Multisystemische Therapie (MST)

Die Multisystemische Therapie ist ein innovatives, lizenziertes Behandlungsangebot für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit stark auffälligem Sozialverhalten. Der Kanton Aargau erprobt die Multisystemische Therapie im Rahmen eines Pilotversuchs ab Februar 2012 im Ostteil des Kantons.

Mittels intensiver aufsuchender Therapie werden Jugendliche in ihrem häuslichen Umfeld unter Einbezug ihrer Familie, der Schule und des gesamten sozialen Umfeldes (Nachbarn, Freunde) nach den Grundsätzen des lizenzierten MST-Konzepts behandelt. Die Eltern werden in den Behandlungsprozess mit einbezogen und in der Erziehung der betroffenen Jugendlichen unterstützt. Daher ist ihr Einverständnis und die Bereitschaft, sich aktiv an der Therapie zu beteiligen, von zentraler Bedeutung.

MST hat sich in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen als hoch effektive und effiziente Therapieform für Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens erwiesen. Im Kanton Thurgau ist dieses Angebot fest etabliert. Der Aargau wird als zweiter Kanton in der Schweiz diesen neuartigen Weg der Therapie beschreiten.

Zielgruppe

Es ist vorgesehen, das Angebot MST als flankierende Massnahme zur Schulung in der regionalen Spezialklasse einzusetzen, welche ebenfalls als Schulversuch zur Intervention bei problematischen Verhaltensweisen in der Volksschule geführt werden. Die MST-Therapie steht aber auch Jugendlichen offen, die keine regionale Spezialklasse besuchen.

Im Rahmen eines Pilotversuchs wird die Multisystemische Therapie (MST) seit März 2012 angeboten. Auf der Grundlage des Pilotversuchs soll entschieden werden, ob MST als festes Angebot in die Aargauer Strukturen aufgenommen werden soll. Das Einzugsgebiet erstreckt sich hauptsächlich über den Ostteil des Kantons Aargau. Westliche Standorte können bei einer guten Erreichbarkeit von Baden aus berücksichtigt werden.

Zuweisungsinstanzen

Zuweisungen erfolgen durch den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) oder den Schulpsychologischen Dienst (SPD), durch Psychologinnen und Psychologen, Ärztinnen und Ärzte, Schul- und Vormundschaftsbehörden oder die Jugendanwaltschaft. Betroffene Familien können sich auch direkt anmelden.
Details zu den Zielen, Aufnahmekriterien sowie generelle Informationen finden sich im nachfolgenden Faltblatt.