Navigation

Sprunglinks

zurück

Den Weg zur Erreichung der Klimaziele behördenverbindlich verankern

Anhörung zu neuem Kapitel "Klima" im kantonalen Richtplan startet heute Montag

Der Klimawandel ist ein Querschnittthema mit direkten räumlichen Auswirkungen, die nahezu sämtliche Sachbereiche des kantonalen Richtplans betreffen. Deshalb soll dieser um ein übergeordnetes Kapitel "Klima" ergänzt werden. Es bezeichnet die Hauptausrichtung und übergeordneten Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel im Richtplan. Damit wird eine Basis geschaffen, die räumlichen Auswirkungen des Klimawandels frühzeitig zu erkennen und aus einer Gesamtsicht heraus geeignete Massnahmen räumlich zu koordinieren. Die öffentliche Anhörung zum neuen Kapitel "Klima" im kantonalen Richtplan startet heute Montag, 10. Januar 2022, und dauert bis am 11. April 2022.

Der Kanton Aargau unterstützt das Klima-Abkommen von Paris und leistet im Rahmen seiner Kompetenzen seinen Beitrag, um die Ziele des Bundes zu erreichen: Ab dem Jahr 2050 soll die Schweiz nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können (Ziel "Netto-Null bis 2050"). Dazu hat er unter anderem einen vom Grossen Rat unterstützten Entwicklungsschwerpunkt Klimaschutz und Klimaanpassung geschaffen sowie im Juli 2021 den ersten Teil seiner Klimastrategie vorgestellt – den sogenannten Klimakompass. Er ist abgestimmt auf das Entwicklungsleitbild des Regierungsrates 2021–2030, die Strategien des Bundes zum Klimawandel und die Klima-Charta der Nordwestschweizer Kantone. Auf dem Klimakompass aufbauend setzt der Kanton wirkungsvolle und wirtschaftliche Massnahmen um. Diese werden im Massnahmenplan dokumentiert, dem zweiten Teil der Klimastrategie, der voraussichtlich in der ersten Hälfte 2022 publiziert wird.

Der Klimawandel ist ein Querschnittthema mit direkten räumlichen Auswirkungen, die nahezu sämtliche Sachbereiche des kantonalen Richtplans betreffen. Dieser erfüllt als zentrales Führungs- und Steuerungsinstrument eine wichtige Aufgabe in der räumlichen Koordination und der Vorsorge. Aufgrund seiner Ausrichtung auf einen mittel- bis längerfristigen Zeitraum und der gesamtkantonalen Sicht ist er besonders geeignet, Klimafragen zu behandeln und wesentlich zur Umsetzung der kantonalen Klimastrategie beizutragen. Deshalb soll im Richtplan der Bereich H "Hauptausrichtungen und Strategien" um ein neues Kapitel "H7 Klima" ergänzt werden.

Ziele und Stossrichtungen

Das neue "Klimakapitel" im Richtplan verfolgt verschiedene Ziele:

  • Abstimmung des Richtplans auf die Vorgaben, die sich aus der Klimapolitik des Bundes ergeben;
  • Umsetzung der raumrelevanten Aspekte der kantonalen Klimastrategie auf Stufe Richtplan, abgestimmt mit den vom Grossen Rat beschlossenen Strategien in den Bereichen Energie, Mobilität und Umwelt;
  • Schaffung einer Basis, damit aus einer Gesamtsicht heraus frühzeitig die räumlichen Auswirkungen des Klimawandels erkannt und entsprechende Massnahmen koordiniert werden können;
  • Bildung des übergeordneten strategischen Referenzrahmens für zukünftige spezifische Anpassungen der Sachkapitel bezüglich Klimawandel, beispielsweise im Rahmen der laufenden Gesamtüberprüfung des Richtplans oder von Einzelanpassungen.

Die Hauptstossrichtung des neuen "Klimakapitels" im Richtplan lautet: "Der Kanton Aargau will bis 2050 klimaneutral sein. Er berücksichtigt in der räumlichen Planung und Entwicklung die Ziele der kantonalen Klimastrategie, indem er die räumlichen Auswirkungen des Klimawandels koordiniert sowie auf nachhaltige und innovative Weise bewältigt, um auch für kommende Generationen eine hohe Lebensqualität und Standortattraktivität sicherzustellen." Daraus sind sieben Teilstrategien zu folgenden Themen abgeleitet: Abstimmung von Siedlung und Verkehr; klimaangepasste Siedlungsentwicklung; Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie in der Industrie und im Dienstleistungssektor; Umgang mit klimabedingten Naturgefahren, Wasserspeicherung sowie Trinkwasser- und Wassermanagement; Nutzung der natürlichen Ressourcen (Boden, Wasser, Luft, nachwachsende Rohstoffe); Nutzung von Synergien bei raumplanerischen Massnahmen; Planung, Realisierung und Betrieb von öffentlichen Infrastrukturen.

Eine Verankerung der Klima-Thematik im Richtplan hilft auch den Gemeinden, ihre raumrelevanten Anstrengungen in Bezug auf die Netto-Null Ziele und auf die Anpassung an den Klimawandel besser zu legitimieren und erhöht die Planungs- und Rechtssicherheit.

Mit seiner umfassenden und langfristigen Ausrichtung trägt das neue Klimakapitel wesentlich zur Umsetzung der kantonalen Klimastrategie auf kommunaler und kantonaler Ebene bei.

Öffentliche Anhörung vom 10. Januar bis am 11. April 2022

Die öffentliche Anhörung zum neuen Kapitel "H7 Klima" im kantonalen Richtplan startet heute Montag, 10. Januar 2022, und dauert bis am Montag, 11. April 2022. Danach wird das zuständige Departement Bau, Verkehr und Umwelt die Eingaben auswerten und dem Regierungsrat einen Entwurf für eine Botschaft zuhanden des Grossen Rates vorlegen.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
zurück