Verstärkte Massnahmen in der Regelschule

Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung werden in der Regelschule gefördert, wenn sie daraus einen sinnvollen Nutzen für ihre eigene Entwicklung ziehen und an der Klassengemeinschaft teilhaben können. Bei der Förderung in der Regelschule wird die Schulung durch verstärkte Massnahmen ergänzt.

Die Schulung und Förderung im Regelkindergarten, in der Regel-, Einschulungs- oder Kleinklasse ist der Sonderschulung vorzuziehen, wenn

  • das Kind oder der Jugendliche aufgrund seiner Fähigkeiten voraussichtlich in der Lage sein wird, aus dem Unterricht in der vorgesehenen Klasse einen sinnvollen Nutzen für seine weitere Entwicklung zu ziehen sowie am gemeinschaftlichen Leben der Klasse teilzuhaben,
  • die Rahmenbedingungen an der Schule geeignet sind,
  • mit den in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten verstärkten Massnahmen eine angemessene Unterstützung gewährleistet ist,
  • die Schulleitung des Schulorts und der Schulpsychologische Dienst die Schulung und Förderung in der Regelschule insgesamt positiv beurteilen.

Der Entscheid über die Zuweisung zu dieser Schulungsform liegt bei der Schulpflege am Schulort des Kindes oder Jugendlichen.

Bei der Förderung in der Regelschule wird die Schulung durch verstärkte Massnahmen ergänzt. Verstärkte Massnahmen werden eingesetzt, um an den besonderen Bildungs- und Entwicklungszielen von Schülerinnen und Schülern mit einer Behinderung zu arbeiten.

Unterstützungsangebote

Die Unterstützung erfolgt je nach Behinderungsart in Form von Förderunterricht oder Sprachheilunterricht (Logopädietherapie), behinderungsspezifischer Beratung und Begleitung und/oder behinderungsspezifischer Assistenz. Es wird auf eine gute Abstimmung mit dem Unterricht geachtet. Die Unterstützung kann im Klassenverband, in Lerngruppen oder in der Einzelförderung erfolgen.

Behinderungsartindividuelle Unterstützungsangebote
Kognitive BeeinträchtigungFörderunterricht mit schulischer Heilpädagogik und/oder behinderungsspezifische Assistenz
Schwere Störung des Sprechens und der SpracheLogopädietherapie
Gesundheitliche oder körperliche BeeinträchtigungBehinderungsspezifischer Beratungs- und Begleitdienst (BBB) der Zentren Körperbehinderte Aargau (zeka)
www.zeka-ag.ch (öffnet in einem neuen Fenster)
Sensorische Beeinträchtigung des HörensBehinderungsspezifische Beratung und Begleitung durch den audiopädagogischen Dienst des Landenhofs
www.landenhof.ch (öffnet in einem neuen Fenster)
Sensorische Beeinträchtigung des SehensBeratung und Begleitung durch den heilpädagogischen Dienst des Therapie Schulzentrums Münchenstein (TSM)
www.tsm-schulzentrum.ch (öffnet in einem neuen Fenster)
Tiefgreifende Entwicklungsstörung (Autismus)Beratung und Begleitung durch Interdisziplinäre Abklärungsstelle (IAS) und/oder behinderungsspezifische Assistenz
www.pdag.ch (öffnet in einem neuen Fenster)
Erhebliche soziale BeeinträchtigungFörderunterricht mit schulischer Heilpädagogik und/oder behinderungsspezifische Assistenz

Planung des Unterstützungsangebots

Die Schulleitung und die beteiligten Lehrpersonen planen unter Einbezug der Eltern den Förderunterricht beziehungsweise die Logopädietherapie (Sprachheilunterricht). Bei gesundheitlichen, körperlichen oder sensorischen Behinderungen wird der entsprechende Beratungs- und Begleitdienst beigezogen. Die Massnahmen werden durch regelmässige Standortbestimmungen überprüft.

Förderunterricht und Logopädie (VM-Lektionen)

Der Förderunterricht wird von Lehrpersonen für schulische Heilpädagogik und der Sprachheilunterricht von Fachpersonen für Logopädie erteilt, die über ein von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) anerkanntes Diplom beziehungsweise eine von der EDK anerkannte Ausbildung verfügen.

Behinderungsspezifische Assistenz

Nach Bedarf kann der Förderunterricht in eine behinderungsspezifische Assistenz umgewandelt werden, etwa wenn der Einsatz einer Assistenz die Lernatmosphäre in der Klasse günstig beeinflussen und damit die Ablenkungen für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefiziten verringern kann. Bei gesundheitlichen und körperlichen Beeinträchtigungen kann die behinderungsspezifische Assistenz auch Pflege und/oder sozialpädagogische Betreuung umfassen. Die Assistenzaufgaben werden von Personen ohne Lehrpersonenausbildung wahrgenommen.Assistenz anstelle von Förderunterricht ist die Regelschule am Schulort zuständig.

Behinderungsspezifische Beratung und Begleitung

Behinderungsspezifische Beratung und Begleitung für in der Regelschule geförderte Kinder und Jugendliche mit einer gesundheitlichen, körperlichen oder sensorischen Beeinträchtigung oder einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung umfasst:

  • Abklärungen und Kontrollen
  • Fachliche Beratung und Begleitung der Kinder und Jugendlichen
  • Fachliche Beratung und Anleitung der Lehrpersonen und der Eltern
  • Notwendige Betreuung während des Unterrichts bei Pflegebedürftigkeit