Nachteilsausgleich für Personen mit Behinderung

Unter dem Begriff 'Nachteilsausgleich für Personen mit Behinderung' werden spezifische Massnahmen verstanden, die zum Ziel haben, behinderungsbedingte Nachteile auszugleichen. Dabei werden formale Anpassungen gewährt. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um eine Lernzielbefreiung oder Prüfungserleichterung, sondern um die Kompensation behinderungsbedingter Nachteile.

Personen mit ärztlich oder fachpsychologisch nachgewiesenen Behinderungen haben Anspruch auf einen angemessenen Nachteilsausgleich im Unterricht der Berufsfachschule respektive Berufsmaturitätsschule , in den überbetrieblichen Kursen – falls diese sich über die Erfahrungsnoten auf das Qualifikationsverfahren auswirken – sowie für das Qualifikationsverfahren und für die Aufnahme- und Abschlussprüfungen der Berufsmaturität. Die benötigten Nachweise sind rechtzeitig vor Inanspruchnahme des Nachteilsausgleichs im Hinblick auf Promotionsentscheide und Prüfungen zu erbringen.

Merkblatt Nachteilsausgleich für Personen in der beruflichen Grundbildung und der Berufsmaturität (PDF, 2 Seiten, 37 KB)

Nachteilsausgleich für Qualifikationsverfahren sowie Aufnahme- und Abschlussprüfung der Berufsmaturität beantragen

Für das Qualifikationsverfahren sowie die Aufnahme- und Abschlussprüfungen der Berufsmaturität können Lernende und Schüler/-innen einen Nachteilsausgleich beantragen. Diese Massnahmen zur Kompensation behinderungsbedingter Nachteile können nur von Personen mit ärztlich oder fachpsychologisch nachgewiesenen Behinderungen beantragt werden.

Voraussetzungen

  • Die Behinderung muss ärztlich oder fachpsychologisch nachgewiesen werden.
  • Dazu braucht es ein aktuelles Gutachten oder Arztzeugnis einer ärztlichen oder fachpsychologischen Person, das nicht älter als drei Jahre ist.

Ablauf

  • Schritt 1: Die betroffene Person reicht das untenstehendeGesuchsformular bis zum 31. Dezember vor der regulären Prüfungssession bei der Abteilung Berufsbildung und Mittelschule ein. Das Gesuch muss eine Begründung und einen Antrag über die Art und den Umfang des Nachteilsausgleichs enthalten. Die beantragten Massnahmen sind möglichst konkret und detailliert zu beschreiben (betroffene Fächer, Hilfsmittel, Zeitzuschlag, etc.). Dem Gesuch muss ein aktuelles Gutachten oder Arztzeugnis (nicht älter als drei Jahre) einer ärztlichen oder fachpsychologischen Person beigelegt werden. In diesem Gutachten müssen die beeinträchtigenden Auswirkungen der Behinderung auf die Prüfungssituationen nachgewiesen werden.
  • Schritt 2: Die Abteilung Berufsbildung und Mittelschule prüft das Gesuch individuell und fällt einen Entscheid über die Art und den Umfang des Nachteilsausgleichs.

Benötigte Unterlagen

  • Aktuelles Gutachten oder Arztzeugnis (nicht älter als drei Jahre) einer ärztlichen oder fachpsychologischen Person.
  • Weitere für die Beurteilung des Gesuchs wichtige Unterlagen, falls vorhanden, sind dem Gesuch beizulegen. Zum Beispiel: Zeugnisse, Bestätigungen von Fördermassnahmen etc.

Fristen & Termine

Das Gesuch um Nachteilsausgleich für das Qualifikationsverfahren und die Aufnahme- und Abschlussprüfungen der Berufsmaturität ist bis zum 31. Dezember vor der Prüfungssession bei der Abteilung Berufsbildung und Mittelschule einzureichen. Findet das Qualifikationsverfahren oder die Abschlussprüfung der Berufsmaturität zum Beispiel im Sommer 2016 statt, ist das Gesuch bis zum 31. Dezember 2015 einzureichen.

Kosten

Für die Einreichung des Gesuchs werden keine Gebühren erhoben. Der gesuchstellenden Person können für die ärztliche oder fachpsychologische Abklärung Kosten anfallen.

Formulare & Online-Dienstleistungen

Gesuchsformular um Nachteilsausgleich für das Qualifikationsverfahren oder die Aufnahme- oder Abschlussprüfungen der Berufsmaturität (PDF, 2 Seiten, 138 KB)

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Rechtliche Grundlagen

Nachteilsausgleich für überbetriebliche Kurse beantragen

Für überbetriebliche Kurse in der Berufsbildung können Lernende einen Nachteilsausgleich beantragen. Diese Massnahmen zur Kompensation behinderungsbedingter Nachteile können nur von Personen mit ärztlich oder fachpsychologisch nachgewiesenen Behinderungen beantragt werden.

Voraussetzungen

  • Ein Nachteilsausgleich kann nur für überbetriebliche Kurse beantragt werden, in denen Erfahrungsnoten für das Qualifikationsverfahren generiert werden.
  • Die Behinderung muss ärztlich oder fachpsychologisch nachgewiesen werden.
  • Dazu braucht es ein aktuelles Gutachten oder Arztzeugnis einer ärztlichen oder fachpsychologischen Person, das nicht älter als drei Jahre ist.

Ablauf

  • Schritt 1: Die betroffene Person reicht sofort nach der Zuteilung an die üK-Organisation ein schriftliches Gesuch um Nachteilsausgleich für die überbetrieblichen Kurse bei der Abteilung Berufsbildung und Mittelschule des Departements BKS ein. Tritt eine Behinderung erst im Verlauf der Ausbildung auf oder wird später diagnostiziert, muss das Gesuch direkt nach der Diagnose eingereicht werden. Das schriftliche Gesuch muss eine Begründung und einen Antrag über die Art und den Umfang des Nachteilsausgleichs enthalten. Die beantragten Massnahmen sind möglichst konkret und detailliert zu beschreiben (Hilfsmittel, Zeitzuschlag, etc.). Dem Gesuch muss ein aktuelles Gutachten oder Arztzeugnis (nicht älter als drei Jahre) einer ärztlichen oder fachpsychologischen Person beigelegt werden. In diesem Gutachten müssen die beeinträchtigenden Auswirkungen der Behinderung auf die Prüfungssituationen nachgewiesen werden.
  • Schritt 2: Die Abteilung Berufsbildung und Mittelschule prüft das Gesuch und fällt einen Entscheid über die Art und den Umfang des Nachteilsausgleichs.

Benötigte Unterlagen

  • Aktuelles Gutachten oder Arztzeugnis (nicht älter als drei Jahre) einer ärztlichen oder fachpsychologischen Person.
  • Weitere für die Beurteilung des Gesuchs wichtige Unterlagen, falls vorhanden, sind dem Gesuch beizulegen. Zum Beispiel: Zeugnisse, Bestätigungen von Fördermassnahmen etc.

Fristen & Termine

Das Gesuch ist sofort nach der Zuteilung an die üK-Organisation einzureichen.

Kosten

Für die Einreichung des Gesuchs werden keine Gebühren erhoben. Der gesuchstellenden Person können für die ärztliche oder fachpsychologische Abklärung Kosten anfallen.

Formulare & Online-Dienstleistungen

Es gibt kein standardisiertes Formular. Das Gesuch muss in schriftlicher Form gestellt werden.

Rechtliche Grundlagen