dem eine Ständerkonstruktion aus Holz steht. Das Untervogtshaus ist frühestens 1793 entstanden und beherbergte anfänglich zwei Wohnungen, die im 19. Jahrhundert getrennt und weiter unterteilt wurden. Man vermutet, dass die eine Wohnung dem Untervogt gehörte und die andere Wohnung womöglich als Gaststube genutzt wurde.

Im 20. Jahrhundert wurde der Ökonomietrakt abgerissen und erneuert.

Kürzel: Vlm.017.1

Ammerswil – Hendschikerstrasse

Baubegleitung

Februar bis April 2017

Blick auf die Grabungsfläche von Ammerswil. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

In Ammerswil entsteht an der Hendschikerstrasse eine neue Überbauung. Obwohl keine archäologische Fundstelle aktenkundig war, liess die Lage der Überbauung im alten Dorfkern und in der Nähe der Kirche archäologische Überreste vermuten.

Tatsächlich schneidet die Baugrube ein Grubenhaus aus der Spätlatènezeit und weitere archäologische Befunde an. Diese dokumentiert ein kleines Team der Kantonsarchäologie baubegleitend.

Kürzel: Amr.017.1

Remigen – Villigerstrasse

Ungeplante Notgrabung

November 2016 bis Januar 2017

Blick auf das Bau- und Ausgrabungsareal in Remigen. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

An der Villigerstrasse in Remigen sollen sechs Mehrfamilienhäuser entstehen. Bereits aus dem Ortskern waren archäologische Befunde bekannt, die sich dann im Bauareal auch tatsächlich fortsetzen. Ein kleines Team legt die Überreste von drei Siedlungen frei.

Erste Spuren stammen aus der frühen Spätbronzezeit; es handelt sich um eine ovale Grube mit vielen Keramikfragmenten. Von der zweiten Siedlung legt das Team mehrere Pfostenstellungen von Häusern frei. Sie datieren in die späte Spätbronzezeit.

Die dritte Siedlungsphase gehört ins Mittelalter. Die Terrasse am Schmittenbach nutzte man im 12. und im 13. Jahrhundert für Eisengewerbe − deshalb auch der Name des Baches. Es finden sich viele Schmiede- und Verhüttungsschlacken. Weitere Befunde wie die vermutlichen Reste einer Esse oder eines Ofens zeugen ebenfalls von der Eisenverarbeitung.

Kürzel: Rmg.016.1

Boswil – Huebacher

Aushubbegleitende Notgrabung

Juli 2016 bis November 2017

Grube mit prähistorischer Keramik verfüllt. Bild vergrössern
Foto: Kantonsarchäologie Aargau; © Kanton Aargau

Aufgrund einer geplanten Grossüberbauung führte die Kantonsarchäologie bereits 2014 Sondierungen auf dem Areal Huebacher in Boswil durch. Der Befund war positiv. Deshalb begleitet ein Grabungsteam im Winter 2016 den Voraushub. Der Bau der Mehrfamilienhäuser erfolgt in Etappen, weshalb das Team auch die Notgrabung etappenweise baubegleitend fortsetzt.

Man kann verschiedene prähistorische Gruben, eine Feuergrube und einen Pfostenbau ausgraben und dokumentieren. Als besondere Funde kommen mehrere Mondhörner zum Vorschein.

Kürzel: Bsw.016.1

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